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Rezensionen

Rezensionen/ Unterhaltung & Roman

Brigitte Riebe – Die Schwestern vom Ku’damm: Jahre des Aufbaus (Enthält Werbung)

Die Schwestern vom Ku’damm von Brigitte Riebe ©Rowohlt

„Die Schwestern vom Ku’damm: Jahre des Aufbaus“ ist der erste Teil einer Trilogie rund um die Schwestern Rike, Silvie und Florentine, die nach dem Berlin in Trümmern liegt alle Kraft zusammennehmen, um das einst so stolze Familienunternehmen wieder aufzubauen.

Im ersten Teil geht es vorrangig um Rike, die sich den Problemen der neuen Zeit stellen muss, trotz Hunger und Kälte. Wir lernen eine gewissenhafte junge Frau kennen, die Notlagen erkennt, tatkräftig handelt und die sich nichts sehnlicher wünscht als Halt und Zuspruch.

Diesen bekommt sie bei ihrem Onkel Carl, der für sie mehr ist als ein Familienmitglied. Er ist ihr Freund, ihr Vertrauter und vielleicht auch ihr Vater!? Denn mit diesem Verdacht muss Rike leben, seit dem sie das Erbe ihres Großvaters angetreten hat, denn sein letzter Brief an sie lässt vage Vermutungen offen.
Rike forscht in alten Zeiten – ohne den neuen weiterhin ins Auge zu sehen. Sie kämpft hart für den Neuaufbau des Modehauses Thalheim, auch wenn sie dabei die ein oder andere Lüge anwenden muss, um sich und ihr Erbe zu schützen!

Brigitte Riebe gelingt mit diesem Auftaktband eine spannende Zeitreise durch die Nachkriegsjahre von Berlin. Sie lässt historische Ereignisse wie beispielsweise die Prozesse gegen die Hauptkriegsverbrecher oder den ersten Kostümball seit Kriegsende, bei dem 81 Menschen verbrannten einfließen und schafft somit ein Bild dieser Zeit, welches so vielfältig ist, wie das Leben eben damals war!

Hinweis: Wer hier jedoch eine Geschichte von bitterer Armut erwartet, ist mit dieser Trilogie nicht gut bedient, denn bei allem Kampf ums Überleben muss man eingestehen, dass die Schwestern schon sehr viel Glück im Nachkriegschaos hatten. Zumindest machte es auf mich den Eindruck, dass ihnen sehr viel zufiel.

So konnten sie zwei ihrer Nähmaschinen retten und damit Stück für Stück wieder mit der Arbeit beginnen.
Hunger ist selbstverständlich auch immer wieder ein Thema, aber vieles geht ihnen doch sehr gut von der Hand und sie haben zahlreiche gute Kontakte, die ihnen oft helfen nach vorn blicken zu können!
Wen historische Ereignisse und die beginnende Teilung von Ost und West interessieren, der ist jedoch mit dieser Lektüre sehr gut beraten. Brigitte Riebe versteht es sehr gekonnt Fakten und Fiktion zu einer spannenden Geschichte zu verweben.

Mir hat der Auftakt sehr gut gefallen, gerade in Bezug auf die drei verschiedenen Charaktere der Schwestern und ich habe bereits den zweiten Teil beginnen können, der sich offenbar mehr mit Silvie befasst. Auf weitere Lesestunden freue ich mich sehr!
©Ricarda Ohligschläger

Direkt zur Leseprobe bei Rowohlt

Wer Interesse an dem Buch hat, darf mir gerne einen Kommentar hier im Blog hinterlassen. Am 08.10.2019 werde ich dann auslosen!
Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanke ich mich herzlich bei Brigitte Riebe.

Die Aktion endet am 08.10.2019 um 22 Uhr.
Der Gewinner wird per Losverfahren durch Zufallsgenerator ermittelt und spätestens am 10.10.2019 hier bekanntgegeben.
Teilnehmen dürfen Personen ab 18 Jahre.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung oder ein Tausch des Gewinns ist nicht möglich.
Der Versand per Post findet nur innerhalb Deutschland statt!
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Rezensionen/ Unterhaltung & Roman

Anna McPartlin – Für immer Rabbit Hayes (Enthält Werbung)

Für immer Rabbit Hayes von Anna McPartlin ©Rowohlt

„Für immer Rabbit Hayes“ ist die Fortsetzung des 2015 erschienen Romans Die letzten Tage von Rabbit Hayes.

Rabbit Hayes ist tot….

, aber in ihrer Familie lebt sie weiter!

Anna McPartlin hat mit dieser Fortsetzung etwas ganz Wunderbares geschaffen, denn wie sonst ist es zu erklären, dass ich nach 4 Jahren sofort wieder das Gefühl hatte bei der Familie Hayes zu Gast zu sein!? McPartlin hat die Familie neu zusammengewürfelt, wachsen aber auch verletzlicher werden lassen und damit neue Facetten an jedem einzelnen Familienmitglied gezeigt.

Molly und Jack entzweien sich plötzlich, obwohl sie den jeweils anderen sehr vermissen. Doch sie kämpfen füreinander und einer der beiden Sturköpfe muss plötzlich einsehen, dass man nicht immer mit einer großen Klappe weiterkommt.
Manchmal muss man Fehler eben auch zugeben und nachgeben können!

Grace wird ganz verrückt vor Angst, weil sie das krebsauslösende Gen in sich trägt und kurzerhand einen einschneidenden Weg beschreitet. Ihre Schwester fehlt ihr und auch ihr Mann, der alles tut um seiner Frau eine Stütze zu sein. Dabei ist so viel Liebe im Spiel, dass man sie durch die Zeilen schon fast greifen kann – ein unglaublich schöner Part in diesem Buch. So gefühlvoll, so emotional und so beispielhaft. Ich habe mit Grace gezittert, gelacht und natürlich auch geweint.

Die größte Wandlung jedoch macht jedoch Davey mit, denn plötzlich ist er nicht nur Onkel, sondern noch viel mehr. Er wächst an den neuen Herausforderungen, wird sanfter, seßhafter und vor allen Dingen entdeckt er noch eine Leidenschaft neben der Musik – Marjorie.
Und die zwei sorgen dabei richtig für Herzklopfen! McPartlin hat hierbei mit soviel Gefühl geschrieben, so einfühlsam und gerade so, als wenn sie daneben sitzen würde. Mir ist beim Lesen regelrecht das Herz aufgegangen. Es war wie selbst noch einmal frisch verliebt zu sein und jeder, der diese Zeilen liest, weiß was ich meine.

Anna McPartlin schreibt in „Für immer Rabbit Hayes“ wie das Leben ist: sanftmütig, wild, mit viel Gefühl und voller Überraschungen. Ihre Zeilen sind ein Sog, der zu Tränen rührt, zum Lachen bringt und manchmal hinterlässt er auch die Erkenntnis, dass nach jeder schlimmen Phase wieder Hoffnung keimen kann.

Ich empfehle jedem dieses Buch, der vielleicht gerade eine schwierige Zeit durchmacht und einen kleinen Lichtblick braucht.
©Ricarda Ohligschläger

Direkt zur Leseprobe bei Rowohlt

Wer Interesse an dem Buch hat, darf mir gerne einen Kommentar hier im Blog hinterlassen. Am 04.10.2019 werde ich dann auslosen!
Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanke ich mich herzlich bei Rowohlt.

Die Aktion endet am 04.10.2019 um 22 Uhr.
Der Gewinner wird per Losverfahren durch Zufallsgenerator ermittelt und spätestens am 06.10.2019 hier bekanntgegeben.
Teilnehmen dürfen Personen ab 18 Jahre.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung oder ein Tausch des Gewinns ist nicht möglich.
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Rezensionen/ Rezensionen Sachbuch

Lena Schnabl – Meine Suche nach dem Nichts (Enthält Werbung)

Meine Suche nach dem Nichts von Lena Schnabl © Goldmann – Ein Erfahrungsbericht über den japanischen Jakobsweg auf der Insel Shikoku

Der Jakobsweg ist für mich persönlich ein ganz faszinierendes Thema, da ich ebenfalls gerne wandere und meine Grenzen austeste. Meine längste Strecke liegt jedoch weit entfernt von einem Jakobsweg, aber ich finde es unglaublich motivierend und inspirierend welche Erfahrungen Menschen machen, die ihn gehen: Pilger!

Lena Schnabl ist so eine Pilgerin, die nach einer längeren Krankheit beschließt ganze 1300 Kilometern den japanischen Jakobsweg zu gehen. Abseits von großen Städten und Menschenmassen verläuft dieser Pfad auf der Insel Shikoku und beinhaltet 88 Tempel, die zum Innehalten, Ruhe tanken und natürlich ausruhen einladen. Lena betritt sie alle und damit auch ein bisschen sich selbst.

Sie läuft über Berge, klettert über matschige Pfade und stellt sich spontan unter riesige Wasserfälle. Aber sie flucht, weint und hadert auch. Doch selbst ihre schmerzenden Blasen können sie nicht davon abhalten sich wieder zu finden.

Lena Schnabl hat mich mit ihrem Sachbuch „Meine Suche nach dem Nichts“ sehr gut unterhalten auf ihrer Reise und ich habe viel über Japan und die Kultur kennengelernt. Sie berichtet verständlich über Rituale, japanische Eigenheiten und Zeremonien. Ihre Begegnungen mit den Menschen auf ihrer Reise sind eindrucksvoll, manchmal traurig und an anderer Stelle musste ich wiederum laut lachen. Ich hätte auch sehr gerne gewusst, was aus R. geworden ist, den sie mit so viel Empathie beschrieben hat, dass man ihn einfach mögen muss.

Wer sich diesen Roman vorstellt wie den Erfahrungsbericht von Hape Kerkeling in „Ich bin dann mal weg„, den muss ich enttäuschen, denn die Journalistin hat einen ganz anderen Schreibstil. Aber die beiden Wege unterscheiden sich meines Wissens nach dieser Lektüre so sehr, dass man sie gar nicht vergleichen kann.

Das begeistert mich total, denn wenn ich persönlich an den Jakobsweg denke, dann immer nur an die raue und schöne Landschaft in Richtung Santiago de Compostela. Schnabl zeigt, dass es auch anders geht und am beeindruckendsten war für mich dabei, dass dieser Unterschied bereits beim Outfit beginnt.

Was Lena Schnabl auf ihrem Weg gefunden hat, habe ich leider nicht herauslesen können und persönlich war mir der Schluss etwas zu komprimiert. Ich hatte den Eindruck, dass ihr entweder die Zeit fehlte das Buch fertigzustellen oder ihr fiel partout nichts mehr ein.

Daher vergebe ich nur 4 Sterne von 5.
©Ricarda Ohligschläger

Eine Leseprobe zum vorgestellten Erfahrungsbericht findet ihr unter folgendem Link: Lena Schnabl – Meine Suche nach dem Nichts

Rezensionen/ Rezensionen Krimis/Thriller

Andreas Winkelmann – Die Lieferung – (Enthält Werbung)

Dass ich ein großer Fan von Andreas Winkelmann bin, weiß wohl mit Sicherheit jeder, der diesen Blog aufmerksam verfolgt. Jedes Mal aufs Neue zieht er mich mit seinem Schreibstil in den Bann und lässt mich die ein oder andere Nacht durchlesen.

Die Lieferung von Andreas Winkelmann

Wie groß war also die Freude als ich vom ROWOHLT Verlag diese eine besondere Lieferung erhielt, die mein Herz direkt höher schlagen ließ. Vielleicht ist es ein bisschen verrückt, wenn man so ein Buch auf dem Tisch liegen hat wie eine tickende Zeitbombe. Kennt ihr das? Wenn ihr nur darauf hofft, dass die Kinder ganz früh schlafen gehen, man sich schon Chips und Getränke bereitstellt um nach den ersten Seiten bloß nicht noch einmal vom gemütlichen Sofa aufstehen zu müssen und die halbe Nacht durchlesen zu können.

Es wurde jedoch keine halbe Nacht, sondern nur ein paar Stunden, denn ich lese sehr schnell und Winkelmanns Schreibstil erlaubt es einem sowies0 nicht, die Lektüre wenn auch nur kurz aus der Hand zu legen. Zu groß ist die Gefahr etwas zu verpassen, obwohl Worte sehr geduldig sind – aber das von mir beschriebene Gefühl kennt wohl jeder, der seine Bücher kennt.

Die Lieferung von Andreas Winkelmann

Andreas Winkelmann weiß gar nicht was er mit seiner Leserschaft anstellt, oder doch? Er ist ein Genie, ein Spannungskünstler ohne Gleichen und obwohl er mir persönlich manchmal sehr gerne etwas ausschweifender und detaillierter werden könnte, packt er mich immer und immer wieder an meinen Nerven, die von Anfang bis Ende zum Zerreißen gespannt sind.

Sein Hang für – sagen wir mal – verrückte und psychotische Protagonisten ist faszinierend und ich habe langsam aber Sicher die Vermutung, dass er sich auch sehr zu Wäldern, Natur und besonders einsamen Gegenden hingezogen fühlt. Wahrscheinlich geht er deshalb auch so gerne wandern und bestimmt kommt er hier auf die ein oder andere wahnsinnige Idee.

In „Die Lieferung“ hat er es mit einem Täter zu tun, der von frühester Kindheit an als Außenseiter und Störenfried gilt. Geborgenheit, Liebe und Freundschaft sind ihm fremd. So verrennt er sich in eine Fantasiewelt in der er sich selbst über alle erhebt und das auf sehr perfide und grausame Art und Weise. Trotzdem ist man irgendwie geneigt ihn zu bedauern, denn tief im Innern ist er ein Kind geblieben, welches sich nach Liebe sehnt. Dieser Charakter hat seinen ganz besonderen dunklen Charme, der die Handlung umso intensiver machte.

Die Lieferung von Andreas Winkelmann

Drum herum baut Winkelmann sehr sympathische Ermittler auf, die ich eh schon in mein Herz geschlossen habe und ich hoffe, dass der Hamburger Polizeikommissar Jens Kerner und seine Kollegin Rebecca mir noch mehrmals begegnen. Die Perspektivwechsel sind perfekt gesetzt und auch auf Überraschungsmomente dürfen sich Leser von „Die Lieferung“* freuen.

Danke Andreas Winkelmann für „Die Lieferung“, die ich an dieser Stelle sehr gerne weiterempfehle.

#werbung

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Rezensionen/ Rezensionen Krimis/Thriller

Don Winslow – Jahre des Jägers

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Dies ist der dritte Teil rund um den Drogenkrieg zwischen der USA und Mexiko von Don Winslow, erschienen bei Droemer Knaur:

Art Keller ist zurück und Adán Barrera ist tot. Hinterlassen hat er tausende Opfer, die dem Kartellkrieg zum Opfer gefallen sind. Ein Drittel der Bevölkerung leidet an posttraumatischen Balastungsstörungen und nicht selten steigen Fußgänger einfach nur noch über die Drogentoten, die auf den Straßen liegen. Ein Stadtzentrum ist in Juuárez nicht mehr vorhanden – ausgestorben, im wahrsten Sinne des Wortes!

Während der Beerdigung des Totgesagten beginnt bereits der Kampf um seine Nachfolge.
Das Sinaloa-Kartell ist mächtiger den je geworden. Immer mehr Drogen werden in die Vereinigten Staaten verschoben. Doch der unfassbare Reichtum kommt nicht mehr nur durch Marihuana und Kokain zustande, sondern durch Heroin.

Währenddessen steigt Art Keller – mittlerweile mit Marisol verheiratet – zum Direktor der Drug Enforcement Administration auf und sein ganzer Fokus liegt auf dem Sinaloa-Kartell.

Jahre des Jägers von Don Winslow © Droemer Knaur

„Jahre des Jägers“ ist nach den Bestsellern „Tage der Toten“ und „Das Kartell“ das furiose Finale des Epos über den mexikanisch-amerikanischen Drogenkrieg des Thriller-Autors Don Winslow. Wieder geht es um Macht, Gier und Heldentum, und erneut erschüttert Don Winslow mit realistischer Grausamkeit.

Wie sehr dieser Roman wirklich an der Realität und vor allen Dingen an der politischen Rolle des Weißen Hauses geschrieben ist, muss jeder für sich entscheiden. Für mich stellt er ein bisschen eine Abrechnung dar. Eine Gratwanderung zwischen harten Fakten und Fiktion.
Wollte Winslow hier seine Meinung kundtun und hat das Buch dazu genutzt? Wir werden es nie erfahren.
Im Gegensatz zum zweiten Teil muss ich sagen, dass hier einige Längen vorliegen, die sich mehr mit den Nebenfiguren auseinandersetzen statt mit Keller, der seinen Kampf gegen das Kartell nun mehr und mehr vom Schreibtisch ausfechtet. Ich vermisse hierbei ein paar spannende Jagden.

Jedoch ist auch dieser Teil wieder ein sehr abwechslungsreich und lässt so manche Emotion beim Lesen hochkochen. Das Geschäft mit den Drogen in den USA ist nun mal grausam und erfordert viele Opfer. Wer sich für realitätsnahe Storys rund um den Drogenkrieg und den Kampf dagegen interessiert ist hier absolut gut beraten und ihm wird es an Spannung nicht fehlen. Winslow überzeugt wie auch in zweiten Teil „Das Kartell“ mit nüchterner Sprache und unzähligen Überraschungsmomenten. Sein Schreibstil mag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber ich muss zugeben, dass er mich mehr und mehr begeistert hat. Lediglich hätte ich mir gewünscht, dass er so manche Nebenfigur nicht ganz so vordergründig behandelt. Dadurch blieben andere Figuren etwas auf der Strecke, die meines Erachtens viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.

Jahre des Jägers von Don Winslow © Droemer Knaur

Für mich war es auf jeden Fall eine tolle Erfahrung einmal in ein anderes Genre abzutauchen, mich auf etwas Neues einzulassen und ich wurde dafür mit einem überwältigenden Epos mit Bestsellerstatus belohnt.  Daher möchte ich auch meine uneingeschränkte Empfehlung für die Reihe aus der Verlagsgruppe Droemer Knaur aussprechen.

Jahre des Jägers von Don Winslow © Droemer Knaur