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Charlotte Thomas

Wohnzimmerlesungen

Wohnzimmerlesung mit Kerstin Gier und Eva Völler

„Es gibt Tage, da kommt man sich vor wie in einem Paralleluniversum. So ein Tag ist heute! Mit der mittlerweile fünften Wohnzimmerlesung müsste eigentlich so etwas wie Routine eingekehrt sein, aber davon kann bei einem so hochkarätigen literarischem Doppel – das wir heute zu Gast haben – keine Rede sein.
Manche träumen von Rockstars, andere von Schauspielern und wieder andere wünschen sich eine heiße Nacht mit einem Model. Mein größter Wunsch seit langem war eine Wohnzimmerlesung mit Kerstin Gier. Und in einem Anflug von Wahnsinn nahm ich sogar schon Reservierungen dafür an, als diese Veranstaltung nur eine Idee in MEINEM Kopf war. 
Wer ihre Bücher gelesen hat, weiß wie peinlich es sein kann, wegen eines Lachflashs die Attraktion in der Straßenbahn zu sein und wer bereits Gast auf einer ihrer zahlreichen Lesungen war weiß, dass Kerstin nicht nur eine großartige Autorin, sondern auch eine talentierte Entertainerin ist!
Doch Kerstin ist heute nicht alleine. Ich freue mich ganz besonders, dass sie ihre Freundin und Autorenkollegin Eva Völler mitgebracht hat, die sich im Mai binnen von Sekunden dazu entschlossen hat, sich auf das Wagnis Wohnzimmerlesung einzulassen!
Mit ihren humorvollen Romanen wie beispielsweise „Leg dich nicht mit Mutti an!“ zeigt sie, wie man turbulenteste Situationen mühelos in ein amüsantes Szenario umwandelt. Parallel dazu entführt sie ihre Leser unter dem Pseudonym Charlotte Thomas fesselnd und bildgewaltig nach Venedig. Mit ihren Büchern „Die Lagune des Löwen“ und „Die Liebenden von San Marco“ hat sie sich auf Anhieb in mein Herz geschrieben. Und mit Sicherheit auch in das vieler anderer Leser. 
Ich freue mich sehr, dass ihr beide heute unsere Gäste seid und ich wünsche uns allen einen tollen Abend!“
Mit diesen Worten eröffnete ich gestern Abend den offiziellen Teil der vierten Wohnzimmerlesung in diesem Jahr. Zuvor durfte ich bei strahlendem Sonnenschein viele altbekannte liebgewonnene und neue sympathische Gäste auf unsere Terrasse begrüßen. Sie alle hatten eines gemeinsam: sie waren mindestens so aufgeregt wie ich. Hatte sich die Aufregung bei mir in den letzten Tagen eher durch im Bauch kribbelnde Vorfreude gezeigt, schwenkte sie gestern kurz in Richtung „Kopfsalat“.
Als dann jedoch alle Gäste anwesend waren und Kerstin nebst Eva sich bereits ausgiebig mit Kater Felix angefreundet hatten, wurde ich zum Glück wieder ruhiger. Kurz nach 18 Uhr bat ich meine Gäste ins Wohnzimmer, was gestern wieder einmal Schauplatz für unterhaltsame Stunden wurde.
Nach meinen einleitenden Worten las Kerstin Gier eine meiner Lieblingsszenen aus „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“. Im Nu war ich den Tränen nahe. Allerdings handelte es sich um zahlreiche Lachtränen, denn wenn Kerstin Gier einmal loslegt und ihre Figur Frau Baronski erzählen lässt (die mit dem losen Gebiss!), kann man einfach nicht anders als sich königlich zu amüsieren. Ich war aber nicht die Einzige, die tränennasse Augen hatte.
Nach diesem sehr amüsanten Abschnitt las Eva Völler aus „Leg dich nicht mit Mutti an!“ und wieder musste ich zum Taschentuch greifen. Da ihre Hauptfigur fälschlicherweise annahm im „Greys Hospital“ zu sein, aber lediglich unter Beruhigungsmitteln stand, erntete Eva für ihren Vortrag nicht weniger Lacher und Applaus.
Danach gab es Gelegenheit mehr über neue Buchprojekte zu erfahren, und von beiden Autorinnen wird es demnächst einige wunderbare Neuerscheinungen geben. Eva Völlers „Zeitenzauber“ wird fortgesetzt und auch Kerstin Gier arbeitet momentan an einem neuen Jugendbuchprojekt. Die Leser dürfen gespannt sein. Übrigens wird Kerstin Gier ganz kurz in der Verfilmung von „Rubinrot“ zu sehen sein! Das hat sie ebenso verraten.
Und wie immer nach einer Lesung wurden auch in meinem Wohnzimmer gestern sehr fleißig zahlreiche Bücher signiert. Zum Glück hatte ich noch einige Bücher über den Onlinehandel geordert. Dabei entstanden viele nette Gespräche und nicht nur die Augen meiner Gäste strahlten dabei, sondern auch Eva und Kerstin hatten sichtlich Freude. Wo kann man sich auch sonst so viel Zeit für jeden einzelnen nehmen? Ich ließ mir ebenso noch zwei Bücher signieren und meinen „Rubinrot“ – Hocker.
Aber damit war der Abend noch lange nicht zu Ende, denn wieder einmal hatten fleißige Hände dafür gesorgt, dass keiner mit leerem Magen nach Hause gehen muss. Eines hatte jedoch Premiere, denn Kerstin als Autorin hatte dieses Mal sogar selbst etwas dazu gesteuert und ihre Kürbiscremesuppe fand ebenso regen Absatz wie Hackbraten (Iris), leckerer Nachtisch (Andrea), Muffins (Lara), Möhrensuppe mit Basilikum (ich) und Schnittchen (Christophs Tante).
Nach dieser Stärkung wurden zahlreiche Erinnerungsfotos gemacht. Die beiden Autorinnen mussten ganz schön durchhalten. Danke, an dieser Stelle für eure Geduld! Auch das obligatorische Gruppenfoto durfte dieses Mal nicht fehlen. Aber da wir gleich zwei Autorinnen zu Gast hatten, habe ich mir erlaubt im Lesesessel Platz zu nehmen. Ein Omen?
Leider habe ich wieder viel zu wenig Zeit gehabt mit jedem ausgiebig zu quatschen, aber da ich einige von euch in wenigen Wochen schon wiedersehe, danach die Buchmesse und noch zwei Lesungen in diesem Jahr (03.11. und 15.12.) folgen werden, habe ich dazu noch viele Gelegenheiten. Mittlerweile habe ich selbst das Gefühl, dass ich nicht nur meine Bücher und natürlich meinem Mann um mich haben muss, um mich wohl zu fühlen, sondern auch Buch(blogger)freundinnen!
Ich wiederhole mich ungern, aber ihr macht solche Abende wie sie gestern stattfanden erst perfekt und ich möchte keinen von euch missen. Es macht solchen Spaß über Bücher und Autoren zu plaudern, dass ich das Nächte lang tun könnte. Aber vielleicht ergibt sich ja bald die Gelegenheit dazu. 🙂
Eva und Kerstin haben uns gestern Abend viel Freude bereitet, und ich bin sehr dankbar und glücklich, dass mir quasi „wie von selbst“ solch ein großer Wunsch erfüllt wurde. Ich hoffe ihr hattet ebenso Spaß wie wir, denn so eine Wohnzimmerlesung ist nicht selbstverständlich und ich hoffe unser kleines Dankeschön kann euch ein bisschen was von der Freude, die ihr uns bereitet habt zurückgeben.
Bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich sicher ein paar Tage brauche um diesen tollen Abend zu realisieren und ich freue mich auf viele weitere Begegnungen mit Leseratten und Autoren. Es tut mir immer ein bisschen weh, dass mein Wohnzimmer nicht noch größer ist, denn natürlich würde ich sehr gerne noch mehr Leute einladen, aber leider ist das nicht möglich.
Weitere Fotos gibt es hier zu sehen: KLICK
Hier ein Videobericht von Jessica
© Ricarda Ohligschläger
Und hier noch ein Bericht von ANDREA GIGLIO

Rezensionen/ Rezensionen Historische Romane

Charlotte Thomas – Das Erbe der Braumeisterin


Köln, 1260. Die eigensinnige junge Madlen betreibt mit großer Begeisterung die vom Vater geerbte Brauerei. Seit früher Jugend hat sie alles gelernt, was es über das Bierbrauen zu wissen gibt. Nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes steht jedoch ihre Zukunft auf dem Spiel: Als Witwe darf Madlen nach den Regeln der Zunft die Brauerei nur für ein Jahr allein weiterführen, danach droht ihr der Verlust des Braurechts und damit ihres ganzen Lebensinhalts – es sei denn, sie verheiratet sich wieder. Der ehemalige Kreuzritter Johann scheint kein allzu passender Kandidat zu sein, denn er hat eine dunkle Vergangenheit und hasst Bier. Aber Madlen kann nicht wählerisch sein….
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)
 
Wer die historischen Romane von Charlotte Thomas bereits kennt, weiß, dass die Autorin eine große Vorliebe für Venedig pflegt. Daher ist es umso überraschender, dass „Das Erbe der Braumeisterin“ ins mittelalterliche Köln entführt.
Das Buch handelt in erster Linie von dem Kampf der jungen Madlen, ihre Brauerei behalten zu dürfen. Dazu sieht sie sich gezwungen erneut zu heiraten, auch wenn ihr Herz immer noch an ihrem ermordeten Mann hängt. Ihre Wahl fällt auf den Ritter Johann, den sie mehr tot als lebendig zum Traualtar schleppt. Schon bald erkennt Madlen, dass ihre Entscheidung für Johann keineswegs fatal war, sondern für ihre Zukunft von großer Bedeutung sein könnte.
Aber gefährliche Widersacher stehen ihnen trotzdem im Weg und so muss Madlen bald nicht nur um ihr Leben fürchten.
Charlotte Thomas lässt alles in dieses Buch einfließen, was ein kurzweiliges Lesevergnügen ausmacht: Dramatik, Humor, Liebe und Spannung auf hohem Niveau. Ihre Sprache ist gewohnt plastisch und bildhaft und etliche Szenen hatte ich beim Lesen buchstäblich vor Augen.
Besonders schön fand ich die Beschreibungen des mittelalterlichen Kölns, denn wenn Madlen die Schildergasse entlang läuft kann man ihr nachempfinden wohin ihr Weg sie führt.
Die Figuren sind nicht weniger facettenreich beschrieben. Es gibt sympathische und eher unangenehme Zeitgenossen, aber allesamt sind sie anschaulich und in ihrem Handeln nachvollziehbar beschrieben.
Die tragischste Rolle spielt hierbei Jacop. Warum ich das so empfinde, kann sicherlich jeder nach dem Lesen nachempfinden. Ich würde bei näherer Beschreibung zu viel von der Handlung vorweg nehmen.
 
Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass man ganz nebenbei allerhand Wissenswertes über das Bierbrauen erfährt.
Fazit: „Das Erbe der Braumeisterin“ ist ein abwechslungsreicher historischer Roman, der nicht nur durch die Liebesgeschichte überzeugt, sondern ganz besonders durch das historische Ambiente, niveauvolle Spannung und seine Hauptfiguren!
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen

Charlotte Thomas – Der König der Komödianten

Veneto, 1594: Vollwaise Marco Ziani muss nach dem Tod seines geliebten Onkels seine ländliche Heimat verlassen. Somit beginnt für ihn eine Reise voller Ungewissheit, in eine neue Zukunft. Seine erste Station ist ein Kloster und wenn es dort nach dem Prior ginge, wäre das auch Marcos einzige und vor allem letzte Station. Doch der Junge belauscht heimlich ein Gespräch in dem erfährt, dass er der Erbe eines größeren Vermögens ist und so beschließt er die Flucht – sehr zum Leid seines Freundes Iseppo.
Er schließt sich einer reisenden Schauspieltruppe an. Die „Incomparabili“ sind auf dem Weg nach Venedig. Die Truppe steht fast vor dem Aus und ihre ganze Hoffnung liegt in einem neuen, erfolgreichen Stück. Nur so kann das Theater vor dem Untergang gerettet werden. Während Marco plötzlich sein Talent zum Schreiben entdeckt, somit zum Schreibgehilfen wird und auch im Ansehen der Truppe steigt, warten immer wieder neue Abenteuer auf ihn. Nicht nur gegen zweilichte Gestalten gilt es zu kämpfen, sondern auch um die Liebe einer jungen Frau.
Charlotte Thomas ist bekannt für opulente und vor allem farbenfrohe Geschichten, mit denen sie ihre Leserschaft regelrecht in das Geschehen hineinzieht. Ihrem Schreibstil kann man sich einfach nicht entziehen. Man muss einfach in ihren Beschreibungen abzutauchen. Mit ihren Helden teilt man Leid, Abenteuer und oftmals auch die Verwirrungen der Liebe. Und schlussendlich möchte man am Ende des Buches keinen Abschied nehmen, so sehr klopfen ihre Figuren ans Herz.
Mit „Der König der Komödianten“ ist Charlotte Thomas ein weiterer großartiger Roman gelungen, der auf ganz spezielle Weise fasziniert. Ihre Liebe zu Venedig und ihr unverkennbarer Schreibstil sorgen für einen wahren Lesehochgenuss.
Dieses Mal hat sie sich einem besonderen Thema gewidmet: der historischen Komödie.
Dabei lässt sie ihre Hauptfigur als ICH – Erzähler in Erscheinung treten. Der Leser bekommt dadurch noch einen besseren Blick für die bunte, schillernde und aufregende Welt des Theaters.
Die Figuren bezaubernd durch viel Charme und Humor. Die durchaus nachvollziehbaren menschlichen Schwächen verleihen ihnen zusätzlich liebenswerte Züge. Schräge Charaktere, wie z. B. Cipriano, der sich gerne in Frauenkleidern zeigt, fügt die Autorin ebenso geschickt in die Handlung ein, wie Zitate von Shakespeare.
Natürlich kommt auch diesmal die Liebe in diesem pompösen Spektakel nicht zu kurz. Marcos unerfahrene Art und die widerborstige Art seiner Angebeteten steigern zudem noch die Spannung.
Fazit: Wieder einmal hat mich Charlotte Thomas vollends überzeugt. Applaus!
© Ricarda Ohligschläger

Interviews mit Autoren

Interview mit Charlotte Thomas

Liebe Charlotte Thomas, ich freue mich sehr, dass Sie sich bereit erklärt haben an der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten“ teilzunehmen.
Ich freue mich ebenfalls, auf diesem Wege mit netten Lesern in Kontakt zu kommen!
Wie kam es, dass Sie den Beruf der Rechtsanwältin an den Nagel gehängt haben und Schriftstellerin geworden sind?
Geschrieben hatte ich auch schon während der Anwaltszeit, nur war es da eher ein Hobby. Die locker-leichten Frauenkomödien, die ich unter meinem bürgerlichen Namen Eva Völler verfasst habe, ließen sich mehr oder weniger nebenher schreiben. Dann kam der Genrewechsel zum historischen Roman. Geplant war das bereits länger, aber mir wurde im Vorfeld schnell klar, dass ich nur eine Sache richtig machen kann, denn der Aufwand und der persönliche Einsatz waren hier wesentlich umfangreicher als bei den Büchern, die ich vorher verfasst hatte. Deshalb habe ich den Anwaltsberuf aufgegeben und mich ganz aufs Schreiben konzentriert.
Vermissen Sie Ihren alten Beruf oder sind Sie froh, diesen gewechselt zu haben?
Ich habe immer gern als Juristin gearbeitet, doch das Schreiben macht wesentlich mehr Spaß. Von daher fiel die Wahl am Ende nicht schwer. Bereut habe ich das Weghängen der Robe bisher nicht.
Haben Sie ein Vorbild, was das Schreiben betrifft?
Ich habe viele Lieblingsautoren, deren Bücher ich mit Begeisterung lese. Ein Vorbild im engeren Sinne habe ich allerdings nicht, weil diese Autoren alle auf ihre besondere Weise den Leser unterhalten. Deshalb sollte auch jeder Autor versuchen, einen unverwechselbaren Stil zu finden und seine ureigenen Geschichten zu erzählen.
Woher kommt die Vorliebe für die Stadt Venedig in Ihren Büchern?
Venedig ist in vieler Hinsicht einzigartig, sowohl von der Geschichte her als auch von der Lage. Eine Stadt, die im Wasser erbaut wurde und in der man sich (außer zu Fuß) nur mit Booten fortbewegt – das ist Faszination pur! Zumal dort alles noch fast genauso aussieht wie vor hunderten von Jahren. Man taucht praktisch in die Geschichte ein, wenn man nach Venedig kommt.  Ich bin als junges Mädchen zum ersten Mal dort gewesen und dem Zauber der Lagune schon damals erlegen. Das hat seither nicht aufgehört.
Alle Städte die bisher in ihren Romanen vorkamen, konnte man sich so genau vorstellen, als wäre man mittendrin. Reisen Sie in die Städte über die Sie in ihren Romanen schreiben? Eigentlich hat man den Eindruck, Sie würden auch in der Zeit reisen und mit Laptop in der Vergangenheit sitzen, um die Bücher zu schreiben.
Das ist ein nettes Kompliment, vielen Dank! Ja, die Städte bereise ich natürlich, denn bei aller Phantasie muss man sich über die Handlungsorte natürlich aus erster Hand informieren und sich alles selbst ansehen. Je öfter, je lieber.
Wie bauen Sie ein historisches Buch auf? Erst die Recherche und dann die Geschichte oder umgekehrt?
Zunächst überlege ich mir ein Hauptthema, und dazu wird dann recherchiert. Bei „Der König der Komödianten“ war das z. B. das Theater, genauer, die Commedia dell’arte, das italienische Stegreiftheater. Bei „Die Madonna von Murano“ u. a. die Glasbläserei und die Heilkunst, und bei „Die Liebenden von San Marco“ die Seidenweberei und der Schiffsbau. Beim Einlesen in solche Themen kommen mir bereits viele Ideen für die Handlung. Die Figuren und ihre Eigenheiten liegen dagegen bereits vor der Recherche fest. Als Menschen mit bestimmten Charaktereigenschaften und Vorgeschichten betreten sie die Bildfläche meiner Vorstellung meist schon lange, bevor ich mit der Handlungsplanung beginne. Während ich den Stoff entwickle, nehmen sie dann noch mehr Gestalt an, und beim Schreiben schließlich werden sie für mich so real, als würden sie wirklich leben. Sie werden zu richtigen Freunden. Wenn das Buch fertig ist, fällt es mir meist sehr schwer, mich von ihnen zu trennen.
Wird es eine Fortsetzung von „Die Madonna von Murano“ geben?
Momentan ist keine geplant. Aber man soll ja nie nie sagen.
Wenn Sie als eine historische Figur leben könntest, wer würden Sie gerne sein? Und weshalb?
Als historische Figur wäre ich gern William Shakespeare gewesen. Welcher Autor würde sich nicht gern mal vorstellen, als der größte Dichter aller Zeiten in die Weltgeschichte einzugehen.
Im März erscheint ihr neues Buch „Der König der Komödianten“. Worum geht es in dem Buch und wie lange haben Sie daran gearbeitet?
Gearbeitet habe ich an dem Roman ungefähr ein Jahr. Wie oben schon kurz erwähnt: Es geht um das Theater. Und um das Schreiben. Ein unbedarfter junger Bursche vom Lande findet sich plötzlich bei einer Theatertruppe wieder, und weil er sich halbwegs aufs Schreiben versteht und zudem eine blühende Phantasie hat, muss er bald den meist betrunkenen Bühnenautor vertreten. Dabei erlebt er so manches haarsträubende Abenteuer – und die Irrungen und Wirrungen der Liebe…
„Der König der Komödianten“ spielt nicht in Venedig. Was hat sie dazu bewegt den Handlungsschauplatz zu wechseln?
Oh, aber der Roman spielt doch in Venedig! Jedenfalls die letzten drei Viertel davon. Ein weiterer Schauplatz ist Padua und das umliegende Veneto.
Wie sieht ein ganz normaler (Autoren-)Tag bei Ihnen aus?
Frühstück, Zeitunglesen, Hausarbeit, Einkaufen, Kochen. Meine beiden jüngsten Töchter leben noch bei mir. Und kommen mittags hungrig aus der Schule. Vormittags ist aber immer schon Zeit zum Schreiben oder Recherchieren drin, und wenn es nur ein Stündchen ist. Am Nachmittag geht es dann meist richtig los, idealerweise vier bis sechs Stunden am Stück. Falls Termine außer Haus anstehen oder anderweitige Aufgaben dazwischenkommen, versuche ich, das versäumte Pensum abends nachzuarbeiten.
Wie motivieren Sie sich, wenn Ihnen einmal nicht danach ist zu Schreiben aber Abgabetermine immer näher rücken?
Hm, es wäre ziemlich dumm von mir, unmotiviert zu sein. Ich lebe ja vom Schreiben und brauche das Geld, damit regelmäßig der Kühlschrank gefüllt und alle Rechnungen bezahlt werden können. Schreibblockaden könnte ich mir gar nicht leisten.
Gibt es ein Buch von Ihnen, mit dem Sie nicht so ganz zufrieden sind, das Sie im Nachhinein gerne ändern würden? Und im Gegenzug: Welches Buch von Ihnen liegt Ihnen persönlich am meisten am Herzen?
Ändern würde ich im Nachhinein nichts an meinen Büchern, meist kann ich mich auch nach Jahren noch recht gut mit dem anfreunden, was ich vorher geschrieben habe. Mein persönliches Herzensbuch ist „Der König der Komödianten“, denn es vereint zwei Genres in sich, die ich bisher nur getrennt bearbeitet habe: Die Komödie und den Historischen Roman. Das war für mich eine wichtige Premiere.
Sie haben bisher Bücher verschiedener Genres geschrieben, Ihre letzten Bücher waren aber alles historische Romane. Ist das Zufall oder Absicht?
Das war eine bewusste Entscheidung für ein anspruchsvolleres Genre, obwohl ich auch sehr gerne Frauenkomödien schreibe. Aber die historischen Romane erfordern viel Zeit und Arbeitseinsatz, da bleibt im Grunde nicht viel Raum für andere neue Projekte. Was aber nicht bedeutet, dass es nicht doch noch die eine oder andere Frauenkomödie gibt. Sobald mal etwas mehr Luft dafür bleibt.
Wie hat sich das ergeben, dass Sie unter verschiedenen Pseudonymen schreiben? Warum benutzen sie nicht mehr alle davon aktuell?
Die Pseudonyme waren hauptsächlich diversen Reihen zugeordnet, z. B. Sibylle Keller für Reiseromane und Francesca Santini für Toskanaromane. Diese Reihen wurden aber mittlerweile eingestellt, weil mein Tätigkeitsschwerpunkt jetzt auf den historischen Romanen liegt. Dafür ist das Pseudonym Charlotte Thomas zuständig. Eva Völler existiert aber als Autorenname für Frauen- und Mädchenkomödien weiter, denn hier soll es irgendwann (sofern Zeit vorhanden) noch Nachschub geben. Bis dahin gibt es zumindest die eine oder andere Neuauflage von früheren Titeln, etwa im kommenden September von meinem Vampirroman „Beiss mich“.
Welche Projekte planen Sie als nächstes?
Ich fange gerade einen neuen historischen Roman an. Für den werde ich die nächsten sechs bis acht Monate brauchen. Für weitere Projekte gibt es (vage) Planungen, aber die sind noch nicht spruchreif, da bislang nur in meinem Kopf existent.
Trifft man Sie auch auf der Buchmesse in Leipzig?
Ja, da stelle ich mein neues Buch vor („Der König der Komödianten“) und würde mich sehr freuen, den einen oder anderen Leser am Lübbe-Stand begrüßen zu können!
Vielen Dank für Ihre Zeit. Ich wünsche Ihnen für alle neuen Projekte viel Erfolg und freue mich schon sehr auf ihr neues Buch. Ich bin mir sicher es wird wieder sehr viele Leser begeistern.
Ich danke der netten Interviewerin Rici!
Das signierte Buch geht an Anna.
Herzlichen Glückwunsch © Ricarda Ohligschläger

Veröffentlichungen

Das Warten hat ein Ende…

…denn heute morgen kam Bücherpost – viel Bücherpost. Aber dieses Mal war EINE ganz besondere Überraschung dabei und zwar von Lübbe. Und was war drin??

Charlotte Thomas´Taschenbuchausgabe von „Die Lagune des Löwen“

Ja und?? Werden manche sagen??
Was ist daran so besonderes außer, dass es ein tolles Buch ist??

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Ja wie soll ich es sagen??
Für manche ist es nur ein Taschenbuch.
Für mich ist es eine kleine Veröffentlichung!! 😀IMG_1594
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Ich wusste ja schon seit Moooonateeeeeeeeen, dass meine Rezension in dem Buch stehen wird aber die Warterei war echt lästig!! Ich frage mich wie ich das aushalten soll wenn ich nicht mehr „nur“ eine Rezension veröffentliche…???

Zum besseren Lesen hier übrigens noch einmal der Text:
Charlotte Thomas lässt uns in einem farbenfrohen Epos durch Venedig wandern und gewährt uns in ihrem spannenden Abenteuer einen wunderbaren Blick über die Schulter von Laura und Antonio. Die Zeilen sind so authentisch, dass man mit Herzklopfen liest und Laura und Antonio ungern gehen lässt.“