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Anne Hertz

Wohnzimmerlesungen

Wohnzimmerlesung mit Wiebke Lorenz

Es gibt einige tolle Variationen Samstagabende zu verbringen. Fußball, Kino oder Extremcoaching. Eine andere und viel bessere Möglichkeit ist eine Wohnzimmerlesung. In meinem Falle war diese Lesung so spontan, dass ich bis Mittwoch vormittag selbst noch nichts davon wusste. Aber vielleicht war das auch besser so, weil ich sonst noch mehr schlaflose Nächte verbracht hätte. 😉
Nervös war ich so schon genug – selbst Valium hätte mich gestern nicht retten können.
Denn keine geringere als Wiebke Lorenz, das sprachbegabte Multitalent aus Hamburg, hat meiner Familie und Freunden gestern einen unvergesslichen Abend beschert.
Eingeladen hatte ich u. a. Blogfreunde, die ich schon sehr lange sehr gerne kennenlernen wollte. Leider war ihr Kommen Wiebkes und meiner Spontanität nicht gewachsen, aber wenigstens konnte ich Mandy und Iris in meiner Runde begrüßen, was mich sehr gefreut hat.
Nach und nach füllte sich demnach gestern mein Wohnzimmer und meine Aufregung wuchs und wuchs ins Unermessliche. So nervös war ich noch nicht einmal vor dem Standesamttermin.

Und dann kam sie endlich!! Die Begrüßung war herzlich und ich freute mich wahnsinnig Wiebke endlich persönlich kennenzulernen.
Im Gegensatz zu mir wuppte sie diesen Abend so locker und cool, dass sie meine Familie und Freunde in nullkommnichts um den kleinen Finger gewickelt hatte. Nach einer kleinen Anekdote aus einem stressigen Wiebke – Tag und der Verköstigung von Frikadellen und Sekt ging es dann los: Ich hielt endlich mein nervöses Mundwerk und Wiebke las.

Zuerst stellte sie “Goldstück” vor und im Laufe des Abends verriet sie uns, dass noch einiges auf die Anne Hertz – Fans zukommen wird und wie die sich Arbeit, zusammen mit Frauke gestaltet.

Auch “Allerliebste Schwester” fand großen Anklang und im Anschluss an die Lesung hatte Wiebke folglich noch einige Bücher zu signieren. Ich bin mir sicher, dass begeistertes Feedback folgen wird.

Eigentlich wollte ich euch noch viel mehr berichten, aber wie das so ist mit tollen Abenden – man erlebt so viel Schönes, dass man alles gar nicht wiedergeben kann. Wiebke erhielt im Anschluss noch ein kleines Dankeschön und beantwortete noch einige Fragen. Zu diesem Zeitpunkt hatte auch ich dann endlich begriffen, dass sie wirklich in meinem Wohnzimmer saß und konnte meine Hibbeligkeit endlich wenigstens etwas unter Kontrolle bringen. Sekt sei Dank.
Fast bis Mitternacht hielten wir durch, dann verabschiedeten sich Wiebke, Claudia, Mandy, Iris und Diana. Ich sichtete noch ein paar Fotos, irgendwann war das Wohnzimmer dann wieder leer und auch ich fiel glücklich aber totaaaaaaaaaal müde ins Bett.

Liebe Wiebke ich möchte dir an dieser Stelle noch einmal Danke sagen für diesen unvergesslichen Abend, den du trotz deines vollen Terminplanes möglich gemacht hast. Ich hoffe, dass es dir genau soviel Spaß gemacht hat wie uns allen. Ich werde noch eeeeeeeeeeeewig daran denken. Bleib so wie du bist, denn so mag ich dich!

Und an meine Gäste schicke ich ebenso ein großes Dankeschön, dass ihr da ward und diesen Abend mit mir geteilt habt.

P.S. Mein Puls inklusive Herzklopfen und Händezittern hat sich mittlerweile auch wieder beruhigt… 😉
Danke C., dass du Frikadellen gebraten hast, während ich shoppen war, um so meine Nervosität unter Kontrolle zu kriegen.

Rezensionen

Anne Hertz – Goldstück

Jung und hübsch, das ist Maike Schäfer. Doch leider ist sie nicht gerade das was man umgangssprachlich als knallharte Karrierefrau bezeichnet. Schon zum zweiten Mal hat sie ihr Examen vermasselt, ihr Freund lässt sie urplötzlich sitzen und dann versucht ihr Chef auch noch sie über den Tisch zu ziehen. Maikes einziger Lichtblick ist ihre Cousine Kiki. Erfolgreich als Coacherin und mit einem mustergültigen, offenen Ohr ausgestattet scheint ihr das Glück im Allgemeinen nur so zuzufliegen.
Dass man für sein Glück auch arbeiten muss lernt Maike erst, nachdem ihr Kiki während eines Selbstbemitleidungstrips den richtigen Pfad aufzeigt und plötzlich fühlt sie sich auf ganz besondere Weise mit dem Universum verbunden.
 Anne Hertz ist das Pseudonym der in Hamburg lebenden Schwestern Frauke Scheunemann und Wiebke Lorenz.
In ihrem neuen Roman „Goldstück“ dreht sich alles um die sagenumwobenen Glücksbestellungen beim Universum. Wer schon einmal diese Wünsche erfüllt bekommen hat, weiß wie überraschend wundersam sie wirken können und auch ich bin stolze Besitzerin eines Wunschkalenders.
Erst gestern wünschte ich mir ein bisschen Sonnenschein und siehe da, es klappte!
Maike wünscht sich natürlich völlig andere Dinge, aber auch diese werden ihr erfüllt. Was nicht immer pures Glück bedeutet.
Nein, „Goldstück“ beinhaltet auch eine große Portion Tragik und da bleibt mit Sicherheit kein Auge trocken. Ich hatte feuchte Augen und einen riesigen Kloß im Hals.
Zum Glück ist die Story auch mit humorvollen Episoden gespickt, gerade weil Maikes Leben so gar nicht perfekt ist.
Bisher hat mich jedes Werk der Schwestern begeistert und auch dieses empfehle ich uneingeschränkt weiter. Der Schreibstil ist locker und spritzig. Maike und Kiki wachsen einem sofort ans Herz und oftmals hat man den Wunsch in das Buch zu hüpfen, um mit dabei zu sein. (Ich sollte über die genaue Formulierung des Wunsches noch einmal nachdenken.)
Wenn sich das Autorinnen-Duo beim Schreiben gewünscht hat, eine gefühlvolle Romanze mit abwechslungsreichen Charakteren und dem gewissen Etwas zu zaubern, dann ist ihnen dieser Wunsch eindeutig erfüllt worden. Es bringt eben doch etwas seinen Wünschen Aufschwung zu geben.
Fazit: Ein „Goldstück“ fürs Herz – einfach wunderbar zu lesen.
© Ricarda Ohligschläger

Interviews mit Autoren

Interview mit Frauke Scheunemann

Frau Scheunemann, ich habe gesehen sie haben Jura studiert. Wie kommt man den von diesem eher nüchternen Stoff zum Schreiben von Romanen?
Jura hat auch sehr viel mit Sprache zu tun und dem Gefühl  dafür. Schließlich muss ein guter Anwalt zuallererst mit seinen Schriftsätzen überzeugen können und auch ein Urteil werden die Parteien eher akzeptieren, wenn sich der oder die Richterin verständlich ausdrückt. Also insofern: Jura ist nicht so fern, wie man vielleicht denkt. Aber noch dazu machte es mir immer mehr Spaß, mir Geschichten auszudenken als immer bei der Wahrheit zu bleiben.
 Wie schaffen Sie es überhaupt mit einer so großen Familie, 4 Kinder und Mann, noch zu schreiben?
Manchmal ist das schon stressig, ansonsten geht es mir wie allen anderen arbeitenden Müttern auch: ich schreibe, wenn die Kinder in Kita und Schule sind. Außerdem haben wir ein wirklich tolles Aupairmädchen. Und, last not least: Mein Mann ist ein sehr einsatzfreudiger Vater. Wenn es sein muss, übernimmt er die ganze Meute, damit ich Ruhe habe.  
Gibt es Autoren, die Sie als literarische Vorbilder bezeichnen würden? Was lesen Sie privat? Haben Sie einen Lieblingsbuch, wenn ja, welches?
Es gibt Autoren, die ich furchtbar gerne lese, auch wenn sie in einem ganz anderen Genre unterwegs sind. Da ist zum Beispiel Bernhard Schlink, von dem ich bisher alles gelesen habe, was mir unter die Finger gekommen ist. Und Agatha Christie ist für mich eine wahre Meisterin. 
Sie sind ja im Rheinland geboren. Haben Sie dort auch länger gelebt? Und ist es dann jetzt im Norden Deutschland nicht schwierig gewesen sich einzuleben?
Ich habe die ersten 19 Lebensjahre im Großraum Düsseldorf verbracht. Da unsere Mutter aber Lübeckerin ist, fanden unsere Urlaube häufig bei Oma und Opa an der Ostsee statt. Den Norden und die Mentalität seiner Menschen kannte ich also schon gut, bevor ich nach Hamburg zog.
Sie schreiben ja auch gemeinsam mit ihrer Schwester Bücher. Das stelle ich mir sehr schwierig vor. Gibt es da eine genaue Einteilung wer wofür zuständig ist, oder werden die Kapitel abwechselnd geschrieben? Ich kann mir das so gar nicht vorstellen. Gibt es manchmal auch Konflikte?
Am Anfang entwickeln wir gemeinsam die Geschichte und teilen sie nach Kapiteln auf. Die wiederum verteilen wir dann unter uns und schreiben gleichzeitig oder nacheinander. Wichtig ist, dass man sich immer wieder gegenseitig Korrektur liest und quasi lektoriert, so ist das Ganze dann aus einem Guss. Und: klar gibt´s auch Konflikte. Kreativ zusammenarbeiten ist manchmal die Hölle. Aber dafür ganz oft auch das Paradies.
Der Name “Anne Hertz” – ist dieser bewusst gewählt worden, weil unter diesem Namen Bücher veröffentlicht werden, die mit der Liebe zu tun haben (Herz)? Also ist der Name quasi “Programm”?
Exakt. Wiebke hatte für einen Sender eine Serienidee entwickelt, deren Protagonistin sie „Anna Herz“ genannt hatte. Aus der Serie wurde nichts, aber den Namen fanden wir beide so schön und so passend zum Genre, dass wir ihn als Pseudonym für uns wählten. Um es nicht allzu kitschig werden zu lassen, haben wir noch ein „t“ eingefügt und aus Anna wurde Anne.
Woher kam die Idee zu “Dackelblick”? Mögen Sie persönlich besonders gern Dackel? Oder wie kam es zu der Entscheidung einen Dackel als Helden dieses Buches zu wählen? Ging es wirklich speziell um diese Rasse oder ist die Entscheidung eher im passenden Titel begründet?
Ich bin ein wirklich großer Tier- und Hundefreund. Da habe ich mich schon öfter gefragt, was wohl so im Kopf von Tieren vorgehen mag. Denen müssen doch viele Sachen, die wir Menschen so tun und treiben, komplett verrückt vorkommen. Und unter allen Hunderassen mag ich den Rauhaardackel am liebsten. Das sind einfach tolle Hundepersönlichkeiten mit starkem Charakter.
Das Umschlagfoto ist ja allerliebst! Hatten Sie ein Mitspracherecht bei der Auswahl?
Ja, es gab mehrere Entwürfe, wobei uns dieser, der es dann ja auch geworden ist, alle spontan begeistert hat.
Die Inhaltsangabe lässt auf eine große Tierliebe schließen. Haben Sie selbst auch einen “treuen” Hund?
Als ich selbst ein Kind war und noch auf dem Land lebte, hatten wir immer Hunde. Jetzt passt es leider nicht, da wir mitten in der Stadt wohnen. Wir trösten uns mit zwei Kaninchen.
Meine Lieblingsszene in dem Buch ist die, als Herkules den Obdachlosen im Park für einen picknickenden Romantiker hält. Haben Sie ebenso eine Lieblingsstelle?
Hm, ich glaube, meine Lieblingsszene ist die, in der Herkules den Kater Beck aus dem Vogelkäfig befreit. Es ist der Beginn einer wundervollen Freundschaft. 
Ist “Dackelblick” ein Soloprojekt oder hat Ihre Schwester in irgendeiner Form daran mitgewirkt? War sie Testleserin?
Wenn die Definition für „Soloprojekt“ ist, dass der Autor es ohne jeden Input anderer Menschen umgesetzt hat, dann gibt es unter all den vielen Büchern wahrscheinlich kaum Soloprojekte. Denn natürlich bespricht man sich immer wieder mit anderen, wenn es um knifflige Handlungsstränge geht oder wenn man an irgendeiner Stelle mal „hängt“. Ich habe das große Glück, mit Wiebke jemanden an meiner Seite zu haben, der einen fantastischen Riecher für die richtige Dramaturgie und Inszenierung hat. Wenn ich sie also nicht ab und zu um Rat fragen würde, wäre ich ja bekloppt. Wenn die Definition für Soloprojekt allerdings die ist, dass man ein Buch ganz alleine schreibt, dann ist der Dackel ein solches. Als Testleserin habe ich Wiebke das Manuskript feierlich überreicht, als ich fertig war. Ich war natürlich sehr, sehr aufgeregt, wie sie es finden würde. Das Feedback war sehr positiv – und ich ganz stolz!
Spielt bei Einzelwerken auch die Neugier eine Rolle, wer von Ihnen beiden solo erfolgreicher ist?
Nein. Wenn man länger in der „Branche“ tätig ist, weiß man, dass ein Erfolg von sehr vielen Faktoren abhängt, die man als Autor kaum beeinflussen kann.
Ist es eigentlich sehr ungewohnt gewesen, plötzlich alleine zu schreiben und für alles alleine verantwortlich zu sein bzw. vermisst man die Schwester manchmal?
Es war natürlich ein bisschen ungewohnt. Wiebke hatte ja schon einige Bücher „allein“ geschrieben, für mich war das eine neue Erfahrung. Aber auch eine schöne! Und als Ratgeberin ist mir Wiebke ja nicht verloren gegangen.
Zusammen mit der Autorin Steffi von Wolff veranstalten Sie Comedylesungen. Wie kam dieses Projekt zustande und wie sieht so ein Abend aus?
Wir sind alle miteinander befreundet und auch Nachbarinnen. Da treffen uns sowieso gerne mal auf ein Gläschen. Das sind immer sehr lustige Abende und so dachten wir uns „hey, vielleicht sollten wir unsere Abende mal auf eine Bühne verlagern – möglicherweise gefällt das den Leuten“. Und so wurde “Wolff mit Hertz“ geboren, eine Comedy Lesung, bei der wir aus unseren Büchern lesen, gemeinsam dem Alkohol  frönen, gemeinsam lachen oder uns auch gegenseitig aufziehen und ärgern. Sehr unterhaltsam also – finde ich zumindest.
Sie gehen 2010 auf Lesereise. Wo kann man sie treffen? Trifft man sie auch auf den Buchmessen in Leipzig oder Frankfurt?
In Leipzig lese ich am 20. März um 20 Uhr in der Kaffeerösterei Ganos, Dittrichring 6. Ich bin das erste Mal auf der Leipziger Buchmesse, freue mich also schon sehr darauf. Die nächste Veranstaltung, die bestimmt sehr lustig wird, ist das Dackelrennen von Itzehoe:
 https://www.dackelrennen-itzehoe.de/ueber-das-dackelrennen
Dort lese ich im Anschluss an das Rennen um 16 Uhr im Kreismuseum. Was ich besonders schön finde: die Erlöse aus dem Rennen gehen an die Katzenhilfe – Herkules und Herr Beck wären begeistert! Ein weiteres Mal lese ich am 4. Mai in Goslar, in der Buchhandlung Böhnert. Und dann gibt es natürlich noch einige Lesungen als „Anne Hertz“ und „Wolff mit Hertz“. Sobald diese feststehen, kommen sie auf unsere Anne-Hertz-Homepage (www.anne-hertz.de).
Liebe Frauke ich danke ganz herzlich für die Beantwortung der Fragen und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg für die Zukunft.
Das signierte Buch geht an Ellen S.
Herzlichen Glückwunsch © Ricarda Ohligschläger

Interviews mit Autoren

Interview mit Anne Hertz

Unter dem Pseudonym Anne Hertz veröffentlichen Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann ihre Romane. Wer kurzweilige Unterhaltung mag, der wird Anne Hertz´Romane LIEBEN!!!
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Interview genommen haben. Ich möchte mit einer Frage anfangen, die Sie sicher schon zur Genüge gehört haben: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen? 
Wiebke: Ich wollte eigentlich mal Musik studieren, habe viele Jahre lang Cembalo
gespielt. Als ich siebzehn war, hat mich der Kulturchef einer Tageszeitung gefragt, ob ich vielleicht Konzertkritiken schreiben könnte. Das habe ich dann mal ausprobiert und festgestellt, dass mir das unheimlich viel Spaß macht. So bin ich dann zum Journalismus gekommen und habe auch während des Studiums immer weiter für Zeitungen und Magazine geschrieben. Der Weg zum Buch war dann gar nicht mehr so weit, und als ich dann im letzten Semester die Idee zu meinem ersten Roman – „Männer bevorzugt“ – hatte, hab ich es einfach mal versucht und es hat geklappt.
 Frauke: Ich habe während meines Volontariats beim NDR gemerkt, dass ich zwar sehr gerne texte, mir ein schönes oder spannendes Ende aber lieber ist als ein wahres. Als Journalistin nicht unbedingt optimale Voraussetzungen, als Schriftstellerin umso Bessere. Also habe ich beschlossenen, mich komplett auf die Fiktion zu konzentrieren.
 Was fasziniert Sie am Schreiben besonders?
 Wiebke: Das Besondere daran ist, dass man sich ein Stück weit aus dem Alltag wegträumen kann. Man taucht ein in die Geschichte, lebt mit seinen Figuren und begibt sich zusammen mit ihnen in eine andere Welt, die man selbst gestalten kann.
Frauke: Dito. Das ergibt sich ja auch aus dem eben Gesagten: Ich finde es toll, „Herrin“ der Geschichte zu sein, sie so zu erzählen, wie ich sie am schönsten finde.
 Haben Sie Tipps für junge Autoren?
 Wiebke: Sehr, sehr viel lesen. Und natürlich schreiben. Keine Angst vor dem leeren Blatt Papier, einfach hinsetzen und machen.
 Frauke: Wirklich zur Feder greifen: Beim Schreiben merkt man am schnellsten, wie gut die eigene Idee wirklich ist und ob sie auch noch trägt, wenn eine halbe Seite vollgeschrieben ist.
 Wie kam Ihr erstes Buch zu einem Verlag? Bekamen Sie zunächst stapelweise Absagen von Verlagen oder wurde Ihnen gleich ein Vertrag angeboten?
 Wiebke: Für meinen Erstling „Männer bevorzugt“ habe ich 23 Absagen bekommen, bis der Rowohlt Verlag es genommen hat. Ich war da schon ziemlich hartnäckig und habe nie aufgegeben.
 Frauke: Ich darf mich rühmen, insofern dazu beigetragen zu haben, als dass Wiebke die besagte Rowohlt-Lektorin immerhin auf einer Party kennen gelernt hat, auf die ich sie mitgeschleppt habe. Eigentlich wollte ich Wiebke verkuppeln. Die Typen fand sie dann alle doof – zu viele Juristen für ihren Geschmack. Bei der Lektorin aber hat´s geschnackelt.
 Hat Sie der Erfolg überrascht und wie sind Sie anfänglich damit umgegangen „berühmt“ zu sein, zumal ihre Werke ja unter Pseudonym veröffentlicht werden.
 Wiebke: Der Erfolg von Anne Hertz hat uns tatsächlich überrascht, aber wir haben uns natürlich unheimlich gefreut. Und was das „berühmt sein“ betrifft – wir sind ja keine Schauspieler, die jeder erkennt oder so. Und auch, wenn man jetzt weiß, wer hinter dem Pseudonym steckt, denke ich, dass wir für die meisten Leute weiterhin einfach Anne Hertz oder die Anne Hertz-Schwestern sind. Hin und wieder kommen Autogrammanfragen, aber das war’s dann auch schon, bisher laufe ich morgens immer noch in Jeans und Schlabbershirt zum Bäcker.
 Warum haben Sie sich überhaupt für ein Pseudonym entschieden und wie entstand der Name „Anne Hertz“?
 Frauke: Wir wollten einen gemeinsamen Namen, unter dem wir schreiben, also war klar, dass es ein Pseudonym sein wird. Wie wir auf Anne Hertz gekommen sind, weiß ich gar nicht mehr so genau, der Name ist uns einfach irgendwie eingefallen und wir fanden, dass er sehr gut zum Genre passt.
 Beschreiben Sie doch bitte wie ihre Zusammenarbeit aussieht. Wer schreibt was und gibt es Rituale? Schreiben Sie zu festen Zeiten?
 Frauke: Generell kann man sagen, dass Wiebke für die Romantik zuständig ist und ich für den „Alltag“. Das liegt daran, dass Wiebke ein begnadetes Händchen für die Geigenmusik im Hintergrund hat. Wenn sie mir vorher davon erzählt, denke ich oft „Auweia, jetzt kommt´s ganz dicke“, aber wenn ich es dann lese,  finde ich es auch immer sehr herzergreifend. Ich hingegen habe mich als Juristin schon durch ordentlich fiesen Bürodschungel gekämpft, da kann die Anne in ihren Romane noch mit der ein oder anderen Anekdote aus dem Alltag der berufstätigen Frau aufwarten.
 Wiebke: Die Zusammenarbeit funktioniert dann so, dass wir uns zusammen die Geschichte von Anfang bis Ende ausdenken. Steht die Handlung, schreiben wir getrennt voneinander Kapitel für Kapitel, fügen die Texte zwischendurch zusammen, überarbeiten uns gegenseitig, dann schreiben wir die nächsten Kapitel, bis wir fertig sind und den Roman mehrfach noch einmal gegenseitig überarbeiten.
 „Trostpflaster“ handelt von einer Trennungsagentur. Was würden Sie denken, über solch eine Agentur vom Ende ihrer Beziehung zu erfahren?
Frauke: Nachdem ich seit dreizehn Jahren verheiratet bin und unser viertes Kind unterwegs ist, würde ich mir doch wünschen, dass mein Mann es mir persönlich mitteilt, wenn er plant, mich zu verlassen – damit ich ihm dann auch persönlich die Hölle heiß machen kann! Nein, ernsthaft, in heutigen Zeiten gibt es ja alles Mögliche, was man sich durch Dienstleister abnehmen lassen kann – aber meiner Meinung nach gehört das Beenden einer Beziehung dann doch noch zu den Dingen, für die jeder selbst den Mut haben sollte. Alles andere ist respektlos.
(Anmerkung von mir: Liebe Frauke herzlichen Glückwunsch und alles Gute fürs Baby!!)
 Wiebke: Das sehe ich ähnlich. Feigheit ist da nicht angesagt. Wenn man einen Menschen mal geliebt hat, hat er es verdient, dass man selbst mit ihm redet, falls es nicht mehr so sein sollte. Sicher, keine angenehme Sache – aber so viel ist man dem Partner doch wohl schuldig.
 Wiebke, ist bereits ein weiterer Roman in Planung? Verraten Sie uns, worum es darin geht?
 Wiebke: Wir haben gerade den fünften Anne-Hertz-Roman beendet. Der Titel ist „Goldstück“ und es geht darin um die Frage, ob unsere Wünsche wirklich Wahrheit werden können. Ich zitiere einfach mal aus dem vorläufigen Klappentext:
Das Leben ist kein Wunschkonzert – oder etwa doch? Maike hat das Gefühl, vom Pech verfolgt zu sein: Warum sonst sollte ihr Freund sie verlassen haben? Und warum bricht ein Jahrhundertsommer an, kaum dass sie am Umsatz eines Sonnenstudios beteiligt ist? Doch manchmal muss man sich etwas nur wirklich wünschen, um es zu bekommen – denn Wünsche können ungeahnte Kräfte freisetzen. Aber sie haben auch erstaunliche Folgen …
 Plant ihr für die Zukunft auch weitere „Einzelprojekte“?
Wiebke: Ja, ich habe gerade einen Roman beendet, der nächstes Jahr unter meinem Namen erscheinen wird. Es handelt sich um ein Psychodrama, ist also etwas völlig Anderes als die Anne Hertz-Bücher.
 Frauke: Auch von mir erscheint demnächst ein „Einzelstück“, allerdings bleibe ich der Unterhaltung treu: Im Frühjahr kommt von mir mit „Dackelblick“ ein Roman aus der Sicht eines kleinen Hundes erzählt heraus.
 Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Schreiben ist …   
Wiebke: … die beste Art, in einen Rausch zu kommen, ohne dass man hinterher einen Kater hat.
 Frauke …ein riesengroßes Glück – vor allem, wenn es hinterher auch gelesen wird!
 Vielen Dank für dieses Interview und alles Gute für all Ihre neuen Projekte.
© Ricarda Ohligschläger
Foto © Iris Terzka