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Rezensionen/ Rezensionen Liebesromane & ChickLit

Mina Wolf – Kann denn Lüge Sünde sein?

Ich liebe es, wenn ich Herzklopfen bekomme, nur weil sich zwei Menschen küssen. Wenn es sich dabei noch um zwei so sympathische Hauptfiguren handelt, ist das ganze fast perfekt.
Vicky ist durchs Studium gerasselt und steht nun ohne Geld da. Ein Job muss her, und zwar schnell. Sie bekommt eine Stelle als Putzfrau in der Redaktion eines legendären Modemagazins. Tja, hier hätte sie gerne nach ihrem Studium als Redakteurin angefangen. Doch wer sagt, dass man seine Träume nicht auch leben soll? Vicky beginnt, heimlich Texte in den Computern der Redakteurinnen zu hinterlassen. Schon bald gilt sie als geniales Phantom der Redaktion und bekommt sogar eine eigene Kolumne. Die Frage ist nur: Wann fliegt alles auf?
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)
Dass ich ein großer Fan pastellfarbiger Frauenromane bin, ist mittlerweile allseits bekannt. Umso schöner, wenn ich immer wieder Neuentdeckungen machen kann, die mich obendrein noch positiv überraschen.
Mina Wolf heißt die Autorin, die ab sofort in meinem Buchregal Einzug halten wird. Ihr neues Buch „Wo ich bin ist vorne“ wird in Kürze ebenso dort stehen.
Ihre Hauptfigur Vicky ist alles andere als perfekt und mogelt sich als Putzfrau in einer Redaktion durchs Leben, bis sie heimlich einen Artikel schreibt. Prompt wird dieser veröffentlicht und Vicky kann nicht anders, als einen weiteren Artikel zu schreiben. Doch dieses Mal geht die Sache nicht ganz so glatt.
Ebenso chaotisch ist auch Vicky Liebesleben und das Gefühlsleben zwischen ihr und ihrem besten Freund wird sehr schön und intensiv beschrieben. Ich liebe es, wenn ich Herzklopfen bekomme, nur weil sich zwei Menschen küssen. Wenn es sich dabei noch um zwei so sympathische Hauptfiguren handelt, ist das ganze fast perfekt. Das iTüpfelchen macht dann der Rest: nachvollziehbare Handlung, eine Entwicklung bezüglich der Hauptperson und die ein oder andere Überraschung.
„Kann denn Lüge Sünde sein?“ lässt es an keinem der genannten Punkte mangeln. Besonders schön fand ich, dass Mina Wolf Vickys beruflichen Werdegang und die romantischen Szenen parallel zusammen laufen lässt. Ihr Schreibstil ist flüssig zu lesen, humorvoll und abwechslungsreich. Auch die Dialoge sind nachvollziehbar und passen sehr gut zu der jeweiligen Situation.
Fazit: Mina Wolf überrascht mit einem romantischen Hin und Her, bei dem es zwischen den Zeilen ordentlich funkt! Wer unterhaltsame Frauenromane liebt, wird Vicky sehr schnell ins Herz schließen.
© Ricarda Ohligschläger
Cover © www.piper.de

Rezensionen/ Rezensionen Liebesromane & ChickLit

Kim Schneyder – Hilfe, ich hab den Prinzen verzaubert

„Hilfe, ich hab den Prinzen verzaubert“ ist ein Wohlfühllachsalvengarantiebuch!
»Hallo, ich bin Heidi Martens. Also, dieser Abstecher nach Monaco damals war schon ziemlich verrückt, rückblickend jedoch das einzig Richtige, nachdem Robert mich mit dieser blöden Kuh betrogen hat. Aber schätzungsweise mache ich nicht als Erste die Erfahrung, dass man die besten Typen nie für sich alleine hat. Was wir da alles erlebt haben, könnte locker die Jahresausgabe eines Klatschmagazins füllen, und dass Albert dann ausgerechnet wegen mir um die Hand seiner Charlene angehalten hat, will mir bis heute niemand glauben, obwohl es sogar Zeugen dafür gibt. Aber am besten erzähle ich die Geschichte noch einmal ganz von vorn …« (Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)
Von Kim Schneyder bin ich mittlerweile einiges gewohnt. Schließlich ist sie meine Chick – Lit – Entdeckung des Jahres 2010.
Mit „Hilfe, ich hab den Prinzen verzaubert!“ überzeugt sie nun erneut auf ganzer Linie.
Vorab sei gesagt, dass die Verzauberung des Prinzen nicht gleichzeitig die Haupthandlung ist. Viel eher ist das die Krönung eines kurzentschlossenen Urlaubs dreier Freundinnen (Heidi, Sepia und Sonja), der für die Mädels zu einem Trip durch das „Kuriositätenkabinett Monaco“ wird.
Wer sich darauf einlässt, wird Kim Schneyders Humor lieben lernen!
Vor allen ist die Grundidee toll durchdacht und hebt sich von der typischen „Lovestory“ ab. Die drei Freundinnen sind auf Anhieb sympathisch und bilden ein eingespieltes Team. Trotzdem hängen sie nicht den ganzen Tag wie Kletten aufeinander. Das sorgt natürlich für Abwechslung, besonders für Heidi!
Diese nutzt den Urlaub, um sich in der Welt der Reichen zu aalen – vorzugsweise auf der Yacht von Bodo, den sie auf eher untypische Art kennenlernt. Sie ist nämlich schuld daran, dass Bodo vor ihren Augen ins Wasser fällt. Dass Bodo Filmproduzent ist und trotz seines Reichtums sehr bodenständig, macht die Sache für Heidi natürlich noch interessanter.
Kurzum „Hilfe, ich hab den Prinzen verzaubert“ ist ein Wohlfühllachsalvengarantiebuch! Knackiger Humor, ein klitzekleines bisschen Romantik und viele Lachtränen machen es zu einem abwechslungsreichen Lesespaß erster Güte.
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Krimis/Thriller

Valentina Berger – Das Liliengrab

Gar keine Frage, der Schreibstil ist klasse! Das Buch liest sich flüssig und auch die „Wiener Schmankerl“, wie beispielsweise die Andeutungen, dass die Kommissare Leberkässemmeln essen, passen zum Handlungsort wie die berühmte Faust aufs Auge.
Ich glaube, es gibt kein Thema welches sich so „gut“ für Psychothriller eignet wie Verbrechen an Kindern.
Und gibt es etwas Schlimmeres, als einem Kind Leid anzutun, es zu quälen oder wie in „Das Liliengrab“ beschrieben gar zu töten?
Bereits die Vorstellung allein ruft mir Gänsehaut hervor und sorgt für ein unangenehmes beklemmendes Gefühl.
Verstärkt wird dieses Empfinden noch, wenn man sich vorstellt, dass dabei im festen Glauben etwas Gutes zu tun gehandelt wird.
Eigentlich wäre das genau der Stoff für den perfekten Psychothriller. Valentina Berger hat ihn sich jedenfalls zu Eigen gemacht – leider nicht ganz so, wie ich es mir nach der Kurzbeschreibung vorgestellt habe.
Gar keine Frage, der Schreibstil ist klasse! Das Buch liest sich flüssig und auch die „Wiener Schmankerl“, wie beispielsweise die Andeutungen, dass die Kommissare Leberkässemmeln essen, passen zum Handlungsort wie die berühmte Faust aufs Auge.
Die Perspektivwechsel bringen Abwechslung in die Handlung. Aber leider keine Spannung!!! Ich hatte das Gefühl, dass diese jedes Mal im Keim erstickt wird. Kaum fieberte ich beim Lesen mit den Ermittlern mit, erfolgte der Szenenwechsel. Normalerweise schaukelt sich dadurch die Spannung dadurch Kapitel für Kapitel höher, aber hier wurde sie nach meinem Empfinden regelrecht abgewürgt.
Mich interessieren bei Psychothrillern auch nicht unbedingt die Liebeskonstellationen der einzelnen Hauptfiguren und die Frage, ob sie sich nun lieben oder nicht und die teilweise überflüssigen Rückblicke fand ich unangebracht und langatmig.
Wer wissen will, was mit Emilia im ersten Teil passierte, sollte neugierig gemacht werden, um letztendlich zu „Der Augenschneider“ greifen zu wollen.
Aber man sollte potentielle Leser nicht bereits mit allen relevanten Informationen versorgen, denn dadurch lohnt es sich kaum diesen Teil noch zu lesen, zumal sogar die Auflösung dieses Falls in „Das Liliengrab“ erwähnt ist.
Was mir jedoch sehr gut gefallen hat, war die Charakterisierung der Täterin. Ihr Krankheitsbild, ihre Gedanken, ihr Handeln und letzten Endes ihr Motiv war glaubwürdig, authentisch und mit dem gewissen Einfühlungsvermögen beschrieben. An manchen Stellen hatte ich sogar etwas Mitleid mit ihr, da der Verlust eines Kindes sicher zu den traumatischsten Ereignissen im Leben eines Menschen gehört.
Valentina Berger kann mich dieses Mal nicht auf ganzer Linie überzeugen. Ich bin mir aber sicher, dass in ihr ein ganz großes Talent steckt, was sie uns hoffentlich in einem dritten Teil rund um das Wagner & Co beweisen kann.
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Krimis/Thriller

Valentina Berger – Der Augenschneider

Das nenne ich gnadenlos! Gnadenlos gut!
Er schneidet ihnen bei lebendigem Leib die Augen heraus: jungen, schönen Frauen. Denn er braucht ihr Augenlicht…Heinz Martin, Gerichtsmediziner in Wien, ist einem Serienkiller auf der Spur. Zwei Frauen hat er schon gefoltert und grausam verstümmelt. Beide Opfer waren attraktiv, schlank und hochgewachsen. Dann verschwindet auch Martins bildschöne Schwester spurlos, und kurz darauf schickt ihm der Killer eine Nachricht, die keinen Zweifel daran lässt, was er mit ihr vorhat … (Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)
Wow, ich habe lange schon keinen Psychothriller mehr gelesen, der mich so begeistert hat. Von Anfang an fesselte mich Valentina Berger mit ihrem spannenden Plot an ihr Buch und ließ mich nicht mehr los. Das nenne ich gnadenlos! Gnadenlos gut!
Häppchenweise offenbarte sie mir einen Mörder, der mit allen Facetten beschrieben war: Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie und große Lust am Morden.
Nein, so einem möchte man nicht begegnen. Die brutalen Mordszenen setzten dieser Beschreibung noch eine Prise mehr an ekelerregender Faszination drauf. Ja, ich habe teils mit angewidertem Gesichtsausdruck gelesen – mehr Buchwerbung geht nicht, wenn man das Buch (so wie ich) in Bus und Bahn liest.
Der Schreibstil ist hervorragend, da gab es nichts zu meckern. Mitreißend, flüssig zu lesen, ohne irgendwelche endlosen Obduktionsbeschreibungen – lediglich die Ermittlungsarbeit stand im Vordergrund. Und natürlich auch die Personenbeschreibungen der zuständigen Ermittler, die ganz klischeetypisch alle einen „an der Klatsche“ hatten.
Eigene schicksalhafte Vergangenheiten hat die Autorin intelligent mit eingefügt und ihre Hauptpersonen damit in ein authentisches Bild gefügt.
Fazit: Ein spannendes Romandebüt, welches sehr neugierig auf „Das Liliengrab“ macht.
Anmerkung: Auf Seite 174 wird beschrieben, dass der Personalausweis des Opfers gefunden wurde. Gleichzeitig muss der Ermittler aber die Wohnanschrift herausfinden. Ist das ein Fehler oder ist es in Österreich so, dass die Anschrift nicht beim PA drauf ist? So wie ich es verstanden habe, spielt der Roman ja in Wien, oder?
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Biographie

Tim Raue – Ich weiss, was Hunger ist

…..und auch wenn in manchen Kapiteln ein bisschen der Großkotz rauskommt, dann muss ich sagen: der darf das!

Ich weiß was Hunger ist von Tim Raue © Piper

Ich weiss, was Hunger ist
Auf den ersten Blick erscheint mir dieser Titel nach der Lektüre so dermaßen unpassend, wie Fertigsauce in der Sterneküche.
Tim Raue hatte aber nach eigenen Angaben wohl keinen Einfluss darauf, also geht dieser Minuspunkt direkt weiter an den Verlag.
Worauf Raue aber sicher Einfluss hatte ist die Berliner Schnauze, die in seiner Biographie so allgegenwärtig ist, dass ich manchmal nur noch staunen und lachen konnte. Da kämpft sich der vom Vater als Versager betitelte Schläger hoch bis in die Sterneküche und lässt damit sämtliche Vorurteile hinter sich.
Er beweist, dass das Elternhaus nicht immer den Weg in die Wiege legt, den man später geht. Einige wenige Menschen entdecken Abzweigungen und Umwege, um sich an ihr Ziel zu bringen. Tim Raue ist so einer und auch wenn in manchen Kapiteln ein bisschen der Großkotz rauskommt, dann muss ich sagen: der darf das!

Das hat er sich schließlich verdient!

Es ist genau so wie er es selbst beschreibt. Einem Dealer mit dickem Mercedes würde man in den Arsch treten, aber einem der sich den selbigen aufgerissen hat, um nach vorne zu kommen, dem verzeiht man auch mal die große Klappe.
Seine Lebensgeschichte werde ich trotz allem nicht bewerten!
5 Sterne für eine bescheidene Kindheit, die einzig durch die Lichtblicke bei den Großeltern lebenswert war, gibt es bei mir nicht. Die 5 Sterne gebe es aber auch nicht für eine ganz tolle Schicki – Micki – Bilderbuchfamilie. Es gibt Dinge, die bewerte ich grundsätzlich nicht. Oder gibt es neuerdings Schicksal nach Noten?
Jedoch für den Einblick in den Menschen Raue gibt es einen Stern und für seinen Charme bzw. seinen weichen Kern, den man immer wieder spürt aus den Zeilen, wenn er über Marie erzählt oder über Freundschaft und Dinge, die ihm wichtig sind.
Für den klaren Stil, den er scheinbar nicht nur in der Küche und in seinem Restaurant fährt, sondern auch in jedem einzelnen Kapitel, gibt es ebenso einen Stern.
Außerdem gibt es einen Stern für die kulinarische Reise, die sich mit jedem Kapitel fortsetzt.
Und letzten Endes komme ich doch bei den 5 Punkten an, trotz des Titelpatzers, denn die Offenheit und die sympathische Art des Tim Raue macht dieses Buch schlussendlich zu dem, was er sich erträumt: einen Sternenfänger!
© Ricarda Ohligschläger