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Rezensionen

Rezensionen/ Rezensionen Sachbuch

Melanie Pignitter – Federleicht

Federleicht von Melanie Pignitter
Federleicht von Melanie Pignitter

Federleicht von Melanie Pignitter – Copyright – Goldegg Verlag

Melanie Pignitter ist Dipl.Mentaltrainerin, Selbstliebe-Mentorin und Postcasterinn und erreicht mit ihrem Mentalblog mehr als 5 Millionen Menschen.

Wenn sich dein Leben manchmal sehr belastend anfühlt und dir vieles zu viel wird, dann empfehle ich dir von Herzen dieses Buch, denn Pignitter hat DIE Strategien um sich von allem Ballast zu trennen.

Wir alle haben diese Freunde, die uns mehr belasten als uns guttun, die Erinnerungen die eher schmerzen als lächeln lassen oder die Angewohnheiten, die den Alltag belasten.

Mit diesem Sachbuch bekommt man hilfreiche Strategien zur Hand, diese loszulassen und inneren Freiraum zu schaffen. Dabei helfen kleine Checklisten zur Priorisierung, die hilfreich durch dieses Buch führen, welches in mehrere kleine Kapitel eingeteilt ist.

Dabei wird immer wieder ein Blick in die Vergangenheit gewagt, der aufzeigt WARUM uns viele Dinge so belasten und warum wir sie nicht loslassen WOLLEN.

Besonders die kleinen Tools zum Mitarbeiten in dem Buch haben mir sehr geholfen, manches aufzuarbeiten und neu anzugehen. Seite für Seite gibt es AHA-Momente ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger!

Die Autorin lässt in FEDERLEICHT auch eigene Erfahrungen nicht zu kurz kommen und zeigt an Beispielen, wie bestimmte Lebenserfahrungen das weitere Leben beeinflussen können.

Das Buch bietet sich an zum immer-wieder-in-dieHand-nehmen, als Geschenk und für mentale Krisen, in denen man ein bisschen Perspektivwechsel braucht. Ich selbst wende die Strategien auch bezgl. meiner Ernährung an, denn ich habe Verhaltensmuster, die ich gerne loswerden möchte, weil sie mich belasten.

Dieses Buch ist mir dabei eine große Hilfe!

©Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik

Katharina Herzog – Wie Träume im Sommerwind

Katharina-herzog

Von der Ostsee nach Südengland – eine große Liebe und ein Geheimnis, das zwischen zwei Schwestern steht.

Es ist ein bezaubernder Ort – der Rosenhof auf Usedom, der sich seit Generationen im Besitz der Familie Jung befindet. Anders als ihre Schwester hat es Emilia auf der Ostseeinsel nach der Schule aber nicht mehr ausgehalten, und sie ist nach Paris gegangen.
Doch dann hat Clara einen schweren Autounfall und bittet ausgerechnet sie, sich um ihre beiden Kinder zu kümmern. Emilia ist mit dieser Aufgabe vollkommen überfordert. Außerdem steht die Rosengärtnerei kurz vor der Insolvenz. Als sie herausfindet, dass ihre Schwester nach Kent reisen wollte, um dort nach Wegen zu suchen, den Familienbetrieb zu retten, fliegt sie zusammen mit Claras bestem Freund Josh und ihrer rebellischen 13jährigen Nichte Lizzy ins Land der Rosen. Ihre Reise führt die drei vom berühmten Sissinghurst Garden über die Domstadt Canterbury bis zu dem kleinen Küstendorf St. Margaret´s at Cliffe.
Emilia stößt dabei nicht nur auf eine verschollen geglaubte Rose, sondern auch auf die Geschichte einer großen, verbotenen Liebe. Und auch lange vergessene Gefühle für Josh erwachten erneut …
(Quelle: amazon)

Ich möchte euch heute gerne diesen wundervollen Roman der Autorin Katharina Herzog empfehlen, der mich vor ein paar Tagen total verzaubert hat. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass dies mein erster Roman der Autorin ist. Dabei schreibt sie sooo schön, dass man direkt mir ihren Zeilen davonfliegen möchte. Mich hat die Geschichte rund um Emilia und Clara vo Beginn an total gefesselt und begeistert.

Der Titel lässt ein bisschen Kitsch vermuten, aber es ist eine wunderschöne Geschichte rund um schmerzhafteste Verluste, Rückschläge und unerfüllte Sehnsüchte. Dabei habe ich mich wunderbar in die Protagonisten einfüllen können und ich mochte diese kleinen Rückblicke, die manche Situationen noch greifbarer machten.

Es geht in „Wie Träume im Sommerwind” um die Frage, was Glück ist, um den Zusammenhalt in der Familie, Freundschaft, die Liebe und vor allen Dingen um Zuversicht.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch, dass Katharina Herzog mich total für Rosen begeistern konnte und ich das Gefühl hatte sofort in den Garten gehen zu wollen, um dort Rosen zu pflanzen. Sie findet einfach viele schöne Bilder, die sie ihren Leser:innen mitgibt.

Für mich ist „Wie Träume im Sommerwind” eines der Highlights in diesem Frühjahr und es hat mir eine ganz neue Autorin offenbart, von der ich zukünftig noch mehr lesen werde!
©Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Historische Romane

Anne Stern – Fräulein Gold – (Die Hebamme von Berlin, Band 1 – 3)

Anne Stern - Fräulein Gold

1922: Hulda Gold ist gewitzt und unerschrocken und im Viertel äußerst beliebt. Durch ihre Hausbesuche begegnet die Hebamme den unterschiedlichsten Menschen, wobei ihr das Schicksal der Frauen besonders am Herzen liegt. Der Große Krieg hat tiefe Wunden hinterlassen, und die junge Republik ist zwar von Aufbruchsstimmung, aber auch von bitterer Armut geprägt. Hulda neigt durch ihre engagierte Art dazu, sich selbst in Schwierigkeiten zu bringen. Zumal sie bei ihrer Arbeit nicht nur neuem Leben begegnet, sondern auch dem Tod. Im berüchtigten Bülowbogen, einem der vielen Elendsviertel der Stadt, kümmert sich Hulda um eine Schwangere. Die junge Frau ist erschüttert, weil man ihre Nachbarin tot im Landwehrkanal gefunden hat. Ein tragischer Unfall. Aber wieso interessiert sich der undurchsichtige Kriminalkommissar Karl North für den Fall? Hulda stellt Nachforschungen an und gerät dabei immer tiefer in die Abgründe einer Stadt, in der Schatten und Licht dicht beieinanderliegen.
(Kurzbeschreibung laut amazon)

Ich möchte euch heute sehr gerne diese Reihe um eine junge, vorwitzige Hebamme im Berlin der  1920er Jahre wärmstens ans Herz legen und erlaube mir direkt Teil 1 bis 3 zu besprechen. Ich habe alle Teile hintereinander regelrecht inhaliert und lasse euch gerne dann teilnehmen warum.

Zuerst sei gesagt, dass mir die Reihe von Rowohlt ans Herz gelegt wurde und der Verlag durchaus mittlerweile weiß, welche Themen ich bevorzuge und da haben sie absolut ins Schwarze getroffen!

Hulda Gold ist eine junge Hebamme, die in den Straßen Berlins ihr Geld als Hebamme verdient und somit Zugang zu vielen Familien hat. Dementsprechend intensiv wird sie konfrontiert mit Armut, persönlichen Schicksalen und dem Tod. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl Hilda schon eine Weile zu kennen und auch ihr persönliches Schicksal wird immer wieder angerissen.
Nach der Trennung ihrer Eltern verfällt die Mutter immer mehr in Depressionen und die Familie zerbricht komplett. Zum Auftakt der Buchreihe ist die Mutter bereits verstorben und zum Vater hat Hulda, die jüdischer Abstammung ist, wenig Kontakt.

Ihr zentraler Ort ist der Winterfeldtplatz, an dem sie auch wohnt und dort Freundschaft mit dem Zeitungsverkäufer Bert schließt.
Durch einen Mordfall lernt sie Karl North kennen und beginnt mit ihm eine Beziehung. Ihre offensichtlich große Liebe Felix Winter hat sie verlassen. Die Beweggründe klären sich im Laufe der Handlung immer mehr auf. Hin und wieder hat man den Eindruck, es gäbe für die beiden ein Happy End, jedoch sind Felix politische Ansichten immer weniger mit Huldas Abstammung vereinbar und so kommt es hier zu Konflikten.

Karl North ist von Hulda von Anfang an fasziniert, zumal sie ein Gespür für Tragödien zu haben scheint. Jedoch hatte ich am Ende der drei Bände den Eindruck, dass die größte Tragödie Karl selbst ist…
Jedoch fand ich seine Figur trotzdem ebenso spannend gezeichnet wie Hulda oder Bert. Sein Schicksal ging mir sehr nahe und zeigt was eine lieblose Kindheit – auch heute noch – mit einem Menschen anrichten kann.

Hulda steckt ihr hübsches Näschen zum Glück immer wieder in Mord, Entführung und ungeklärte Todesfälle. Diese Vorfälle sind spannend gezeichnet und das Ermittlerpaar aus Kommissar und Hebamme ist eine interessante Mischung, die seinesgleichen sucht.

Die Charaktere habe ich geliebt und freue mich auf weitere Bände des Saga. Sie sind facettenreich gezeichnet, mit Schwächen, dunklen Geheimnissen und ihren ganz persönlichen Geschichten. Besonders Berts Schicksal ist mir in Band 3 sehr ans Herz gegangen und auch um Karl muss man sich große Sorgen machen, aber vielleicht gibt hier Band 4 ein bisschen Hoffnung, der im November erscheinen wird.

Für mich ist diese Reihe ein wahrer Lesegenuss gewesen. Mit spannenden Wendungen, unzähligen historischen Eindrücken und ich hatte immer wieder das alte Berlin vor Augen. Anne Stern schafft es hervorragend ihre Leser in das historische Treiben, den zunehmenden Judenhass und das Elend der Menschen zu bringen.

Auch die Arbeit der Hebamme kam nicht zu kurz und wurde interessant und detailliert geschildert. Wer also Krimis mag, ist mit dieser Reihe genau so gut bedient wie Fans historischer Romane.

©Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Historische Romane

Teresa Simon – Glückskinder

Glückskinder von Teresa Simon - Cover: Heyne

München 1945. Auf dem Schwarzmarkt in der Möhlstraße treffen sich alle, die nach Glück und ein wenig Leben suchen. Nylons, Kaffee, Schokolade und Schmuck wechseln hier die Besitzer. Auch Toni, die ihr Zuhause verloren hat und nun bei ihrer Tante Vev wohnt, versucht, auf dem Schwarzmarkt das Nötigste für die Familie zu organisieren. Als sie die Holländerin Griet kennenlernt, spürt Toni zunächst eine tiefe Abneigung. Sie ahnt nicht, dass Griet eine schwere Zeit hinter sich hat, über die sie nie wieder sprechen möchte. Sie könnten einander helfen. Doch das geht nur, wenn sie ehrlich zueinander sind und ihre Vorurteile überwinden …

Glückskinder von Teresa Simon - Cover: Heyne

Glückskinder von Teresa Simon – Cover: Heyne

Glückskinder von Teresa Simon entführt seine Leser in eine schwere Zeit und doch ist es eine Geschichte, die voller Hoffnung ist.

Ein sehr emotionaler Roman, über Schicksal und gleichzeitig eine Geschichtsstunde, die es so noch nicht gab.
Man schreibt das Jahr 1945: Toni und Griet versuchen in den Nachkriegswirren Lebensmittel und mehr auf dem Schwarzmarkt zu ergattern. Jeden Tag kämpfen sie ums nackte Überleben – gequält von Hunger, Kälte und Not.
Niemand ahnt jedoch, dass Griet eine ganz besondere Vergangenheit hat und für die junge Frau sind manche Begegnungen gleichzeitig schmerzhafte Erinnerungen. Sie muss sich der Vergangenheit stellen und macht dabei auch Bekanntschaft mit der Liebe.

Und Toni? Auch sie kämpft mit dem ein oder anderen Rückschlag, mit Verrat und der Einsicht, dass nicht alles Gold ist was glänzt.

Glückskinder: Roman
829 Bewertungen
Glückskinder: Roman
  • Simon, Teresa (Autor)
Die Lilienbraut: Roman
474 Bewertungen
Die Lilienbraut: Roman
  • Simon, Teresa (Autor)

Die Geschichte der Menschen wird spannend und authentisch erzählt. Die Geschehnisse rund um den Schwarzmarkt haben mich sehr beeindruckt und gepackt. Vieles war mir neu und ich habe oft mit den Protagonisten mitgezittert.
Zahlreiche zeitgeschichtliche Ereignisse wurden geschickt in die Story eingeflochten, was die Ereignisse noch realistischer erscheinen ließ. Kein Wunder, denn die Autorin hat Geschichte studiert und ist daher eine meiner Lieblingsautorinnen, da sie Zeitgeschehen immer wieder aufs Neue lebendig werden lässt.

Sie lässt das alltägliche Leben interessant mit einfließen und oftmals sind es die kleinen Dinge, die sie dabei nicht vergessen lässt. Kaltes Wasser, kaum Kleidung, hartes oder gar kein Brot – Teresa Simin lässt uns bewusst werden, dass wir trotz allem in einer guten Zeit leben.

Alles in Allem erneut ein sehr bewegender Roman über Zusammenhalt in der Not, Freundschaft und Familienbande, die auch die schlimmsten Krisen überstehen.

Bisher habe ich alle Romane von Teresa Simon gelesen und auch GLÜCKSKINDER kann ich wieder wärmstens empfehlen!
©Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik

Ines Thorn – Die Buchhändlerin

Ines Thorn - Die Buchhändlerin

Die Geschichte einer starken Frau, Liebe und Literatur in den 1940er Jahren.
Frankfurt, kurz nach dem 2. Weltkrieg: Christa bricht enttäuscht ihr Germanistikstudium ab, weil sie als Frau an der Universität nicht für voll genommen wird. Zunächst aus Verlegenheit fängt sie an, in der Buchhandlung ihres Onkels auszuhelfen, die dieser nach der Enteignung durch die Nationalsozialisten nun wieder aufbaut. Bald schon wird das Bücherverkaufen für Christa zur Passion – und die Buchhandlung zu einem Ort, an dem sich Gleichgesinnte treffen, an dem Freundschaften entstehen und sogar Liebe. Doch noch sind die Wunden der Kriegszeit nicht verheilt, und Christa muss all ihre Klugheit und Tatkraft einsetzen, um die Buchhandlung und ihr eigenes Glück zu bewahren….(Kurzbeschreibung laut Amazon)

Ines Thorn - Die Buchhändlerin

Ines Thorn – Die Buchhändlerin

Ines Thorn wurde 1964 in Leipzig geboren. Nach einer Lehre als Buchhändlerin studierte sie Germanistik, Slawistik und Kulturphilosophie. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und schreibt seit langem erfolgreich historische Romane. (Quelle: Rowohlt.de)

Ines Thorn hat mich bisher mit historischen Romanen verzaubert. Schon da begeisterte sie mich mit facettenreichen Figuren und glaubwürdigen Szenerien.

Dieser Roman spielt kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges und erzählt die Geschichte von Christa, die nichts mehr möchte als ihre eigenen Entscheidungen treffen zu dürfen. Germanistik studieren – das ist ihr Traum, doch schnell wird dieser zu einem Desaster, denn Frauen sind kurz nach dem Krieg an der Universität weder gerne gesehen noch akzeptabel. Und so wird aus dem großen Plan zu studieren schnell eine Katastrophe, denn die Professoren übergehen Frauen nicht nur, sondern missachten sie regelrecht.

Doch Christa lässt sich nicht unterkriegen und kämpft weiterhin für ihren Traum. Jedoch hält das Schicksal noch einige Überraschungen für sie bereit. So muss sie sich bald zwischen eigenen Wünschen und einer sicheren Zukunft für Heinz, dem Findelkind entscheiden. Glücklicherweise stehen ihr Freunde mit Rat und Tat zur Seite und Christa spürt bald, dass manchmal Dinge zwar anders laufen als erhofft, aber dafür nicht schlecht sein müssen!

Christa ist eine unfassbar starke Persönlichkeit und Ines Thorn hat in “Die Buchhändlerin“ viele gesellschaftliche Konflikte der damaligen Zeit einfließen lassen. Nicht nur, dass es Frauen kurz nach dem Krieg noch schwer gemacht wurde zu studieren, sondern auch Homosexualität und ungewollte Schwangerschaften sind ein Thema. Wie froh können wir doch sein im Heute und Jetzt zu leben!

Das gesellschaftliche Bild zeichnet Thorn besonders gut in den Figuren der Frau Klein, die sich offenbar als Gutmensch betrachtet, jedoch zu NS-zeiten kein gutes Haar an ihren Nachbarn ließ. Und auch Christas Mutter Helene ist ein Abbild der damaligen Zeit: Ihre Regeln sehen vor, dass die Tochter auf die Bräuteschule geht und sonst nichts! Mich hat das sehr fasziniert und ich konnte mich intensiv in die Gedankenwelt Christas Mutter einfühlen. zwar engstirnig aber für die Nachkriegszeit sehr, sehr glaubwürdig dargestellt.

In allem hat mir das Buch so gut gefallen, dass ich es direkt in einem durch gelesen habe. Ines Thorn überzeugt durch bezaubernde, vielfältige Figuren, eine spannende, mitreißende Geschichte mit einigen Überraschungen und einem glaubwürdigen Bild der damaligen Zeit.
©Ricarda Ohligschläger