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Magenverkleinerung

Herzgedanke ganz privat

Magenverkleinerung – Was solltest du alles VOR der Operation bedenken!

Als ich 2011 entschied mich einer Magenverkleinerung zu unterziehen, habe ich das getan aus Angst heraus die 40 nicht mehr auf der Geburtstagstorte zu sehen.
By the way – hab ich trotzdem nicht, da ich meinen 40. auf Kreta unter Palmen am Pool verbrachte, jedoch war ich mir sehr wohl an diesem Tag bewusst, dass ich eine fantastische Chance bekommen hatte. Nämlich die Chance ZU LEBEN!
Vorher stand für mich immer nur die Frage im Raum, wie lange ich einen BMI von über 60 noch (er)tragen kann, weiter mit den Blicken meiner Mitmenschen und den tagtäglichen Einschränkungen leben will und wohin mich mein krankhaftes Essverhalten noch führen würde.
Ich hatte nie Zweifel daran, dass dieser Weg für mich der richtige ist und war in meinem Inneren so gefestigt und zielsicher, dass ich mir mit meiner eigenen inneren Ruhe offensichtlich die Monate des MMK selbst Kraft und vor allen Dingen Mut gemacht habe. Kennst ihr die Kraft der positiven Gedanken? Ich bin mir sicher, dass diese Kraft bei mir gewirkt hat. Mein Mantra
Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann.
Leo Tolstoi
gab mir Kraft psychologische Gutachten zu überstehen, mich zum Sport zu motivieren und ja, manchmal trocknete es sogar Tränen. Beispielsweise als ich zum wiederholten Male einen Restaurantbesuch mit Freunden ablehnen musste, aus Angst nicht in die Stühle zu passen.
Ich habe mich nie gefragt wie es wohl wäre. Ich konnte meinen Weg immer nur im positiven Licht sehen und nach meiner Schlauchmagen-Operation blieb es das auch – lange Zeit. Aber ich musste mich im Juni 2017 einer erneuten Operation unterziehen. Mein Reflux war so stark geworden, dass mir mein Professor zum Magenbypass riet.
Meine Lebensmittelunverträglichkeiten wurden seitdem zu einer täglichen Herausforderung. Fleisch zu essen ist seitdem oftmals mit Schmerzen, Unwohlsein und Gänsehaut am ganzen Körper verbunden. Ich friere ständig! Meine Haare fallen immer mal wieder aus, obwohl meine Werte im grünen Bereich sind. Ich leide unter akutem Eisenmangel und vertrage keine Eisentabletten. Ab Januar bekomme ich Infusionen.
Ja, ich bereue meine zweite Operation – die ich machen lassen musste! Ich wusste mit meinem Schlauchmagen woran ich bin und war gut mit mir im Reinen. Seit Sommer 2017 habe ich täglich Probleme mit dem Essen, mein Gewicht geht ständig rauf und runter – da ich mehr essen kann als vor dieser zweiten (Magenbypass)Operation und ich muss gerade sehr kämpfen nicht in alte Muster zu fallen.
Ich habe mich daher bei Weight Watchers angemeldet, eine psychosomatische ReHa beantragt und bin gewillt wieder aktiver zu werden. Es wird dazu ab sofort auch monatliche Updates geben. Ihr dürft mir gerne ab und an eine Erinnerung schicken. 😉
Und genau diese Einschränkungen sind es, die mich dazu bewogen haben diesen Artikel zu verfassen. Er richtet sich an alle, die noch VOR der Operation stehen. Welche Beeinträchtigungen kommen bei einer Magenverkleinerung gegebenenfalls auf dich zu? Mit welchen Veränderungen solltest du rechnen!

Fragt euch bitte nicht nur vor einer Magenverkleinerung, ob ihr

– bereit für ein neues, schlankeres Leben seid.
– startklar für mehr Fitness seid.
– Angst vor der Operation habt.
– diesen Weg als letzte Chance seht.
– bereit seid euer Leben KOMPLETT und RADIKAL zu ändern.

Sondern auch, ob ihr bereit seit (unter Umständen!)

– täglich Supplemente zu euch zu nehmen.
– auf euer Lieblingsessen zu verzichten.
– eventuell Lactose-intolerant oder / und allergisch auf Weißmehle  zu werden.
– mit schlaffer Haut zu leben und / oder mit etlichen Narben am ganzen Körper.
– für eventuelle Nachfolgeoperationen.
– euch gegebenenfalls mit dem Thema Suchtverlagerung zu beschäftigen!
– im schlimmsten Falle mit ständigen Durchfällen zu leben.
– eventuell auftretende Komplikationen bei / nach der Operation zu ertragen.
– im schlimmsten Falle zu sterben!
– Heißhungerattacken abzuwehren, denn der Kopf wird nicht operiert! Die Gedanken ans Essen werden dich weiter begleiten, wenn du dich nicht aktiv damit auseinandersetzt!
Diese Beispiele KÖNNEN auftreten und sind äußerst selten, aber sie sollten ebenfalls überdacht werden!
P.S. Ich würde diesen Weg jederzeit wieder gehen. Mit allen Einschränkungen  und Herausforderungen, denn in meinem alten Leben gab es davon bei Weitem mehr.
Ich wünsche euch allen die richtige Entscheidung – für euch!