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Drama

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik

Virginia Macgregor – Der Junge, der mit dem Herzen sah (Enthält Werbung)

#werbung

Schon lange suchte ich nach einem Buch, mit dessen Hilfe mir endlich wieder einmal mein Herz weit, weit geöffnet werden würde. Eines zum Träumen, Hoffnung haben und ein bisschen zum Verlieben.

All das fand ich wieder Erwarten in “Der Junge, der mit dem Herzen sah” , denn was anfangs traurig und emotional sehr aufrührend war, entpuppte sich als eine Geschichte, die mich lehrte immer zuzuhören, mit vollem Herzen hinzusehen, die Hoffnung nicht aufzugeben und ab und an auch mal ein bisschen außer der Reihe zu tanzen – gegen jede Regel!

Virginia Macgregor erzählt von Milo, dessen Augenlicht nach und nach immer weniger wird und der aus diesem Grund gezwungen ist immer ganz genau hinzuschauen. Tatkräftig unterstützt wird er dabei von seinem Hausschwein Hamlet und einigen etwas eigensinnigen Erwachsenen, die alle ihre Erfahrungen dazusagen.

Tripi zum Beispiel, der als Einwanderer nicht auffallen darf, das er keine Aufenthaltsgenehmigung hat oder Clouds, der Detektiv.

Sie alle helfen Milo bei einem Einsatz, der für ihn eine Herzensangelegenheit ist und für seine Grandma noch viel mehr. Dabei entdecken sie alle, dass Freundschaft keine Altersgrenze kennt, Liebe keine Hindernisse und, dass man mit dem Herzen mehr sehen kann, wenn man es nur will.

Ich habe Milo total in mein Herz geschlossen. Und all die anderen Figuren, die abwechselnd zu Wort kommen und so den Leser an ihren Emotionen teil haben lassen.
Macgregor hat sehr viel zwischen die Zeilen gepackt, sodass man dieses Buch nicht nur lesen muss, sondern auch fühlen – mit dem Herzen! Aber macht euch keine Sorgen. Das klappt. Auf ganz besondere Art und Weise.
Kurzum ist es eine wunderschöne Geschichte, dir ihr euch nicht entgegen lassen solltet!
©Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik

Ivonne Keller – Hirngespenster

Drei Frauen. Silvie, ihre Schwester Anna und Sabina. Ein Unfall, der ihr Leben verändert.
Während Silvie vor der Entscheidung für ihren Liebhaber Jens und gegen ihren Mann Johannes steht, kämpft ihre Schwester Anna um ihren
Verstand. Nur mit Pillen schafft sie es, den Alltag mit ihren drei Kindern einigermaßen zu überstehen. Silvie ist hin- und hergerissen: Soll sie Anna beistehen oder sich um ihr eigenes Glück kümmern? Das Schicksal kommt ihr zuvor und reißt sie mitten aus dem Leben. Als sie zu sich kommt, ist nichts mehr, wie es war. Warum kümmert sich Sabina, die Jugendliebe ihres Mannes Johannes, so liebevoll um sie? Warum kommen ihre Schwester Anna oder ihre Eltern niemals zu Besuch? Ist Anna etwa tot? Oder im Gefängnis? Und was ist aus Jens geworden?
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)
Dieses Buch hat alles was eine spannende und emotionsgeladene Geschichte ausmacht und ich frage mich wann mich eine Story das letzte Mal so gefesselt hat – abgesehen von Thrillern, die ich in der letzten Zeit las.
“Hirngespenster” ist jedenfalls kein Thriller, sondern eine an Dramatik kaum zu übertreffende Geschichte dreier Frauen, die auf ganz besondere Weise verbunden sind.
Silvie und Anna sind Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Doch in beiden Ehen bröckelt es hinter der Fassade. Während Annas Welt nach und nach durch ihre Tablettensucht hinter einem Schleier verschwindet, sucht Silvie Zuflucht in den Armen eines anderen Mannes.
Die Geschichte der Schwestern plus die einer dritten Person, die eine wichtige Rolle spielt, wird abwechselnd erzählt und zwar auf so spannende Weise, dass ich nur noch durch die Seiten geflogen bin. Der Spannungsbogen war jederzeit(!) bis zum Zerreißen gespannt und hielt mich auf vielfältige Art in seinem Bann. Was wird aus Silvies Ehe? Und kann Anna ihre Sucht bekämpfen? Was verbergen die anderen Figuren für Geheimnisse? All diese Fragen tauchten beim Lesen immer wieder auf, wie ein Popup – Fenster, das sich nicht schließen lassen wollte.
Und ganz besonders beschäftigte mich die Frage wer wohl hinter dem in kursiver Schrift verfassten Text – der Gegenwart – steckt. Ihr werdet mich besser verstehen, wenn ihr das Buch selbst lest. Ich kann leider nicht mehr verraten, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Ich kann nur so viel verraten, dass ich so viel spekuliert habe während des Lesens, mir einiges seltsam vorkam und ich viele Fragen im Kopf durchgegangen bin, aber auf das tatsächliche Ende war ich trotz allem SO nicht vorbereitet. Ich habe letzten Endes sogar geweint, weil es so schön, traurig und auch anrührend war.
Hirngespenster” ist für mich die Überraschung des Winters. Intelligent, verworren und voller Dramatik. Chapeau, Ivonne Keller!
© Ricarda Ohligschläger