02.06. - 04.06. Preethi Nair: Koriandergrün und Safranrot
Dieses Buch muss ich einfach weiter empfehlen. Aufgefallen ist es mir wegen dem wunderschön gestaltetem Cover und dem etwas geheimnisvollem Klappentext: „Zitronensaft und Ingwer für die Seele, Mango für die Träume und Honig für den inneren Frieden….“
Erzählt wird die Geschichte von Nalini und ihren Kindern, die ihrem Familienoberhaupt Raul nach London folgen. Hier erleben sie eine Zeit voller Enttäuschung, Wut und Trauer aber sie spüren auch neue Hoffnung. Sie lernen neue Menschen kennen und eins hält alle(s) zusammen: Nalinis Kochkünste und die Kraft der Liebe.
Abwechselnd von Maya (ihrer ersten Tochter) und Nalini (die Mutter) erzählt bekommt man als Leser immer wieder andere Sichtweisen präsentiert und genau das macht dieses Buch so interessant, wundervoll und liebenswert!!
„Gewürzt“ wird das Ganze mit vielen Einblicken in die indische Kultur ohne fade zu wirken. Es ist genau die richtige Portion um der eigentlichen Handlung noch mehr Zauber zu verleihen.
Der Hauptteil der Handlung spielt in London aber trotzdem sah ich vor meinem inneren Auge stets die farbenfrohen Saris, die Picklesgläser gefüllt mit indischen Kostbarkeiten und ja ich hatte auch einen Duft von Curry, Nelken und Zimt in der Nase. Sie glauben mir nicht? Lesen Sie dieses Buch!!!

04.06. - 05.06. Anne Hertz: Glückskekse
Auf den Punkt genau an ihrem 35. Geburtstag wird Jana von ihrem Freund abserviert. Einfach so. Gerade hat sie sich noch mit ihm in den Federn gewälzt und nun? Schluss, Aus, Ende!! Jana versteht die Welt nicht mehr. Gott sei dank gibt es Prosecco und aus einer alkoholumflatterten Laune heraus schickt Jana eine SMS an eine unbekannte Nummer: „Was kann ich tun, um glücklich zu werden? SIE“

Kurz darauf erhält Jana Antwort. Nicht nur auf die SMS sondern auch auf die Frage was Glück wirklich ausmacht, und wie es sich letztendlich anfühlt.
Dieses Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen, da ich unbedingt wissen wollte ob Jana ihr Glück findet. Und weil es mich irgendwo berührt hat. Wer hat sich nicht schon mal die Frage gestellt ob er wirklich glücklich ist oder was Glück überhaupt bedeutet? Irgendwie regt dieses Buch neben der zauberhaften Story eben auch zum Nachdenken an. Den Wechsel der Sichtweisen - „ER“ und „SIE“ - und wie sie als Hauptfiguren ihr Glück definieren fand ich sehr gelungen. Und die kursiv eingebauten Texte in denen „ER“ versucht endlich seinen Traum vom Schriftstellerdasein zu leben rundeten die kurzweilige Story wunderbar ab.
Das Cover im typischen Anne Hertz – Stil ist perfekt gelungen und beim Lesebeginn fand ich direkt auf der ersten Seite eine amüsante Anne Hertz – Wortkreation: frisch geburtstagt.
Einfach HERTZlich! Wer die anderen Romane gelesen hat wird merken, dass es noch mehr dieser Wortspiele gibt.

P.S. Noch eins Anne Hertz´ Zeilen machen immer verdammt viel Lust auf Hamburg.
Im März 2010 erscheint der neue Roman des Autorinnenduos Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann, die unter dem Pseudonym Anne Hertz bekannt sind, mit dem Titel “Goldstück”.

Werner und Clara sind seit 30 Jahren verheiratet. Mittlerweile führen sie keine Ehe mehr sondern eine WG, Zweckgemeinschaft und ab und zu auch ein Diskussionsforum. Obwohl das letztere eher untergeht da Clara folgt wie ein Hündchen. Mach dies - mach das. Werners Kommentare und Sticheleien nehmen immer mehr zu und der einzige der Clara versteht ist ihr Hund Tom. Als Werner nach Brasilien reist - das Land Claras jahrelanger Träume - lebt Clara auf. Doch als er danach beschließt die Scheidung einzureichen geht Clara unter - vorerst.

Ich hatte nach der Leseprobe die Hoffnung "Alles wegen Werner" würde sich zu einem witzig, spritzigen - nicht ganz ernstgemeintem aber durchaus ideenreichen - Scheidungsratgeber entwickeln. Für Frauen die (noch) "wegen der Sicherheiten" verheiratet bleiben. In dieser Hinsicht wurde ich enttäuscht.
Letzten Endes war es doch nur eine nette Lektüre für einen verregneten Julitag. Der Schreibstil gefällt mir zwar sehr (Ich - Form) und der Wortwitz ist vorhanden. Ich sage nur "Die Wüste lebt!" Aber davon gab es eben zu wenig.
Stattdessen wurde der Olivenbaum vor Claras Hütte öfter erwähnt als ihr Ex Werner. So ein bisschen Rache im Nachhinein wäre nicht schlecht gewesen und zwar mehr als "Verpiss dich!"
Hinzu kam, dass es auch völlig unrealistisch ist mit einem wildfremden Kerl - der beim Nachhausekommen einfach mal so im Bett liegt - Wein zu trinken.
Das nennt man wohl künstlerische Freiheit aber das hat mir eben nicht gefallen. Clara hätte wenigstens etwas schreien können.
Die kurzen Kapitel und vielen Absätze lesen sich recht schnell weg und die Covergestaltung ist durchaus gelungen (Wo war aber da der Olivenbaum?) - man muss schon schmunzeln ohne zu lesen!
Fazit: Kann man lesen. Muss man aber nicht.

Raquel genießt den Frühling in Berlin, nachdem ihr Freund Noa sie verlasen hat. Es gibt ja schließlich noch andere tolle Typen. Doch das Großstadtabenteuer mit all seinen Verlockungen prallt mit voller Wucht auf ihre romantischen Fantasien….

Nach den eher gegenteiligen Meinungen der Rezensionen, die ich über dieses Buch schon gelesen hatte, musste ich es einfach auch haben, um mir selbst eine Meinung zu bilden.
Eine junge Frau auf der Suche nach der großen Liebe, laut Klappentext ganz interessant.
Aber schon nach den ersten Seiten wurde es öde und langweilig. Für mich ist es wohl eher eine Anreihung sexueller Kontakte, fein aufgelistet und dann vermarktet als die romantischen Ansichten einer Frau auf dem Weg ins Leben.
Laut Titelbild ist die Protagonistin eher eine kindliche Träumerin – laut Roman aber eine Schlampe die ohne Zögern zu Männern, Alkohol und Drogen greift.
Ich fand es nur noch abstoßend wie ohne jegliches Gefühl oder gar Erotik wild herumgef… wird. Und dieses Wort wird dem Leser genau wie viele andere obszöne Worte in großer Vielfalt regelrecht „hinterher geschmissen“. Wenn dieser Roman das Spiegelbild der heutigen Jugend ist, na dann Prost.
Ob biographisch oder nicht sei jetzt mal dahingestellt.
Meine Meinung dazu: eine erfundene Person beschreibt das Leben der Autorin. Wenn das wirklich so ist, dann hat sich Rebecca Martin mit dem Roman keinen Gefallen getan.
Das Talent zum Schreiben ist jedenfalls vorhanden, auch wenn man davon leider nicht allzu viel merkt aber der „Liebesbrief“ lässt genau dies erahnen.
In einem Punkt stimmt der Klappentext dann wieder mit dem Geschriebenen überein: Es ist eine sexuelle Odyssee.
Hätte ich dieses Buch nicht zum Zeitvertreib im Krankenhauswartezimmer sondern zu Hause auf der Couch gelesen – ich hätte es ganz schnell wieder weg gestellt.
 
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11.06. - 20.06. Martin Millar: Kalix
Kalix, 17jähriges Mitglied einer Werwolfdynastie, wurde nach einem Angriff auf ihren Vater - den Fürsten - verstoßen und ist nun auf der Flucht vor ihrer Familie. Depressiv, magersüchtig - kurzum ein Wrack - so lernt sie die jungen Menschen Moonglow und Daniel kennen und findet in ihnen Freunde. Derweil entbrennt nach dem Tod des Fürsten ein erbitterter Krieg um die neue Führung des Werwolfclans.
Martin Millar ist mit diesem Buch eine spannende, interessante und seitenweise sogar humorvolle Story gelungen. Durch die kurzen Kapitel liest es sich sehr zügig. Auch die Sprache ist sehr bildlich, kurz und einfach. Millar hat in seiner Story außergewöhnliche, interessante und sehr verschiedene Charaktäre zusammen gefasst, die aber jeder für sich fazettenreich und durchaus nachvollziehbar beschrieben werden. Auch die Beschreibung der Zwilling oder die der modebegeisterten Feuerkönigin sind grandios gelungen.
Die Dialoge zwischen den Figuren sind zeilenweise sehr humorvoll und ließen mich immer wieder schmunzeln.
Einzig für das meiner Meinung nach offene Ende gibt es einen Punkt Abzug. Aber dafür freu ich mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

 
Claire und ihre Mutter sehen sich selten – oder besser gesagt sehr selten. Daher kommunizieren beide überwiegend über Zettelchen die sie an den Kühlschrank kleben. Oftmals sind es Einkaufslisten, manchmal bitte Claire um Taschengeld oder sie sucht ihren Schlüssel. Und manchmal sind es einfach nur ganz liebe Worte die Claire und ihre Mutter sich mitteilen. Aber plötzlich verändern sich die Mitteilungen, denn Claires Mama wird krank. Und nun erzählen die Nachrichten von Ängsten, Sorgen und Hoffnungen….

Das Buch liest sich schnell, da immer nur die rechte Buchseite bedruckt ist. Manchmal sind es nur ein paar Worte. Ich hatte es in weniger als einer Stunde durchgelesen und zum Schluss habe ich sehr geweint. Es ging mir so nah! Alice Kiupers versteht es auf eindrucksvolle Weise in kurzen Sätzen die ganze Tragik der Geschichte zu vereinen, wie in diesem z.B. „Hallo Claire, ich glaube, ich brauche eine Mütze. …“
Nur diese Zeilen alleine gehen so tief rein.
Da ist auf der einen Seite eine Mutter die nicht möchte, dass die Kindheit ihrer Tochter schneller endet als ihr lieb ist und auf der anderen Seite ist Claire, der alles egal wäre – Hauptsache ihre Mama wird wieder gesund!!
Viele Rezensionen gehen in die Richtung, dass dieses Buch seinen Preis absolut nicht wert ist - 13.90 Euro für die gebundene Ausgabe – aber ich mache den Wert eines Buches nicht an der Anzahl der Wörter fest oder an den bedruckten Seiten. Sondern an dem was es in sich birgt. Und das war in diesem Fall eine Bereicherung.
Sehr interessant fand ich auch die „linke Seite“, auf der immer der Kühlschrankinhalt zu sehen war. Mal mehr, mal weniger abwechslungsreich – je nach Stimmung der beiden Hauptfiguren.

 
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21.06. Kerstin Gier: Ein unmoralisches Sonderangebot
Partnertausch mal anders: Der tyrannische Fritz, verwitwet und sonst äußerst geizig winkt seinen Söhnen mit Geld – einer Wette wegen.
Vorraussetzung ist allerdings, sein Sohne Stephan und Oliver tauschen für ein halbes Jahr die Frau. So tauscht die ehrgeizige Evelyn ihr Luxuspenthouse und wohnt fortan im Haus ihres Schwagers. Olivia zieht derweil zu Oliver…
Kerstin Gier versteht es ihre Leser(innen) zu fesseln. Sei es mit witzigen Dialogen oder spritzigen Pointen. So ist es kein Wunder, dass ich auch dieses Buch von ihr an einem Stück gelesen habe. Keine Szene erscheint langweilig oder langatmig. Immer wieder musste ich beim Lesen lächeln und die Hauptfiguren sind so liebenswert beschrieben, dass man das Gefühl hat sie richtig gut zu kennen. Selbst der alte Fritz ist auf seine Art irgendwie total nett.
Der typische GIERsche Humor spinnt sich auch hier wieder wie ein roter Faden durch die Seiten und auch wenn dieses Buch meiner Meinung nach nicht ganz an ihre anderen Bücher heranreicht, so ist es doch ein kurzweiliges Lesevergnügen.
„Ein unmoralisches Sonderangebot“ wurde 2005 mit der „DeLia“ für den besten deutschsprachigen Liebesroman ausgezeichnet.
 

 
 
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