01.07. Petra Schier: Die Stadt der Heiligen

Weihnachten 1411 steht Christophorus am Grab seines Freundes und Wegbegleiters Aldo. Nun möchte er weiterziehen – nach Aachen, denn diese Pilgerreise verspricht ein großes Ereignis zu werden. Er hofft Aachen als wohlhabender Mann verlassen zu können. Doch erst muss er Aldos Familie die schlimme Nachricht von Aldos Tod überbringen und dann ist dort noch ein Versprechen einzulösen.
In Aachen angekommen überschlagen sich plötzlich die Ereignisse…
Petra Schier, Jahrgang 1978, erzählt uns in ihrem Buch von Reliquien, ihren Händlern und den Menschen der damaligen Zeit. Die Charaktere sind so beschrieben, dass sie einem je nach Charakter ans Herz wachsen oder man sich eher abwenden möchte.
Besonders Marysa hat es mir angetan. Sie scheint die Frau zu sein, die eigentlich jeder gerne hätte. Klug und hübsch. Eher unscheinbar auf den ersten, da ihr Mann Reinhold ihr mitunter ockerfarbene Kleiderstoffe aussucht. Aber ich denke das macht er eben WEIL sie hübsch ist.
Reinhold dagegen lernen wir als selbstgefälligen bornierten Mann kennen, der nur nach Ansehen strebt. Marysa hat sich dem zu fügen.
Die kurzen Kapitel lesen sich flüssig und die Sprache ist bildreich und einfach, passend zur damaligen Zeit. Die Autorin schafft es den Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten und die Atmosphäre rund um die Ereignisse zu vermitteln. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es direkt in einem durchgelesen.
Zuerst erschien mir die Seitenzahl für einen historischen Roman etwas wenig aber Petra Schier hat eine interessante, gut recherchierte Geschichte auf 349 Seiten geschrieben. Ich freu mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

02.07. - 04.07. Claudia Toman: Hexendreimaldrei

Olivia möchte nicht, dass ihr Traumprinz die falscheFrau heiratet. Da kommt ihr der Feerich im Tütü auf der Kirchentoilette gerade recht und schwups: plötzlich wird der Bräutigam zum Frosch und nicht wie im Märchen der Frosch zum Prinzen.
Aber um den Frosch wieder zum Prinzen zu machen bleiben Olivia nur 48 Stunden.
Als wenn das nicht schon chaotisch genug wäre muss sich Olivia nun auch noch mit der Hexenkunstvereinigung herumschlagen – denn schließlich möchte sie den Frosch eigentlich selber heiraten – tschuldigung ich meine natürlich den „Prinzen“.
„Hexendreimaldrei“ erscheint im ersten Moment wie ein „ganz normaler“ Frauenroman: ein kunstvoll durchdachtes, ansprechendes Cover in auffälligem Rot gehalten.
Aber schon auf den ersten Seiten wird der Frauenroman zu einem fantasievollen Märchen, einer magischen Liebesgeschichte und einem Abenteuer – und das alles auf einmal.
Claudia Toman erzählt uns von einer großen Liebe, von Shakespeare, den Gebrüder Grimm, Hexen und Katzen. Manchmal sehr gefühlsbetont, dann wieder sehr humorvoll aber sprachlich immer sehr originell und erfrischend. Bisher wusste ich nämlich noch nicht, dass der Froschkönig der Gebrüder Grimm später mit der Kammerzofe durchgebrannt ist….
Erzählt wird aus immer wieder wechselnden Blickwinkeln: Gegenwart und Rückblenden, welches eine schöne Abwechslung beim Lesen ergibt.
Letzten Endes führt aber alles wieder zum Ursprung der Geschichte. Kommt es dort zum Happy End?

„Hexendreimaldrei“ ist das erste Romanwerk der Wienerin Claudia Toman. An einer Fortsetzung wird bereits gearbeitet. Ein Interview mit der Autorin folgt in Kürze.

P.S. Dieses Buch verleiht einem eine wunderbare Glückssträhne – wenn man es denn liest. Wegen dem Wunschwellenprinzip. Doch was DAS ist müssen Sie schon selbst herausfinden. Aber Achtung: Wünschen ist nichts für Anfänger!!



05.07. - 06.07. Lindsay Dawn - Vampire - Bissige Liebesgeschichten

Dieses Buch habe ich Dank einer Empfehlung gelesen. Vampirgeschichten sind für mich noch literarisches Neuland und somit ist die Mischung aus Romanauszügen und Kurzgeschichten genau das richtige für Einsteiger wie mich.
Aber auch Fans dieses Genres werden das Buch lieben, denn das “Liquid - Book” ist ein wahres Highlight zum Lesen und ANSCHAUEN. Ich finde die Idee das Buch in einer “blutigen” Hülle zu präsentieren einfach nur hervorragend.

Alfred Bekker, Stephenie Meyer u.a. erzählen in diesem Buch von den Wesen der Macht, dunklen Mächten und natürlich von dem roten Saft der alle(s) verbindet. Eine blutige Mischung die jedem Leser schmecken wird!

07.07. - 13.07. Birgit Fiolka: Amazonentochter

Ich muss gestehen, dass ich auf den ersten Seiten noch leichte Berührungsängste mit dieser historischen Richtung hatte. Troja, Ägypten – bisher hatte ich nur historische Romane gelesen, die in Italien oder irgendwo in Deutschland ihren Ursprung hatten. Während ich mich auf den ersten Seiten noch etwas „wehrte“ dieses Buch zu lesen zog mich Birgit Fiolkas Geschichte aber Seite für Seite immer mehr in ihren Bann.

Selina die als Kind von einer Horde Frauen verschleppt wird und fortan bei den Amazonen als Kriegerin aufwächst lernt jagen, kämpfen und Männer nur als Knechte und Sklaven kennen. Mit 16 wird sie auf einer Reise vom Prinzen des großen Königreichs Hatti entführt und nach Hattusa verschleppt. Aber das ist erst der Beginn eines großen Abenteuers und einer Liebe die ihr bisheriges Weltbild ändert….
Birgit Fiolka hat eine Geschichte geschaffen, die auf imposante Art und Weise Fakten und Fantasie verstrickt. Die Charaktere sind interessant beschrieben und überraschen immer wieder durch ihre Handlungen. Intrigen bleiben da natürlich nicht aus.
So kann Selina die harte Kämpferin sein, aber ihr Herz lässt sich auch schnell erweichen. Besonders gefallen hat mir die Figur des verliebten Schreibers Benti, der mit seiner tollpatschigen Art immer wieder etwas Spannung und auch den ein oder anderen Schmunzler mit beiträgt.
Ich hätte auch gerne daneben gesessen als Tudjahlijas Bemühungen um Gold so unsagbar zwecklos endeten und sein Vater von Ramses fast schon mit Gold bedrängt wurde. Aber lest selbst wie es dazu kam.
Überhaupt tauchen im Laufe der Handlung sehr viele Personen auf aber ich habe nie den Faden verloren, musste nicht noch mal nachlesen wer zu wem gehört und dafür gibt es von mir noch einen Extrapunkt.
Die Beschreibungen Ägyptens haben mich beim Lesen schnell in eine andere Welt entführt und das trug auch dazu bei, dass ich das Buch schlecht aus der Hand legen konnte – ich wollte unbedingt wissen wie es weiter geht. Ich habe das Buch in einer Woche durchgelesen, für mich eher ein sehr langsames Lesetempo. Allerdings ist nicht der Schreibstil daran schuld, der nämlich sehr flüssig ist, sondern meine allgemeine Tagesplanung und so bin ich nun doch etwas traurig aus Ägypten „zurückkehren“ zu müssen. Natürlich nur vorerst, denn der zweite Teil „Das Vermächtnis der Amazonen“ wartet bereits im Buchregal.
Im Nachwort finden sich noch etliche interessante Informationen, die darüber informieren wie viel Fiktion in diesem Buch steckt.

13.07. - 26.07. Iny Lorentz: Die Löwin

Im Mittelpunkt dieser Erzählung von Iny Lorentz steht wieder einmal eine junge, starke Frau die vor Gefahren nicht zurückschreckt.
Caterina, Tochter einer Italienerin und eines deutschen Söldnerführers, flieht vor ihrem Nachbarn, der sie zwingen möchte seinen Sohn Botho zu heiraten. Ihre Flucht führt sie nach Italien wo sie hofft ihren Vater und ihren Bruder zu finden. Doch als sie Italien erreicht muss sie erfahren, dass die beiden ermordet wurden. Fortan ist sie die Erbin des väterlichen Söldnerheers.
Ihre Vetter Fabrizio zeigt großes Interesse an dem Heer, doch kann sie ihm ihr Vertrauen nicht schenken und übernimmt selbst die Stelle an der Spitze. Unterstützt wird sie dabei von der ehemaligen Mätresse ihres Vaters…

„Die Löwin“ zeichnet sich durch einen spannenden Erzählstil aus. Die vielen Namen in dem Buch sind etwas verwirrend aber aus diesem Grunde beinhaltet es auch eine komplette Namensliste, was ich sehr zu schätzen wusste. Caterina zeigt sich leidenschaftlich, ängstlich und klug wenn es um Strategien geht ihre Gegner auszuschalten.
Da hier die Politik sehr im Vordergrund steht ist es eigentlich kein „typisches“ Iny Lorentz – Buch aber trotzdem durchaus lesenswert.