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Rezensionen Belletristik

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik/ Unterhaltung & Roman

Ella Dove – Fünf Wörter für Glück inkl. Gewinnspiel

Dieser Beitrag enthält Werbung!

Ein Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, und ein Buch mit einer tief berührenden und lebensbejahenden Botschaft. Die Endzwanzigerin Heidi versucht, sich in London als Schauspielerin zu etablieren – und endlich ihr Singledasein zu beenden, bislang beides erfolglos. Dann verändert ein schwerer Unfall von einem Tag auf den anderen alles. Ihr Leben liegt in Scherben. In der Rehaklinik trifft sie die 80-jährige Maud, deren Lebensfreude, Weisheit und Optimismus ansteckend wirken. Maud hat einen Enkel, Jack, der Heidi immer wieder aus der Reserve zu locken versucht. Denn er hat eine Idee, wie sie wieder ins Leben zurückfinden kann: ein Fünf-Punkte-Plan zum Glück. Doch kann Heidi das wagen, wenn sie sich am liebsten für immer verstecken würde? Und traut sie sich, Jack zu sagen, dass er schon längst mehr für sie ist als ein Freund? (Kurzbeschreibung von Amazon.de)

Fünf Wörter für Glück von Ella Dove ©Rowohlt

Ella Dove schreibt als Journalistin für Magazine wie Red, Prima und Modern Housekeeping. Im Jahr 2015 absolvierte sie den Curtis Brown Novel Writing Course. Mit nur 25 Jahren verlor sie selbst durch einen Unfall ihr Bein. Dieses Erlebnis verarbeitet sie in Form einer Therapie und natürlich auch ihrem Aufenthalt in einer Rehaklinik. Viele Teile ihres Romans sind ihrer persönlichen Genesung und der körperlichen Entwicklung nachempfunden, auch wenn ihre Hauptfigur durch und durch fiktional ist. Eineinhalb Jahre nach ihrem Unfall wurde sie angesprochen ob sie nicht Lust hätte ein Buch darüber zu schreiben und das war die Geburtsstunde von „Fünf Wörter für Glück“.

Wow!, Gott sei Dank kann ich nur sagen. Ich bin so glücklich, dass dieses Buch geschrieben wurde und meiner Meinung gehört es zu all den Ratgebern, die Hoffnung, Mut und Kraft geben sollen, denn dieses Buch schenkt nicht nur diese drei Dinge, sondern es schafft neue Blickwinkel auf scheinbar ausweglose Situationen.

Heidi ist nach ihrem Unfall voller Verzweiflung und Mutlosigkeit und man möchte sie in den Arm nehmen, um ihren Schmerz zu lindern, aber zuerst einmal muss sie selbst die Kraft finden, diese Hilfe anzunehmen. Ihre Familie ist ihr zum Glück eine große Hilfe. Bis zur Erschöpfung tun sie alles Mögliche um ihre Sorgen und Zukunftsängste zu lindern.
Diese Eindrücke fand ich sehr bereichernd für dieses Buch, denn an einem so tragischen Unfall  sind viele Opfer beteiligt.
Nicht nur die Verletzte, sondern ebenso Familienangehörige. So wird im Buch beschrieben wie sich Heidis Schwester voller Verzweiflung in ihre Hochzeitsvorbereitungen stürzt, der Vater versucht jede Arbeit anzunehmen, um seiner Tochter finanziell Sicherheit zu geben und Heidis Mitbewohner überdenkt offensichtlich sein ganzes bisheriges Leben. Ella Dove vereint alle Beteiligten in diesem Buch und das fand ich persönlich wunderbar und authentisch.

Genau so real empfand ich den Alltag in der Rehaklinik. Die kleinen Fortschritte, die Gedanken und die schwindende Kraft nach einem weniger erfolgreichen Tag, aber natürlich auch die kleinen und großen Erfolge. Auch Wut lässt Ella Dove mit einfließen. Wut auf Patienten, die nichts aus ihrem Schicksal gelernt haben und die weiter Raubbau mit ihrer Gesundheit treiben. Das fand ich absolut nachvollziehbar, denn diese Patienten hätten durchaus ihr Schicksal abwenden können.

„Fünf Wörter für Glück“ ist eine Hommage an die Hoffnung. Es zeigt wie schnell sich das Leben ändern kann und das wir Gesundheit nicht als selbstverständlich hinnehmen sollten. Es berührt, regt zum Nachdenken an und schenkt Mut auch in der schlimmsten Zeit an das eigene Potenzial zu glauben.
©Ricarda Ohligschläger

Du interessiert dich für dieses Buch? Dann findest du hier die LESEPROBE!

Wer Interesse an dem Buch hat, darf mir gerne einen Kommentar hier im Blog hinterlassen. Die Aktion endet am 26.01.2020
Für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanke ich mich herzlich bei Rowohlt.

Das Buch wurde bereits verlost und Helke R. benachrichtigt. Herzlichen Glückwunsch!

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Virginia Macgregor – Der Junge, der mit dem Herzen sah (Enthält Werbung)

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Schon lange suchte ich nach einem Buch, mit dessen Hilfe mir endlich wieder einmal mein Herz weit, weit geöffnet werden würde. Eines zum Träumen, Hoffnung haben und ein bisschen zum Verlieben.

All das fand ich wieder Erwarten in „Der Junge, der mit dem Herzen sah“ , denn was anfangs traurig und emotional sehr aufrührend war, entpuppte sich als eine Geschichte, die mich lehrte immer zuzuhören, mit vollem Herzen hinzusehen, die Hoffnung nicht aufzugeben und ab und an auch mal ein bisschen außer der Reihe zu tanzen – gegen jede Regel!

Virginia Macgregor erzählt von Milo, dessen Augenlicht nach und nach immer weniger wird und der aus diesem Grund gezwungen ist immer ganz genau hinzuschauen. Tatkräftig unterstützt wird er dabei von seinem Hausschwein Hamlet und einigen etwas eigensinnigen Erwachsenen, die alle ihre Erfahrungen dazusagen.

Tripi zum Beispiel, der als Einwanderer nicht auffallen darf, das er keine Aufenthaltsgenehmigung hat oder Clouds, der Detektiv.

Sie alle helfen Milo bei einem Einsatz, der für ihn eine Herzensangelegenheit ist und für seine Grandma noch viel mehr. Dabei entdecken sie alle, dass Freundschaft keine Altersgrenze kennt, Liebe keine Hindernisse und, dass man mit dem Herzen mehr sehen kann, wenn man es nur will.

Ich habe Milo total in mein Herz geschlossen. Und all die anderen Figuren, die abwechselnd zu Wort kommen und so den Leser an ihren Emotionen teil haben lassen.
Macgregor hat sehr viel zwischen die Zeilen gepackt, sodass man dieses Buch nicht nur lesen muss, sondern auch fühlen – mit dem Herzen! Aber macht euch keine Sorgen. Das klappt. Auf ganz besondere Art und Weise.
Kurzum ist es eine wunderschöne Geschichte, dir ihr euch nicht entgegen lassen solltet!
©Ricarda Ohligschläger

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Teresa Simon – Die Oleanderfrauen

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Die Oleanderfrauen von Teresa Simon

Für mich gibt es nichts Schöneres als in ein Buch vollkommen abtauchen und mich auf der Stelle in die Hauptfiguren zu verlieben zu können. Doch was trägt eigentlich dazu bei in eine Geschichte gnadenlos in eine Geschichte zu versinken? Eine großartige Story alleine reicht wohl nicht. Viel eher ist es die Kraft der Worte, das Facettenreichtum der Figuren und ein mitreißender Schreibstil. Wie der von Teresa Simon.
Ihre Bücher eignen sich hervorragend für Leser, die bisher noch keine historischen Romane gelesen habe, da sie Vergangenheit und Gegenwart auf wundervolle Weise sehr kurzweilig vereint. Und auch alle anderen Leser begeistert sie damit erneut.
In „Die Oleanderfrauen“ erzählt Teresa Simon von der nicht standesgemäßen Liebe zwischen der verwöhnten Tochter des einflussreichen Kaffeebarons Terhoven und dem Sohn der Köchin Hannes Kröger.
Sophie Terhoven ahnt zu Beginn dieser Liebelei noch nichts von den Folgen für ihr ganzes Leben und erst recht nichts davon welche Geheimnisse dafür sorgen, dass diese Liebe niemals sein darf. Sie muss viel Durchhaltevermögen aufwenden, um ihr Leben in Freud und Leid zu meistern.
Immer an ihrer Seite ihr Freund Malte, dem seine Liebe zu Männern in dieser Zeit so manche Grausamkeit beschert!
Doch auch der Erzählstrang der Gegenwart beinhaltet viel Liebe, eine starke junge Frau und diverse Überraschungen. Beim Lesen bekommt man regelrecht Kaffeeduft in die Nase, da Jule ein kleines Kaffee hat und die Beschreibungen ihrer Arbeit sehr bildhaft beschrieben sind. Ich sah vor meinem inneren Auge die Kuchen und Törtchen aufgereiht stehen und fühlte mich sehr wohl in dieser heimeligen Atmosphäre.
Freundschaft wird in diesem Roman sehr groß geschrieben. Teresa Simon zeigt auf wozu man in der Lage ist, wenn man jemanden an der Seite hat, der ohne Nachzudenken für andere einsteht und sich selbst hinten anstellt. Nicht nur der Krieg wurde dadurch für Sophie Terhoven erträglicher, sondern auch viele andere Ereignisse, die ihr das Schicksal beschert hat.
Die Autorin zeigt jedoch ebenfalls, dass Freundschaft zwischen den Generationen genau so möglich ist. Jule profitiert nämlich in der Gegenwart durchaus von der Lebenserfahrung ihrer Freundin Johanna, die mir übrigens einer der Lieblingscharaktere war. Ihre ruhige Ausstrahlung und ihre unbändige Lust kreativ zu sein hat mich sehr begeistert.
Dieser Roman ist uneingeschränkt zu empfehlen, eine Mahnung daran andere Lebensweisen zu akzeptieren und ein großes Geschenk an alle, die gerne kurzweilig unterhalten werden.
Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Buch von Teresa Simon und hoffe, dass die Wartezeit nicht allzu lang ist.
©Ricarda Ohligschläger

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Anne Töpfer – Das Brombeerzimmer

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JuNo-Tage – das waren ganz besondere Sonntage! Solche, an denen Julian und Nora lange Spaziergänge unternommen haben und danach stundenlang in der Küche an neuen Marmeladenrezepten experimentiert haben. Die zwei waren verliebt wie am ersten Tag und Julian war ein ganz besonderer Mensch.

War!, denn ausgerechnet an einem JuNo-Tag verstarb Julian. Plötzliches Herzversagen hieß die Diagnose, die so viel Schmerz in Noras Leben bringt.
Einzig ihre Freundin Katharina und Watson, der Labrador, bringen etwas Lebensmut in Noras Leben.
Wenn da nicht der Brief von Julians Großtante wäre, die in der Vorpommerschen Boddenlandschaft lebt und ebenso eine Schwäche für Marmeladenrezepte hat. Denn genau dieser Brief wirbelt jede Menge Staub auf und lässt Nora neuen Lebensmut fassen.
Anne Töpfer ist das Pseudonym der Autorin Andrea Russo, die bereits mit mir zusammen Marmelade gekocht hat. Vielleicht ist „DAS BROMBEERZIMMER“ genau deshalb so authentisch, weil sie genau weiß wovon die schreibt.
In diesem Roman überrascht sie mit leisen Tönen zwischen kulinarischen Experimenten.
Vorrangig steht natürlich die Geschichte eines Familiengeheimnisses, dass Anne Töpfer verpackt hat in eine Mischung aus Ferienfeeling, Genuss und Familienzwistigkeiten. Selbstverständlich geht es auch um Gefühle wie Trauer, Schmerz, Abschiedsschmerz. Aber auch Freundschaft, Misstrauen und Veränderungen mischen sich diese spannungsvolle Geschichte, was mir sehr gefallen hat.

Das Brombeerzimmer von Anne Töpfer © Ricarda Ohligschläger


Töpfer wird dabei niemals kitschig oder driftet ab in Sentimentalitäten, sondern sie bleibt lebensnah, realistisch. Ihre Figuren agieren jederzeit nachvollziehbar. Ich habe dabei ganz besonders Mandy ins Herz geschlossen. Es würde mich nicht wundern, wenn es sie wirklich gibt.
Gespickt wird dieser wunderbare Roman durch die zahlreichen Landschaftsbeschreibungen und natürlich tolle Rezepte, die zum Nachmachen anregen.
Liebe Andrea, deinen „Gurko“ werde ich mit Sicherheit nachmachen. Aber zuvor möchte ich an dieser Stelle eine klare Kaufempfehlung für dieses Buch aussprechen. Es ist dir wieder einmal mehr gelungen mich mit Worten und gleichzeitig mit Genuss auf eine kleine Reise zu schicken!
©Ricarda Ohligschläger

 
 

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Annette Hennig – Floras Traum von rotem Oleander

Floras Traum vom roten Oleander von Annette Hennig © Tinte und Feder

Es gibt in jeder Menschs Leben solche Zeitgenossen, die mit nichts zufrieden sind, immer nach Höherem streben und sich eher die Zunge abbeißen würden als sich Fehler oder Schwächen einzugestehen. Im wahren Leben nerven mich solche Leute ungemein – im vorliegenden Buch fing ich an die Protagonistin zu hassen!
DAS, liebe Leser, ist aber keinesfalls ein Tadel, denn es ist der Beweis dafür, dass Annette Hennig ein ganz besonderes Talent hat unsympathische Hauptfiguren zu zeichnen.

Flora Hoffmann fühlt sich schon immer als etwas Besseres im Hause ihrer Mutter Elisabeth. Als Älteste von 6 Kindern hat sie es leid den Anordnungen der Eltern zu folgen, deren Armut hinzunehmen und ihre Zukunft stellt sie sich garantiert nicht so vor wie es ihrem Vater vorschwebt: als Ehefrau eines verarmten Arbeiters, die jeden Pfennig dreimal umdrehen muss.
Nein, Flora schwebt Reichtum vor. Am besten in einem großen Haus. Und dieses Haus hat sie mit ihren 19 Jahren bereits ins Auge gefasst: Die Villa der Familie von Langenberg!

Zielstrebig und mit gespielter Freundlichkeit schafft sie es kurze Zeit später dort eine Anstellung zu erhalten und im Nu hat sie nicht nur Diener Gustav, sondern ebenso den jungen Grafen Heinrich um den Finger gewickelt. Nur Gräfin von Langenberg durchschaut das Spiel des Mädchens aus einfachem Hause.
Flora Hoffmann ist wahrhaftig eine der Protagonisten mit denen man eine Art Hassliebe verbindet. Einerseits bewunderte ich ihre Zielstrebigkeit und ihren Mut, andererseits tat sie mir manches Mal schon leid. Denn so verbittert und negativ wie diese junge Frau erscheint blieb mir gar keine andere Wahl.

Meine Empfindungen für sie wurden jedoch auf eine harte Probe gestellt, als ihre Tochter Viola geboren wurde und ich als Mutter so gar nicht nachempfinden konnte, wie man sein eigenes Kind so verachten kann.
Vom Ehrgeiz zerfressen sorgt sie in Kriegszeiten dafür, dass sich der Reichtum der Familie sogar mehrt, doch die Liebe zu ihrem Kind und der Respekt ihres Mannes berührt indessen immer weniger ihr Herz.
Besonders nahe ging mir dabei die Szenerie als ihr Mann Heinrich aus dem Kriege nach Hause kehrte. Ja, in diesem Moment habe ich sie verachtet!

In FLORAS TRAUM VOM ROTEN OLEANDERerzählt Hennig die Geschichte der von Langenbergs auf zwei Zeitebenen. Einmal in den 40iger Jahren und dann in den 90ern. Mittlerweile ist Viola, die Tochter von Flora und Heinrich, eine fast 50jährige Frau auf der Suche nach der Vergangenheit. Kleine Einblicke lassen nur erahnen welches Familiengeheimnis sich da noch lüften wird und es gibt ein Wiedersehen mit liebgewordenen Hauptfiguren. Der Roman ist in sich nicht abgeschlossen, lässt viele Fragen offen und lässt vermuten, dass manche Figur nicht noch ein anderes Gesicht hat. Welche Rolle spielt Heinrich in Violas Leben und wo Lilly? Hat Flora die Wahrheit gesagt und ist sie wirklich so kaltherzig?

Annette Hennig hat mit ihrem packenden Schreibstil ein wahres Lesefieber entfacht

Diese Fragen werden sich hoffentlich in „Leilani – Die Blume des Himmels klären, das ich direkt im Anschluss lesen werde, denn Annette Hennig hat mit ihrem packenden Schreibstil so ein Lesefieber in mir entfacht, dass ich einfach weiterlesen MUSS. Ihre Art Geheimnisse zu verpacken und nur stückchenweise zu lüften, ihre Figuren zu zeichnen und ihnen Charakter einzuhauchen verdient ein riesiges Kompliment. Ich habe wirklich schon sehr, sehr viele Bücher gelesen aber dieses hier ist eine Familiengeschichte, die ihresgleichen sucht.

Ich habe Flora gehasst, bewundert und verflucht, freue mich auf die Fortsetzung und habe Angst sie gehen lassen zu müssen. Genau so stelle ich mir das für eine Familiengeschichte vor! Sie muss mich mitreißen, aufwühlen, glücklich machen und verzweifeln lassen – großes Kompliment an Annette Hennig und klare Leseempfehlung für euch!
©Ricarda Ohligschläger