Browsing Tag:

Liz Balfour

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik

Liz Balfour – Emmas Geheimnis

Zwei Frauen, eine tragische Liebe und ein dunkles Geheimnis
Kate will eigentlich nur vergessen. Nach dem Tod ihres Mannes Brian vor einem halben Jahr hat sie sich in ihr Heimatdorf an der Küste Irlands zurückgezogen. Mit der Unterstützung ihrer Verwandten, besonders ihrer Cousine und Vertrauten Sophie, kommt sie langsam zur Ruhe. Eines Tages steht plötzlich ihre Schulfreundin Emma vor der Tür. Die beiden Frauen knüpfen an vergangene Zeiten an, doch Emma scheint etwas zu verheimlichen. Kurz darauf macht Kate eine unangenehme Entdeckung, die ihr bisheriges Leben vollkommen in Frage stellt, und ihr wird klar: Wenn sie wirklich neu beginnen will, muss sie sich mit der Vergangenheit aussöhnen. (Kurzbeschreibung laut amazon)
Nachdem mich Liz Balfour bereits in „Ich schreib dir sieben Jahre“ nach Irland entführt hatte, musste ich „Emmas Geheimnis“ unbedingt auch lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Die knapp 370 Seiten haben mich von Anfang an mitgerissen, was eindeutig am packenden Schreibstil der Autorin liegt. Sie hat mir ein kleines bisschen Irland in den trüben deutschen Winter gebracht. Wer beim Lesen nicht die Küsten und das rauhe Meer vor seinem geistigen Auge sieht, der hat offensichtlich keine Fantasie.
Liz Balfour beschreibt eine junge Frau, die ihren Mann zu Grabe getragen hat. Leider ist es nicht der erste verhängnisvolle Todesfall in ihrem Leben, denn auch Mutter und Großmutter musste Kate Riley bereits verabschieden. Zu all der Tragik erwachen in Kate Fragen nach ihrer Herkunft und wie schon früher stößt sie dabei auf eine Wand des Schweigens.
Ablenkung bietet ihr dabei die Freundin aus Kindertragen, die Kate zufällig über den Weg läuft: Emma.
Emmas Geschichte offenbart sich mittels eines geschriebenen Briefes, der zwischen den Kapiteln für einige Rückblicke sorgt und letzten Endes in Kates Händen landet. Doch bis dahin bleibt für Kate einiges verborgen, was für Spekulationen beim Lesen und für viel Spannung sorgt.
Welches Geheimnis Emma hat ahnt man eventuell schon im zweiten Drittel des Buches, aber letzten Endes geht es nicht darum. Mir zumindest nicht. Ich fand das Buch trotzdem weiterhin fesseln und szenenweise sehr ergreifend. Es geht nämlich nicht nur um „Emmas Geheimnis„, sondern um neue Chancen, Freundschaften und darum sich seiner Vergangenheit zu stellen. Das Leben wäre reichlich unspektakulär, wenn wir diese Möglichkeiten nicht ergreifen würden. Und manchmal muss man dafür einfach an frühere Träume anknüpfen.
Liz Balfour versprüht in „Emmas Geheimnis“ so viel irischen Charme, dass ich am liebsten JETZT meine Koffer packen und mich wieder in Irland ans Meer setzen möchte.
Fazit: Hier stimmt einfach alles. Die Szenerie, die Figuren, der Schreibstil und sogar das Cover. Daher empfehle ich „Emmas Geheimnis“ all denen, die dem trüben Winterwetter mit Hilfe einer fesselnden Geschichte entfliehen möchten.
© Ricarda Ohligschläger
 
 

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik

Liz Balfour – Ich schreib dir sieben Jahre

Ein dunkles Geheimnis vor der stürmischen Kulisse Irlands
Wer ist der mysteriöse Fremde, der ihrer Mutter sieben Jahre schrieb? Als die knapp dreißigjährige Ally Briefe eines M. an ihre Mutter findet, ist ihre Welt aus den Angeln gehoben: Hatte ihre Mutter ein Leben, das sie vor jedem geheim hielt? Dabei ist Ally schon genug damit beschäftigt, ihr erfolgreiches, scheinbar perfektes Leben weiterzuführen. Als sie die Briefe liest, kommt ihr ein schlimmer Verdacht: Der Mann, den sie nicht wagt zu lieben, könnte ihr Halbbruder sein.
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)
Darf ich mal sprachlos sein und nicht wissen, was ich schreiben soll vor lauter Begeisterung für dieses Buch, ja?
Darf ich noch ein kleines bisschen IM Buch bleiben, bevor ich mich den alltäglichen Dingen wieder widme, ja?
Danke! Denn ich fühle mich gerade so unsagbar wohl hier zwischen den Seiten, die mich verschlingen.
Irland ist nämlich sagenhaft schön mit seinen steilen Klippen und dem rauen Wetter. Wenn ich vor mich blicke, dann sehe ich das Meer. Drehe ich mich um, sehe ich die Berge und wenn ich am Nachmittag nach Cork fahre, um dort in einem Pub zu sitzen, dann spüre ich in den Liedern die dort gesungen werden, die Liebe der Männer zu ihrem Land.
Diese Liebe hat Ally jedoch verloren. Genauso wie die Liebe ihrer Mutter. Das glaubt sie jedenfalls. Daher kommt sie ganz selten hierher und wenn dann nur, weil es gar nicht anders geht bzw. weil ihr keine Ausreden mehr einfallen. Meistens enden diese Kurzbesuche im Streit und Ally flüchtet zurück nach London in die Kanzlei, die sie erfolgreich mit ihrem Mann Benjamin führt.
Nun muss sie aber schnell zurück kommen, denn ihre Ma Deirdre liegt im Koma. Dieses Mal bekommt sie zum ersten Mal Angst, dass diese Mauer zwischen ihr und Deirdre für immer bestehen bleibt und mit ihr all die ungesagten Worte.
Zu gern würde sie ihr so viel sagen können wie es Eoin kann, Deirdres Nachbar, der sich wie selbstverständlich an das Bett ihrer Mutter setzt und von seinem Tag erzählt.
Eoin, der eine ganz besondere Faszination auf Ally ausübt und der schon einmal für Verwirrung in Allys Herz sorgte.
Zu alldem findet Ally in dem Cottage ihrer Mutter ein kleines Kästchen mit Briefen. Briefe eines Mannes, der nicht Allys Vater ist und der ihre Mutter sehr geliebt haben muss…
Ally spürt, dass sie einem Geheimnis auf der Spur ist. Einem Geheimnis, welches ihr endlich die Augen öffnet – nicht nur über ihre Mutter, sondern auch über ihr eigenes Leben.
Ally wird auch dich begeistern! Denn sie ist eine starke Persönlichkeit, die in ihrem Leben nicht nur Erfolg kennengelernt hat, sondern auch tiefen Schmerz. Sie fühlt sich bei ihrem Mann Benjamin sicher und hat alles, was sie sich je erträumt hat. Doch ist es das wirklich?
Geh mit Ally auf die Reise durch Irlands grüne Wiesen und entdecke in „Ich schreib dir sieben Jahre“ ein berührendes Familiengeheimnis. Spür den Wind in deinen Haaren und dann frag dich, ob dein Leben so ist wie du es dir wünschst. Denn neben einem sogähnlichen Leseerlebnis macht dieses Buch nachdenklich und auch ein bisschen sprachlos, was man sicherlich an meiner außergewöhnlichen Rezension merkt. 🙂
© Ricarda Ohligschläger
Mehr von der Autorin:
Emmas Geheimnis