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Gastrezension

Gastrezension

Gastrezension von Claudia: Maya Seidensticker – Röhrenjeans und Schulterpolster

Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Loewe; Auflage: 1 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3785578841

 
Dieses Buch ist so süß, ja wirklich, ich hatte genau DAS Gefühl, als ich es zugemacht habe. Und mir war ganz glitzrig vor den Augen…
aber der Reihe nach:
Das Buch ist ein Jugendbuch, das war mir gar nicht so klar. Es geht um Mode, das allerdings dachte ich mir anhand des Titels, und dass es um die legendären 80er geht wusste ich. Und es scheint eine Reihe zu werden, was mich besonders freut.
Kurz zum Inhalt: Lucy träumt von Mode, ihre ältere Schwester Hanna lebt diesen Traum schon, denn sie studiert bereits an der elitären und bekannten Modeschule Bernstein, einem Internat. Lucy hat die Chance, ebenfalls einen der begehrten wenigen Studienplätze zu bekommen, wenn sie die Aufnahmeprüfung besteht. Das Thema: Die Mode der 80er, ihre Gegnerin: Lucys ehrgeizige und intrigante Zimmergenossin.
Es entbrennt ein Wettstreit, in dem auch mit unlauteren Mitteln gekämpft wird. Und es gibt eine Zeitreisetaschenuhr. Und logisch: einige amüsante Zeitreisen.
Mein Leseeindruck:
Ich mochte die Protagonisten, mir gefiel der geschwisterliche Zusammenhalt der Schwestern sehr gut. Beide sind ausgesprochen sympathische Hauptfiguren und ich freue mich auf ein Wieder-Lesen. Auch die Nebenfiguren werden ausreichend und, ihren Rollen entsprechend sympathisch oder eben nicht, dargestellt. In den 80ern war ich Teenager, vielen herzlichen Dank an die Autorinnen, die unter dem Pseudonym Maya Seidensticker schreiben, dass sie mir die bunten, schrillen und teilweise schrecklichen Bilder wieder ins Gedächtnis gerufen haben. Achselhaare… ich musste mich schütteln als ich das gelesen habe. Vokuhila und Schnauzer, der Gymnastikanzug über der Leggings… *grusel* Telefone mit Wählscheibe und die Frage, wie man sich früher verabredet hat, so ohne Handy… die ich mir auch schon gestellt habe. Die Autorinnen haben die Zeit und die Mode wunderbar detailgetreu dargestellt und auf den Punkt getroffen.
Das Thema Zeitreise ist für mich als absoluten Fantasy-Legastheniker sehr gut und verständlich gelöst, das konnte sogar ich mir vorstellen. Es gibt der Geschichte die besondere Würze.
Fazit:
Nachdem ich mich eingelesen hatte, ging es ruckzuck und leider war das Buch viel zu schnell zu Ende. Der Schreibstil ist humorvoll, leicht und locker. Vielen Dank, wie oft habe ich herzhaft gegrinst, und wie oft hab ich gedacht: “OMG, stimmt ja… so war das!“ Ich freue mich auf die nächsten Erlebnisse von Lucy und Hanna und werde diese Buchreihe ganz sicher im Auge behalten.
Einziger Kritikpunkt: Lucys Zimmergenossin ist mir mit ihren Betrügereien und Gemeinheiten einfach zu unbestraft davongekommen, das Ende hätte ich mir eindeutiger gewünscht. Aber vielleicht hat das ja einen Grund und löst sich im nächsten Buch.
„we love Fashion – Röhrenjeans und Schulterpolster“ bekommt von mir eine Leseempfehlung. Wahrscheinlich jedoch eher für wirklich junge Leser oder eben für solche „alten 80er“ wie mich.
Deswegen vergebe ich 4,5 von 5 Hintern
Danke für die Gastrezension von Claudias Buchstabenhimmel
 
 

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Gastrezension von Katharina: Andrea Bannert – Clyátomon, Die Schlacht um die versunkenen Reiche

Clyátomon – Die Schlacht um die versunkenen Reiche von Andrea Bannert
Eine mystische Unterwasserwelt voller Legenden, melodischer und Antik anmutender Namen und phantastischer Wesen, Orte und Geschehnisse – das ist es, was das Buch „Clyátomon – Schlacht um die versunkenen Reiche“ von Andrea Bannert ausmacht.
Gemeinsam mit den drei Studenten Adreas, Marc und Manuela, die zunächst ein ganz normales Leben führen, das dann aber während einer Reise nach Gran Caniara jäh auf den Kopf gestellt wird, taucht der Leser ab in die versunkenen Reiche. Dort erlebt er, wie verheerend der Machthunger der Menschen sein kann, denn die drei versunkenen Reiche befinden sich seit nunmehr 21 Jahren in einem grausamen Krieg um den verlorenen Clyátomon – den Stein, der seinem Träger eine beinahe unermessliche Kraft verleiht. Andreas, Marc und Manuela spielen mit einem Schlag eine tragende Rolle in dieser Schlacht und erfahren währenddessen einiges über sich selbst und ihre Vergangenheit. Kann es ihnen gelingen rechtzeitig den Clyátomon zu finden? Eine spannende Reise beginnt.
Ich persönlich muss sagen, dass ich auf den ersten paar Seiten ein wenig skeptisch war, was aber auch daran liegen mag, dass ich einfach schon zu viele Fantasy Bücher gelesen habe. Die Skepsis hat sich jedoch schnell gelegt, denn die drei Protagonisten konnte man recht schnell ins Herz schließen und in die liebevoll und detailreich gestaltete Unterwasserwelt taucht man im wahrsten Sinne des Wortes schnell ein. So wie ich am Anfang gezweifelt habe, ob ich das Buch wirklich lesen möchte, so schwer ist es mir am Ende gefallen es wieder aus der Hand zu legen. Es ist eben nicht nur einer der unzähligen Mythen rund um Atlantis, die von den Meermenschen in den versunkenen Reichen eh nur müde belächelt werden.
Andrea Bannert gelingt mit „Clyátomon – Schlacht um die versunkenen Reiche“ ein durchaus sehr lesenswertes Buch, das besonders an Reiz gewinnt, wenn man es am Strand sitzend und mit den Füßen im Meer liest. Super geeignet als Urlaubslektüre, oder aber auch für alle, die sich zu Hause nach Meer und Wasser sehnen!
Katharina Fiedler

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Gastrezension von Stephanie: Amanda Knox – Zeit gehört zu werden

Ich glaube, dass ich noch nie so voreingenommen von einem Buch war. Ich kannte die Geschichte von Amanda Knox nur aus den Medien. Für mich war sie „Der Engel mit den Eisaugen“
Amanda möchte in Italien Sprachen studieren und geht nach 2007 Perugia. Sie findet eine tolle WG. Unten wohnen vier Jungs aus Italien, oben 4 Mädels, Laura und Filomena aus Italien, Meredith aus England und Amanda aus den USA.
Man versteht sich gut, hin und wieder sitzt man auch zwanglos zusammen. Laura und Filomena sind beide berufstätig. Meredith und Amanda unternehmen zwar auch etwas miteinander, haben aber andre Freundeskreise. Am 02.Novemver 2007 wird Meredith ermordet in der WG aufgefunden. Bestialisch ermordet und vergewaltigt.
Im Dezember 2009 werden Amanda und ihr Freund Raffaele in einem reinen Indizienprozess zu 26 bzw. 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein weiterer Angeklagter war bereits zuvor zu 30 Jahren verurteilt worden. Sie sollen im Drogenrausch gehandelt und dabei ihre Fantasien ausgelebt haben.
Sie erzählt in diesem Buch Ihre Geschichte, wie sie sie erlebt hat. Was mit ihr passiert ist, wie sie reingelegt wurde aber auch wie naiv sie war.
Staatsanwaltschaft und Polizei haben eine eigene Geschichte entwickelt, damit sie Mediengerecht dargestellt werden konnte. Es gab so viele Vorverurteilungen, von denen auch ich mich nicht freisprechen kann.
Man bekommt Angst und Bange, wenn die Behörden wirklich so schlampig gearbeitet haben und nur darauf bedacht waren, dass sie (die Behörden) gut dastehen. Hauptsache man hat der Masse Schuldige präsentiert.
Es ist nicht zu glauben, dass in einem Rechtsstaat so gehandelt wird oder wurde. Das Richter und Schöffen dieses unsaubere Spiel nicht durchschaut haben oder es nicht wollten.
Der leitende  Staatsanwalt wurde  wegen in einem vorherigen Fall wegen Amtsmissbrauch sogar zu 16 Monaten verurteilt, da er Zeugen beeinflusst hatte.
2010 wurde dem Berufungsverfahren statt gegeben und 2011 konnten Amanda und Raffaele als freie Menschen das Gericht verlassen.
2014 soll der Fall eventuell neu aufgerollt werden.
Ich kannte der Fall auch nur aus den Medien und war voreingenommen, denn wer kommt den auf die absurde Idee, dass so viele Dinge von den Anklägern manipuliert wurde? Ich dachte bei den ersten Seiten zuerst, sie lügt, sie möchte sich als naives junges Mädchen darstellen. Ich bin geschockt, wie einer jungen Frau 4 Jahre ihres Lebens gestohlen wurde (abgesehen davon, dass Meredith sterben musste).
Wie schnell eine Vorverteilung geschieht und die Masse daran glaubt.
Nach 475 Seiten, denke ich anders….D
Das Buch ist absolut empfehlenswert.
©Stephanie Entner

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Gastrezension von Tanja: Andrea Bannert – Clyátomon, Die Schlacht um die versunkenen Reiche

Zum Inhalt: Andreas, Marc und Manuela lernen sich an der Uni kennen. Bei einem gemeinsam besuchten Tauchkurs auf Gran Canaria stellt sich heraus, dass sie noch mehr Gemeinsamkeiten haben als nur, die gemeinsame Uni zu besuchen: sie haben alle am selben Tag Geburtstag, sind alle drei Waisenkinder und fühlen sich an Wasser wohler als an Land, wo sie seit geraumer Zeit gesundheitliche Probleme haben, die im Wasser nicht mehr auftreten. Im Gegenteil – im Wasser entwickeln sie erstaunliche Fähigkeiten – sie können länger tauchen als die anderen Kommolitonen, sie können schneller schwimmen und zu guter Letzt wachsen ihnen auch noch Schwimmhäute. Bei einem gemeinsamen nächtlichen Schwimmen werden Manuela und Marc von Andreas getrennt, den sie gemeinsam suchen und dabei die wundersame Unterwasserwelt, die in drei Reiche aufgeteilt ist, kennenlernen. Es stellt sich heraus, dass die Drei Meermenschen sind. Die drei Reiche führen Krieg gegeneinander um den sagenumwobenen Stein Clyátomon und es ist an Andreas, Marc und Manuela den Frieden in der Unterwasserwelt wieder herzustellen, in dem sie den Stein finden und vernichten.
Mein Fazit: das Buch liest sich flüssig – hier und da sind die Charaktere nicht genau gezeichnet, manche Handlungsstränge könnten ausgefeilter sein, aber es ist spannend und bringt einen immer wieder dazu, weiter lesen zu wollen. Dennoch empfinde ich das Buch als durchschnittlich: die Geschichte ist eine Mischung aus „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“, aber alles bleibt so angehaucht – es fehlt der Feinschliff und die Ideen sind nicht neu. Und die Kommasetzung ist eine Katastrophe, manchmal fehlt ein Wort – hier hätte jemand mal genauer drüber lesen sollen. Und wer denkt, dass die Geschichte wirklich etwas über Atlantis beinhaltet, der wird sicherlich enttäuscht sein – es wird zwar mal erwähnt, dass die versunkenen Reiche Atlantis darstellen sollen, aber von dessen Mysterium kommt aber auch wirklich gar nichts rüber. Dennoch ist es eine kurzweilige Geschichte mit Unterhaltungswert.
© Tanja Griesenauer

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Gastrezension von Susanne: Sabine Ludwigs – Meine Seele weiß von dir

Ich durfte das Buch einer Schriftstellerin lesen, die quasi hier bei mir um die Ecke wohnt.
Das Buch handelt von einer jungen Frau, Sina-Mareen, die fast ertrunken wäre und sich nur noch daran erinnern kann wie dieser Moment des Ertrinkens sich für sie anfühlte. So sehr sie sich auch bemüht, sie kann sich an nichts erinnern.
Ihre einzige “Schutzburg” ist immer wieder ein Kleiderschrank, zuerst im Krankenhaus in dem sie nach ihrem nächtlichen Badeunfall eingeliefert wurde und schließlich auch zuhause.
Immer wenn es ihr schlecht geht oder sie einfach nur ihren Gedanken freien Lauf lassen möchte, flüchtet sie sich wieder in einen Schrank.
Ihr Mann, Leander, den sie nicht als diesen erkennt, besucht sie im Krankenhaus und er erzählt ihr auch aus ihrem Leben, doch Sina erinnert sich an nichts.
Sie verliebt sich aber sofort in Leander und als sie entlassen wird begreift sie nicht, warum sie getrennt leben.
Sie lernt ihre Schwester Lisa neu kennen und auch ihre Verwandtschaft und Freunde sowie ihre Haushälterin und hofft, dass sie irgendwo endlich wieder aus ihrer Amnesie befreit wird.
Lisa hilft ihr in der ersten Zeit und erzählt Sina aus ihrem Leben.
Sina begreift, dass sie nun ein anderer Mensch als  vorher sein muss, sie entdeckt sich neu und wundert sich über die alte Sina, die eher unnahbar war und wohl auch nicht so beliebt.
Sie versucht herauszubekommen, was passiert ist und warum sie fast ertrunken wäre und forscht selber anhand ihres Telefonregisters und den Aussagen ihrer Schwester und Haushälterin nach, wie die einzelnen Personen in ihr Leben passen.
Sie ist verliebt in ihren Mann, der ihre Liebe aber nicht erwidert, der auch aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen ist und dem sie nur ab und zu begegnet bzw. im TV sieht, denn Leander hat eine eigene Late-Night-Show.
Sie erfährt bei einem Familientreffen, dass sie schwanger war und dass sie angeblich abgetrieben hat, was die neue Sina von sich aber nicht glauben mag, dass sie dazu in der Lage wäre.
Sie lernt ihre Familie wieder neu kennen, kann sich absolut an nichts erinnern und alle Leute, denen sie wieder begegnet, merken, dass sie sich positiv verändert hat.
Nach und nach kommen Erinnerungsfetzen, aber Sina möchte sich an alles erinnern.
In einem Augenblick, wo sie nicht darüber nachdenkt und nur Pralinen essen möchte, kommt die ganze Erinnerung geballt zurück und Sina erschrickt sich vor ihrem eigenen Handeln.
Sie offenbart sich Leander, der mittlerweile wieder vergeben ist und sie möchte, dass er sie versteht und zu ihr zurückkommt. Zuerst fangen die beiden an, sich wieder zu finden, aber als Sina sich seiner wieder ganz sicher ist, zieht sich Leander komplett zurück. Sie versucht das Kapitel Leander zu schließen, kann ihren Mann aber nicht vergessen.
Sie zieht aus dem gemeinsamen Haus aus um wieder Platz für ihn zu machen und sich neu zu orientieren.
Als sie sich schließlich mit ihrer neuen Umgebung und ihrem neuen Zuhause und Leben abgefunden hat, steht Leander wieder vor ihrer Tür….ein neues Leben zu zweit beginnt.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben, man findet sich in der Zeit zurecht, als wenn es letzte Woche hier in der Umgebung irgendwo stattgefunden hätte.
Die Schriftstellerin liebt es kleinste Details aufzuführen und man sieht alles vor seinem geistigen Auge…manchmal nerven die Details aber doch ein wenig, weil es einem unwichtig scheint und man sie als Seitenfüller ansieht, so z.b. voll ausgeschriebene Telefonnummern, wo ich schon versucht war zu testen, ob es den Anschluss wohl wirklich gibt und wenn ja, ob es bei den Leuten wohl nun öfters klingelt, oder sind es gar die Nummer der Autorin ???
Auf jeden Fall ein Buch, das man nicht nach den ersten Seiten in die Ecke legt, sondern wo man schon den Ausgang wissen möchte und das sich zu lesen gelohnt hat.
© Susanne Lindner