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Eva Völler

Rezensionen/ Rezensionen Historische Romane

Eva Völler – Ein Gefühl von Hoffnung – Ruhrpott-Saga Teil 2 - Werbung -

Das Ruhrgebiet Ende der 1950er Jahre: Das drohende Zechensterben treibt die Bergleute auf die Barrikaden. Johannes, der sich nach seinem schweren Unfall als Gewerkschafter engagiert, kämpft für die Interessen der Belegschaften. In diesen Zeiten des Umbruchs suchen die junge Buchhändlerin Inge und ihre rebellische Schwester Bärbel ihren Platz im Leben, jede auf ihre Art. Doch immer mehr Konflikte belasten den Familienfrieden, als eine unmögliche Liebe entsteht … (Quelle: randomhouse)

Auch im zweiten Fall der Ruhrpott-Saga entführt Eva Völler ihre Leser erneut in eine Zeit voller Aufschwung und Hoffnung, aber auch strenger Sitten und Engstirnigkeit. So hat die junge Bärbel mit den Anforderungen des Lebens zu kämpfen und muss befürchten, dass sie von der Schule fliegt während Inge ihre Ausbildung abgebrochen hat, um für Johannes und Jakob dazu sein. Was niemand ahnt: Inge empfindet mittlerweile mehr für Johannes und ihre Beziehung mit Peter ist lange nicht die Erfüllung nach der sie sucht.

Eva Völler greift Themen wie Homosexualität und Alkoholsucht auf und zeichnet damit ein gesellschaftliches Bild dieser Zeit, dass heute erschreckend und klar betrachtet menschenverachtend ist. Für mich ist es absolut nicht mehr vorstellbar, dass bestimmte Lebensformen strafbar sind und man mit Gefängnis bestraft wird. Und ich glaube da geht es einigen Lesern so.
Trotz alledem schafft sie aber auch die Menschlichkeit, den Zusammenhalt vieler Leidensgenossen in diesen schweren Zeiten lebendig werden zu lassen, sodass ich traurig war, als auch dieser Teil auslesen war. Mir waren die Personen so ans Herz gewachsen. Ich könnte mir diese Saga sehr gut als Zweiteiler im ZDF o.ä. vorstellen.

Ihren Schreibstil und ihre Fähigkeit Charaktere facettenreich und realistisch zu beschreiben werde ich sehr vermissen.
©Ricarda Ohligschläger

Wohnzimmerlesungen

Wohnzimmerlesung mit Kerstin Gier und Eva Völler

„Es gibt Tage, da kommt man sich vor wie in einem Paralleluniversum. So ein Tag ist heute! Mit der mittlerweile fünften Wohnzimmerlesung müsste eigentlich so etwas wie Routine eingekehrt sein, aber davon kann bei einem so hochkarätigen literarischem Doppel – das wir heute zu Gast haben – keine Rede sein.
Manche träumen von Rockstars, andere von Schauspielern und wieder andere wünschen sich eine heiße Nacht mit einem Model. Mein größter Wunsch seit langem war eine Wohnzimmerlesung mit Kerstin Gier. Und in einem Anflug von Wahnsinn nahm ich sogar schon Reservierungen dafür an, als diese Veranstaltung nur eine Idee in MEINEM Kopf war. 
Wer ihre Bücher gelesen hat, weiß wie peinlich es sein kann, wegen eines Lachflashs die Attraktion in der Straßenbahn zu sein und wer bereits Gast auf einer ihrer zahlreichen Lesungen war weiß, dass Kerstin nicht nur eine großartige Autorin, sondern auch eine talentierte Entertainerin ist!
Doch Kerstin ist heute nicht alleine. Ich freue mich ganz besonders, dass sie ihre Freundin und Autorenkollegin Eva Völler mitgebracht hat, die sich im Mai binnen von Sekunden dazu entschlossen hat, sich auf das Wagnis Wohnzimmerlesung einzulassen!
Mit ihren humorvollen Romanen wie beispielsweise „Leg dich nicht mit Mutti an!“ zeigt sie, wie man turbulenteste Situationen mühelos in ein amüsantes Szenario umwandelt. Parallel dazu entführt sie ihre Leser unter dem Pseudonym Charlotte Thomas fesselnd und bildgewaltig nach Venedig. Mit ihren Büchern „Die Lagune des Löwen“ und „Die Liebenden von San Marco“ hat sie sich auf Anhieb in mein Herz geschrieben. Und mit Sicherheit auch in das vieler anderer Leser. 
Ich freue mich sehr, dass ihr beide heute unsere Gäste seid und ich wünsche uns allen einen tollen Abend!“
Mit diesen Worten eröffnete ich gestern Abend den offiziellen Teil der vierten Wohnzimmerlesung in diesem Jahr. Zuvor durfte ich bei strahlendem Sonnenschein viele altbekannte liebgewonnene und neue sympathische Gäste auf unsere Terrasse begrüßen. Sie alle hatten eines gemeinsam: sie waren mindestens so aufgeregt wie ich. Hatte sich die Aufregung bei mir in den letzten Tagen eher durch im Bauch kribbelnde Vorfreude gezeigt, schwenkte sie gestern kurz in Richtung „Kopfsalat“.
Als dann jedoch alle Gäste anwesend waren und Kerstin nebst Eva sich bereits ausgiebig mit Kater Felix angefreundet hatten, wurde ich zum Glück wieder ruhiger. Kurz nach 18 Uhr bat ich meine Gäste ins Wohnzimmer, was gestern wieder einmal Schauplatz für unterhaltsame Stunden wurde.
Nach meinen einleitenden Worten las Kerstin Gier eine meiner Lieblingsszenen aus „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“. Im Nu war ich den Tränen nahe. Allerdings handelte es sich um zahlreiche Lachtränen, denn wenn Kerstin Gier einmal loslegt und ihre Figur Frau Baronski erzählen lässt (die mit dem losen Gebiss!), kann man einfach nicht anders als sich königlich zu amüsieren. Ich war aber nicht die Einzige, die tränennasse Augen hatte.
Nach diesem sehr amüsanten Abschnitt las Eva Völler aus „Leg dich nicht mit Mutti an!“ und wieder musste ich zum Taschentuch greifen. Da ihre Hauptfigur fälschlicherweise annahm im „Greys Hospital“ zu sein, aber lediglich unter Beruhigungsmitteln stand, erntete Eva für ihren Vortrag nicht weniger Lacher und Applaus.
Danach gab es Gelegenheit mehr über neue Buchprojekte zu erfahren, und von beiden Autorinnen wird es demnächst einige wunderbare Neuerscheinungen geben. Eva Völlers „Zeitenzauber“ wird fortgesetzt und auch Kerstin Gier arbeitet momentan an einem neuen Jugendbuchprojekt. Die Leser dürfen gespannt sein. Übrigens wird Kerstin Gier ganz kurz in der Verfilmung von „Rubinrot“ zu sehen sein! Das hat sie ebenso verraten.
Und wie immer nach einer Lesung wurden auch in meinem Wohnzimmer gestern sehr fleißig zahlreiche Bücher signiert. Zum Glück hatte ich noch einige Bücher über den Onlinehandel geordert. Dabei entstanden viele nette Gespräche und nicht nur die Augen meiner Gäste strahlten dabei, sondern auch Eva und Kerstin hatten sichtlich Freude. Wo kann man sich auch sonst so viel Zeit für jeden einzelnen nehmen? Ich ließ mir ebenso noch zwei Bücher signieren und meinen „Rubinrot“ – Hocker.
Aber damit war der Abend noch lange nicht zu Ende, denn wieder einmal hatten fleißige Hände dafür gesorgt, dass keiner mit leerem Magen nach Hause gehen muss. Eines hatte jedoch Premiere, denn Kerstin als Autorin hatte dieses Mal sogar selbst etwas dazu gesteuert und ihre Kürbiscremesuppe fand ebenso regen Absatz wie Hackbraten (Iris), leckerer Nachtisch (Andrea), Muffins (Lara), Möhrensuppe mit Basilikum (ich) und Schnittchen (Christophs Tante).
Nach dieser Stärkung wurden zahlreiche Erinnerungsfotos gemacht. Die beiden Autorinnen mussten ganz schön durchhalten. Danke, an dieser Stelle für eure Geduld! Auch das obligatorische Gruppenfoto durfte dieses Mal nicht fehlen. Aber da wir gleich zwei Autorinnen zu Gast hatten, habe ich mir erlaubt im Lesesessel Platz zu nehmen. Ein Omen?
Leider habe ich wieder viel zu wenig Zeit gehabt mit jedem ausgiebig zu quatschen, aber da ich einige von euch in wenigen Wochen schon wiedersehe, danach die Buchmesse und noch zwei Lesungen in diesem Jahr (03.11. und 15.12.) folgen werden, habe ich dazu noch viele Gelegenheiten. Mittlerweile habe ich selbst das Gefühl, dass ich nicht nur meine Bücher und natürlich meinem Mann um mich haben muss, um mich wohl zu fühlen, sondern auch Buch(blogger)freundinnen!
Ich wiederhole mich ungern, aber ihr macht solche Abende wie sie gestern stattfanden erst perfekt und ich möchte keinen von euch missen. Es macht solchen Spaß über Bücher und Autoren zu plaudern, dass ich das Nächte lang tun könnte. Aber vielleicht ergibt sich ja bald die Gelegenheit dazu. 🙂
Eva und Kerstin haben uns gestern Abend viel Freude bereitet, und ich bin sehr dankbar und glücklich, dass mir quasi „wie von selbst“ solch ein großer Wunsch erfüllt wurde. Ich hoffe ihr hattet ebenso Spaß wie wir, denn so eine Wohnzimmerlesung ist nicht selbstverständlich und ich hoffe unser kleines Dankeschön kann euch ein bisschen was von der Freude, die ihr uns bereitet habt zurückgeben.
Bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich sicher ein paar Tage brauche um diesen tollen Abend zu realisieren und ich freue mich auf viele weitere Begegnungen mit Leseratten und Autoren. Es tut mir immer ein bisschen weh, dass mein Wohnzimmer nicht noch größer ist, denn natürlich würde ich sehr gerne noch mehr Leute einladen, aber leider ist das nicht möglich.
Weitere Fotos gibt es hier zu sehen: KLICK
Hier ein Videobericht von Jessica
© Ricarda Ohligschläger
Und hier noch ein Bericht von ANDREA GIGLIO

Rezensionen/ Rezensionen Humor

Eva Völler – Leg dich nicht mit Mutti an

Annabell, demnächst 45, alleinerziehende Teilzeitjournalistin, hat nicht nur chaotische Kinder, sondern auch ein Problem: ihr sehr marodes, aber geliebtes altes Haus. Als sie sich endlich dazu überwindet, bei der Bank um einen Kredit für die dringend nötige Sanierung zu bitten, gerät sie mitten in einen Banküberfall. Im Tumult wird sie angeschossen – zum Glück! Denn als gefeierter Heldin wird ihr prompt der Kredit gewährt. Doch jetzt fängt der Stress erst richtig an. Nicht nur, dass unfähige Handwerker das Haus in Beschlag nehmen und Annabells Hippie-Mutter den Haushalt schmeißen will – plötzlich steht auch noch ihre Schwiegermutter vor der Tür, deren Führungsstil mit „generalstabsmäßig“ noch nett umschrieben ist.
(Kurzbeschreibung laut www.amazon.de)
Annabell Wingenfeld lebt das Chaos. Zwangsweise sozusagen, denn ihr altes baufälliges Haus braucht ganz dringend eine Grundsanierung. Leider fehlt der dreifachen Mutter das Geld dazu und so sieht sie keinen Ausweg, als bei ihrer Hausbank um einen Kredit anzufragen.
Der Termin endet jedoch in noch größerem Chaos: Annabell wird Opfer eines Bankräubers! Nach einer Notoperation teilt ihr die Bank glücklicherweise mit, dass ihr Kredit bewilligt wird. Dass das zu Annabells schneller Genesung beiträgt, ist nicht verwunderlich!
Sorgen macht ihr aber schon kurze Zeit später der Dachdecker, der ist nämlich spurlos verschwunden – mit ihrem Geld. Glücklicherweise bekommt Annabell aber tatkräftige Unterstützung durch ihre Mutter und die überraschend auftauchende Schwiegermutter.
Meiner Meinung nach ist der Titel des Buches nicht ganz passend, denn eigentlich beinhaltet Eva Völlers Roman gleich drei resolute „Muttis“.
Zu einem ist es Annabell selbst, die sich weder von einem Bankräuber noch von ihrem humorlosen Chef unterkriegen lässt und ihren Mann wie ein Fels in der Brandung steht.
Auf der anderen Seite ist es ihre Mutter, die nicht nur einen lockeren Lebenswandel, sondern auch die Gelassenheit an den Tag legt, die bei all dem Chaos nötig ist.
Und drittens sorgt ihre Schwiegermutter für den nicht ganz unwichtigen Part, der Unordnung einfach nicht duldet.
So ist es aber genau diese Mischung, die „Leg dich nicht mit Mutti an“ zu einem humorvollen Roman für entspannte Stunden macht.
Rundum perfekt wird das Buch aber erst durch den humorvollen Schreibstil der Autorin, der Alltagssituationen auf gekonnte Weise zu einem reinen Lesevergnügen umsetzt. So wird die turbulenteste Situation mühelos zu einem amüsanten Szenario umgewandelt.
Und doch stößt man zwischen den Zeilen auch auf Sätze, die nicht einfach untergehen dürfen:
„Jeder Liebeskummer hatte sozusagen ein eingebautes Verfallsdatum, er verblasste immer mehr und fing dann irgendwann an, sich in Ärger zu verwandeln.“
(Seite 275)
Fazit: „Leg dich nicht mit Mutti an“ ist die perfekte Lektüre für alle, die nach einem humorvollen Buch für entspannte Nachmittage auf dem Sofa suchen.
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Jugendbuch

Eva Völler – Zeitenzauber: Eine magische Gondel

Insgesamt werde ich den Eindruck nicht los, dass Eva Völler selbst eine Zeitreisende ist. Vielleicht gelingen ihr gerade deswegen die bildhaften und detaillierten Beschreibungen in diesem wunderschönen Zeitreiseabenteuer.
Kurzbeschreibung laut amazon.de:
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen – und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen …
Eva Völler ist mir bisher lediglich durch ihre wundervollen historischen Romane bekannt, die sie unter dem Namen Charlotte Thomas veröffentlicht. In „Zeitenzauber: Die magische Gondel“ entführt sie ihre Leser zwar wieder in das frühere Venedig, allerdings geht es diesmal weniger um historische Hintergründe, sondern um Liebe, Intrigen und eine aufregende Zeitreise. Diese erlebt die 16jährige Anna und wird dabei nicht nur mit freundlichen Menschen konfrontiert. Aber nicht nur die Schurken machen ihr zu schaffen, sondern auch die Gegebenheiten des Jahres 1499. Was im Jahre 2009 selbstverständlich ist, muss sich Anna nun mühsam erarbeiten. Um beispielsweise ein Bad zu nehmen, muss sie erst einmal Wasser schleppen, und Conditioner und Shampoo sind auch noch nicht erfunden. Genauso wenig wie Schokolade und iPod.
Auf interessante Weise beschreibt Eva Völler Annas neues Leben und als Leser taucht man immer tiefer ab in eine längst vergessene Zeit. Dazu tragen nicht nur die tollen Beschreibungen des alten Venedigs bei. Nein, Eva Völler beschreibt auch das Leben der Menschen der Zeit angepasst und sehr ausführlich. Beim Lesen bekommt man dadurch wahnsinnige Lust auf eine solche Zeitreise und ich würde sehr gerne selbst erfahren, wie es ist all die historischen Gassen und das mittelalterliche Leben zu erkunden. Insgesamt werde ich den Eindruck nicht los, dass Eva Völler selbst eine Zeitreisende ist. Vielleicht gelingen ihr gerade deswegen die bildhaften und detaillierten Beschreibungen in diesem wunderschönen Zeitreiseabenteuer.
Der einzige Kritikpunkt ist für mich die an manchen Stellen fehlende Spannung. Zu langatmig waren mir manche Abschnitte und leider unterbrachen sie meiner Meinung nach ein bisschen den Lesefluss.
Fazit: Eine lesenswerte und wunderschön detailliert beschriebene Zeitreise, die mit ganz kleinen Einschränkungen verzaubert und begeistert.
© Ricarda Ohligschläger