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Martina Andre

Wohnzimmerlesungen

Wohnzimmerlesungen in 2013

Ich freue mich euch bereits jetzt Termine für die Wohnzimmerlesungen in 2013 bekanntgeben zu können:

02.03. Elke Pistor
06.04. Martina André liest aus „Flamme von Jamaika“ (Wird nachgeholt!)
20.07. Zoë Beck
07.09. Kim Schneyder liest aus „Manche mögen´s reicher“
26.10. Tanja Janz liest aus ihrem Buch „Der ist ja nicht doof, nur irgendwie hochbegabt
02.11. Sandra Henke
14.12. Wohnzimmerlesung mit vielen süßen Überraschungen 😉
Sechs Wochen vor dem Lesungstermin werde ich die Lesung im Blog und auf der Facebookfanseite ankündigen.
Vorreservierungen werde ich keine mehr annehmen, damit jede(r) die gleiche Chance hat in den Genuss einer solchen Lesung zu kommen.
Ich denke, dass dies im Sinne aller ist und danke euch für euer Verständnis!

Rezensionen/ Rezensionen Historische Romane

Heike Koschyk und Alf Leue (Hrsg.) – Die vierte Zeugin

Wenn sich zwölf namhafte Autoren zusammentun, um einen historischen Roman zu schreiben, könnte das unter Umständen ein großes Chaos geben. Wenn diese zwölf Autoren ihren Schreibstil aber so gekonnt ineinanderfließen lassen wie in „Die vierte Zeugin„, dann wird es zu einem herausragenden Lesevergnügen.
In Köln wird 1534 die Tuchhändlerwitwe Agnes Imhoff angeklagt, den reichen Londoner Geschäftsmann Richard Charmann gemeinsam mit ihrem Ehemann Andreas betrogen zu haben.
Da ihr Ehemann aber unter mysteriösen Umständen ums Leben kam, muss sie sich nun ganz allein dem Richter stellen. Die Beweislage ist erdrückend und Agnes Imhoff fürchtet um ihre Existenz.
Im Laufe des Prozesses fällt plötzlich ein ganz neues Licht auf ihren Ehemann, der ihr nichts als Schulden hinterlassen hat. So soll er Agnes bei geschäftlichen Angelegenheiten zur Unterschrift gezwungen und auch sonst nicht mit Schlägen und Drohungen halt gespart haben. Sogar als Trunkenbold war er in gewissen Kreisen bekannt.
Doch ist Agnes Imhoff wirklich unschuldig? Oder ist die bildschöne Frau, die nicht wenigen Männern den Kopf verdreht hat, ein gerissenes Weibsbild welches hinter ihrer makellosen Fassade eine Mörderin verbirgt? Und welche Rolle spielt Richard Charmann in diesem sich zum politischen Intrigenstück entwickelnden Prozess?
Bereits der Prolog hat mich durch seine faszinierende Weise in den Bann gezogen und ich fühlte mich binnen weniger Augenblicke mitten im Geschehen. Im Stile eines Kölner Stadtschreibers werden die wichtigsten Figuren kurz vorgestellt, um sie später in den einzelnen Kapiteln genauer unter die Lupe zu nehmen.
Im Fokus des Romans steht die Frage, ob man die Ehefrau für die Schulden ihres verstorbenen Mannes haftbar machen kann, wenn laut römischen Rechts ihre Unterschrift auf Geschäftspapieren keine Gültigkeit hat. Das wiederum gibt dem Leser einen interessanten Einblick in das Rechtssystem des 16. Jahrhundert.
An Agnes Imhoff sollte ein Präzedenzfall statuiert werden, der seine Kreise bis in die Königshäuser zog. Grundlage ist ein historisches Dokument, welches beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs schwer beschädigt wurde. Jeder der zwölf Autoren übernahm zwei Kapitel und hatte so die Möglichkeit dem Leser verschiedene Sichtweisen zu präsentieren.
Hätte man mir diesen Roman als „Einzeltäterwerk“ vorgelegt, ich hätte ihn auch so angenommen, denn an keiner Stelle spürt man einen Riss oder eine Veränderung des Schreibstils. Nahtlos gehen die Kapitel in sich über und zeugen so vom Können der beteiligten Autoren.
Autoren wie Martina André, Heike Koschyk, Lena Falkenhagen und Peter Prange haben sich auf ein literarisches Experiment eingelassen und es mit Glamour gemeistert!
© Ricarda Ohligschläger
Weitere Gemeinschaftswerke aus dem Autorenkreis „Quo Vadis“
Die sieben Häupter
Der Zwölfte Tag
Die fünfte Nacht
Das dritte Schwert
 

Buchmesse in Frankfurt

Frankfurter Buchmesse 2012 (Tag 3 – 13.10.)

Buchmesse Tag 3
Dieser Morgen begann mit einem dicken Kuss von meinem Mann, den ich ganze zwei Tage nicht gesehen hatte und der mit Annika im Schlepptau nun endlich nachgekommen war. Zu viert fuhren wir dann zur Messe. Ich könnte diesen Satz jetzt so stehen lassen, aber diese Autofahrt war so crazy, dass sie eigentlich verfilmt gehört. 🙂
Es begann damit, dass wir trotz Navigationsgerät irgendwie falsch fuhren. Karin wusste auch nicht wie wir fahren mussten, aber dass wir falsch fuhren hatte sie irgendwie im Gefühl. Von den hinteren Sitzen hörte ich immer nur ein „Nein, nicht da lang!“
An einer Ampel signalisierte Christoph dann einem Taxifahrer, dass er die Scheibe herunterkurbeln sollte. Der Inder tat das auch folgsam und wir fragten nach dem „Römertor“, denn das wäre unser Ziel gewesen. Die Auskunft des Taxifahrers verwirrte uns ein bisschen und Karin hatte wieder dieses „falsch“ im Gefühl.
Kurze Zeit später fuhr ein Polizeiwagen neben uns und mein Mann erinnerte sich so spontan daran, dass die Polizei „Freund und Helfer“ ist, dass uns drei Weibsen die Spucke wegblieb. Christoph hielt den Wagen nämlich kurzerhand an und fragte seelenruhig nach dem Weg. Der Beschreibung der beiden Polizisten nach fuhren wir dann zur Messe, als plötzlich wie aus dem Nichts erneut der indische Taxifahrer neben uns auftauchte und uns zu verstehen gab, dass er vorhin gedacht hat wir wollen zum Römer statt zum Römertor. So hieß nämlich unser Parkhaus. Der Römer jedoch ist das Rathaus der Stadt Frankfurt am Main. (Ich weiß, dass sich das jetzt sicher viel nüchterner liest als es war, aber ich muss schon wieder Tränen lachen!)
Wir vier waren nicht mehr zu halten. Die Situation war zum Brüllen komisch und trotz einer total chaotischen Fahrt durch Frankfurt kamen wir gegen halb zehn auf dem Messegelände an.
Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass wir beim Parken so von einer Porschefahrerin abgelenkt waren, dass wir am Abend etwas länger nach unserem Auto suchen mussten, da sich keiner von uns dreien (Annika, Christoph und ich) gemerkt hatte auf welchem Parkdeck wir geparkt hatten. Glücklicherweise war es wieder einmal Karin, die uns per Telefon rettete. Sie ist und bleibt die Orientierungsqueen, denn ohne sie hätten wir uns tausende Male verlaufen und würden heute noch das Auto suchen.
Zurück zur Messe: In Halle 3.0 trafen wir uns mit Sandra und machten uns weiter auf den Weg zur Buchvorstellung von Zoran Drvenkar. Dank Mediathek kann man diese hier anschauen, falls man nicht live dabei sein konnte. Zoran Drvenkar machte uns alle sehr neugierig auf sein Buch „Der letzte Engel“ und obwohl ich nicht so der Fantasyfan bin, werde ich es mir demnächst kaufen. Schaut euch die Sendung an und ich schwöre euch, dass ihr ebenso Lust auf das Buch bekommen werdet. Außerdem könnt ihr euch dann von der sympathischen Art des Autors selbst überzeugen.
Christoph und ich besuchten im Anschluss Sandra Henke bei ihrer Signierstunde. Erst als wir direkt vor ihr standen bemerkte sie uns und somit war die Überraschung gelungen. Ich ließ mir von ihr „Opfer der Lust“ signieren und wir verabredeten uns anschließend auf einen Kaffee.
Sandra war total glücklich über ihre erfolgreiche Signierstunde und strahlte mehr denn je. Und im nächsten Jahr werden dann hoffentlich meine Autorenfotos von ihr bei „Mira“ zu sehen sein. 🙂
Ursprünglich wollte ich an diesem Samstag auch zum „Lovelybooks“ – Treffen gehen, aber ich musste zwischendurch einfach raus aus der Masse. Das Gedrängel am Samstag machte mir kurze Zeit sehr zu schaffen. Und da ich erst im Sommer umgekippt bin…
Ich bin dann in die Halle des Gastlandes Neuseeland, in der ich mir mit meinem Mann eine kleine Präsentation ansah. Anschließend hatte ich noch eine spontane Verabredung mit Barbara Lechner. Zusammen sahen wir den Tänzern draußen auf der Bühne zu und hatten dabei sehr viel Spaß! Ich betone an dieser Stelle ausdrücklich, dass ich wegen der Bücher zur Messe fahre…

Die Zeit verrann am Samstag wie im Flug. Beim Mittagessen sah ich eine Frau und dachte immer nur: „Die kennst du!“, wusste aber nicht genau den Namen. Am nächsten Morgen im Bus saß sie neben mir und es stellte sich heraus, dass es C.M.Singer war. Dazu im nächsten Bericht mehr…
Irgendwann mussten wir uns von Sandra und Karin verabschieden. Als kleines Trostpflaster trafen wir dann zu dritt auf Martina André und Beatrix Mannel, und wieder einmal gab es einen gemeinsamen Kaffee. Beide sind Mitglied bei DeLiA und im nächsten Jahr schon werde ich sie auf dem dortigen Treffen wiedersehen.
An dieser Stelle möchte ich euch Martinas Buch „Die Teufelshure“ ans Herz legen. Es ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher und ein vielfältiges Leseabenteuer mit einer ganz besonders aufregenden Hauptfigur!
Der Messetag endete dann mit der bereits oben erwähnten Autosuche und dann ging es ins Hotel. Von dort aus ging es nach einer kurzen Pause in ein Restaurant, was mir Sandra Henke empfohlen hatte, denn wie es der Zufall wollte war sie in der Nacht zuvor im selben Hotel untergebracht.
Bei „Da Michele“ gab es dann endlich auch ein Eis für mich, denn ich hatte schon seit Tagen Appetit darauf, weil man auf der Messe ständig an den „Möwenpick“ – Ständen vorbei läuft. Und dieses Eis war kein Eis, sondern eine Offenbarung. Gott, war das lecker! Wenn ihr also in Frankfurt seid geht in dieses Restaurant. Auch die Tortellini (irgendwas mit Überraschung vom Chef; da müsst ihr mal auf der Karte schauen – die müsst ihr essen) sind sehr zu empfehlen und der Wein, und nicht zu vergessen das Ambiente!
Nach dem Restaurantbesuch machten wir einen Minispaziergang zurück zum Hotel und besuchten auf einen letzten Schluck die Hotelbar.
Der dritte Tag bescherte mir aber trotz meiner zwei Gläser Wein keine ruhige Nacht, denn so langsam quälten mich meine Waden und ich hätte in dieser Nacht sehr viel für ein heißes Bad gegeben um die Schmerzen wenigstens ein bisschen zu lindern. Ansonsten war ich eigentlich fit, aber DAS war nicht so schön. Nach nur vier Stunden Schlaf war die Nacht vorbei und ein letzter Messetag stand bevor, der mit einem gemütlichen Frühstück begann.
(Tipp- und Kommafehler sind beabsichtigt und ein Zeichen meiner außerordentlichen Kreativität!)
Die Fotos der Autorentreffen könnt ihr auf meiner Herzgedanke – Fanseite sehen.
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen

Martina André – Schamanenfeuer – Das Geheimnis von Tunguska

Im Sommer 2008 bricht ein Team aus Geophysikern – darunter Viktoria Vanderberg – auf um dem Geheimnis von Tunguska zu erforschen. Nach einem Zwischenfall rettet Leonid Aldanov Viktoria das Leben. Er ist der Nachfahre großer Schamanen und verspricht Viktoria seine Hilfe, weil auch seine eigene Geschichte im Rätsel von Tunguska verwoben ist.
Erzählt wird die Geschichte immer abwechselnd aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Dies trägt zwar etwas zur Verwirrung bei, aber dadurch trägt sich die Spannung durch jedes einzelne Kapitel.
Die Charaktere fließen nach und nach alle in die Handlung mit ein und so hatte ich beim Lesen auch keine Schwierigkeiten mir alle Personen im Zusammenhang zu merken, auch wenn es viele russische Namen sind. Zur Unterstützung findet man am Ende des Buches auch ein Personenverzeichnis, welches aufgeteilt ist in Gegenwart und einen historischen Teil.
Die eher mystische Stimmung wird immer wieder aufgelockert durch die leidenschaftlichen Begegnungen von Viktoria und Leonid. Das Werben Kissankas um Leonard kann man dagegen mit einem Augenzwinkern als eher aufdringlich betrachten.
Da ich ja eher ein Fan von Liebesgeschichten bin empfand ich diese Abwechslung als sehr angenehm und habe die Handlung rund um die Forschungen eher als Beiwerk betrachtet. Fans mystischer Romane werden diesen Aspekt wohl eher genau umgekehrt erwähnen.
 
Besonders fasziniert haben mich die Abschnitte in den die Schamanen ihre Fähigkeiten zeigen konnten, so z.B. bei der Heilung des kleinen Mitja. Mein Interesse zu diesem Thema ist geweckt und Russland ist mir ebenso wieder ein Stück näher gerückt.
Fazit:
Martina André legt mit ihrem Buch „Schamanenfeuer“ ein sehr gut recherchiertes  Leseabenteuer vor. Ihre Figuren sind facettenreich und glaubwürdig. Die Handlung ist von vorne bis hinten schlüssig. Fiktion und Fakten sind spannend und mitreißend miteinander verknüpft.
Der geballte Genremix sorgt für eine – im wahrsten Sinne des Wortes – explosive Mischung!!

Interviews mit Autoren

Interview mit Martina André

Welchen Weg mussten Sie gehen, um Schriftstellerin zu werden?
Schreiben – und sonst nichts. Entgegen mancher Vorstellungen glaube ich nicht, dass man Schriftstellerin werden kann. Man ist es oder man ist es nicht, ganz gleich ob man Germanistik, Literatur oder sonst was studiert hat oder eben auch nicht – schon gar nicht bedarf es einer Veröffentlichung – man muss nur regelmäßig etwas zu Papier bringen – oder in den Computer hacken, Freude daran haben und es nicht mehr lassen können…
 Wenn die Frage darauf abzielt, wie ich dazu gekommen bin, zu schreiben – so kann ich sagen, dass ich schon als Kind kleine Geschichten verfasst habe – mit Sechzehn habe ich es leider wieder aufgegeben (nachdem ich keinesfalls riskieren wollte, dass es andere lesen…) und mit Zweiundvierzig hatte ich nach der Lektüre von ein paar (für mich) beeindruckend spannenden Büchern plötzlich den Wunsch, mir wieder meine eigenen Geschichten zu erzählen. Danach habe ich mich – sozusagen über Nacht  und zur großen Verwunderung meiner Familie – auf unseren Dachboden gesetzt und angefangen, jede freie Minute in meine Templerstory zu investieren.
Danach ging alles wie von selbst. Ich fand alle Zutaten (und alle Helfer) , die ich benötigte auf eine zugegebenermaßen magische Weise (alles, was ich wissen wollte, strömte zu mir hin bzw. ich fand nach und nach entsprechende Orte, die meine Story auf seltsame Weise realistisch erscheinen ließen) – zu gegebener Zeit traf ich (zufällig) auf eine freundliche Autorin, die mir ihre Agentur empfahl und nachdem ich auf ihr Anraten dort mein Manuskript eingereicht hatte, musste ich  (nachdem mein eigentliches Manuskript für den Anfang zu umfangreich war) „nur“ noch schnell einen Kirchenthriller schreiben, um veröffentlicht zu werden  („Die Gegenpäpstin“) und Schwupps war ich allem Anschein nach das, was sich die Allgemeinheit unter einer  Schriftstellerin vorstellt… (nein – ganz so einfach war es natürlich nicht – Schreiben erfordert trotz aller Begeisterung verdammt viel Disziplin, wenn man ein fertiges Buch produzieren möchte und die uneingeschränkte Fähigkeit zur Selbstkritik – was manchmal ganz schön nervig sein kann … ).
 Woher nehmen Sie die Ideen für Ihre Romane z.B. beim Buch „Das Rätsel der Templer“? Was ist der Auslöser? Ein interessanter Artikel oder mal ein Buch von einem Kollegen, das dann aber den Anstoß für eine andere Richtung gibt?
Die Grundidee zu „Das Rätsel der Templer“ stammt aus meiner Jugend. Ziemlich genau mit 8 Jahren hörte ich zum ersten Mal die Heimatgeschichte des „Mönchs von Heisterbach“, der an Gott zweifelte und in einen Wald ging, um darüber nachzudenken, was Petrus wohl mit dem Ausspruch gemeint haben könnte „Für Gott sind ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag“. Als der Mönch müde wurde, setzte er sich auf einen Baumstamm und schlief ein – als er erwachte musste er feststellen, das tausend Jahre vergangen waren und ihn niemand mehr erkannte, als er ins Kloster zurückkehrte.
Seitdem liebe ich Zeitreisegeschichten – und da es bei den Templern Unmengen an Geheimnissen gibt und bei der anschließenden Recherche – zufälligerweise – unzählige, merkwürdige Parallelen auftauchten, hat sich die Story letzten Endes wie von selbst erzählt.
Ich hatte schon nach kurzer Zeit das Gefühl, dass sich der „Film“ in meinem Kopf verselbstständigte und ich nur mitschreiben musste.
Nun ja – wer es genau wissen will, sollte das Buch lesen – es ist recht nahe an der Realität geschrieben – auch wenn es kaum zu glauben ist.
Die Idee zu „Schamanenfeuer – das Geheimnis von Tunguska“ – entstammt der tatsächlich am 30. Juni 1908 erfolgten Katastrophe von Tunguska/Sibirien – deren Auslöser bis heute unbekannt ist. Dieses Thema reizte mich schon lange und meine eigenen Gedanken und Ideen dazu veröffentlichen zu können, war eine tolle Sache. „Die Teufelshure“  spiegelt meine Faszination fürs historische Schottland wieder und meinen Spaß an „schrägen“ Action-Geschichten.
Schreiben Sie mit einer bestimmten Regelmäßigkeit z. B. bestimmte Anzahl Seiten je Tag oder Woche?
Im Moment schreibe ich nur E-Mails – nach einem monatelangen Schreibmarathon benötige ich eine kleine Verschnaufpause. Ansonsten schreibe ich ziemlich schnell und ziemlich viel, wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Zehn bis fünfzehn Seiten pro Tag sind nicht selten (am Wochenende). Unter der Woche – wenn ich nebenbei noch anderweitig eingebunden bin, werden es selten mehr als drei Seiten pro Abend.
Mir gefällt die Rechercherubrik auf Ihrer Website. Hatten Sie selbst die Idee dazu oder sind Sie von vielen Lesern danach gefragt worden? Sind Sie an allen Orten selbst gewesen?
Die meisten Orte habe ich selbst besucht (wenn mir etwas fehlt, helfen mir Freunde mit ihren Infos aus) zudem fotografiere ich sehr gern – meist Landschaftsbilder. Irgendwann kam mir die Idee, auch meine LeserInnen an den Originalschauplätzen der Storys und deren geschichtliche Hintergründe teilhaben zu lassen. Glücklicherweise habe ich einen talentierten Sohn, der nicht nur die Musik zu meinen Recherchetrailern komponiert, sondern auch meine Bilder in ein passendes Video verwandelt, bzw. meine gesamte Website regelmäßig auf Vordermann bringt.
Habe vorhin im Buchladen in einem Prospekt die Vorankündigung für Ihr neues Buch gesehen, dass jetzt bald erscheint. Wird es auch als ungekürztes Hörbuch bei Radioropa erscheinen? Ich finde es nämlich toll, dass die
anderen Bücher als ungekürzte Hörbücher verfügbar sind.

 Es wird als Hörbuch sogar vor dem Buch erscheinen. Und ja – Radioropa Hörbuch produziert ausschließlich ungekürzte Hörbücher. Ich finde das prima, weil in meinen Büchern manchmal entscheidende Sätze zu finden sind, die  man nicht einfach wegkürzen kann, ohne den Sinn zu verändern. Das würde bedeuten, ich müsste selbst kürzen, damit nichts von Bedeutung verloren geht –  eine ziemliche Zusatzarbeit, die ich mir nur zu gerne erspare.
Wie sind Sie auf die Idee zu Ihrem neusten Buch gekommen?

Es gab verschiedene Gründe. Schottland ist wie meine zweite Heimat. Ich bin mehrmals im Jahr dort. Die Gegend um Glencoe und Loch Leven (Westhighlands) ist mir sehr vertraut und ich wollte schon immer gerne mal eine Geschichte schreiben, die dort spielt. Eine sehr gute Freundin hat dort ihre Wurzeln und sie und ihr Mann haben mir diesen Sommer mit dem Besuch der Gräberinsel St. Munda einen lang gehegten Herzenswunsch erfüllt. Das Thema Unsterblichkeit fasziniert mich als „Zeitreisende“ schon lange – und klar – ich liebe Highlanderstorys (hab sogar mal einen Anfängersprachkurs in der Schottisch-Gälisch-Uni auf der Isle of Skye absolviert). Da war es nur noch ein kleiner Schritt zur vorliegenden Geschichte, in die ich dann auch noch meine schottische Lieblingsstadt – Edinburgh – einbauen konnte.
Wer hat den Titel „Die Teufelshure“ ausgesucht, Sie selbst oder
jemand vom Verlag?

„Die Teufelshure“ – ist ein reines Autorinnenprodukt. Obwohl – ich geb‘s zu – manch einer vielleicht glauben mag, es sein ein reißerischer Titel, der mir vom Verlag aufgedrängt wurde. Aber das trifft absolut nicht zu. Vielmehr begegnete mir dieser Titel während meiner Recherche in Schottland. In Channel 4 lief gerade „The Devil’s Whore“ – ein wunderbarer  historischer Fernsehfilm, dessen Kostüme und die historischen Hintergründe zum englischen Bürgerkrieg Mitte des siebzehnten Jahrhunderts sehr inspirierend auf mich wirkten. Da es in meinem Buch nicht nur um Hexerei geht (Der Begriff „Teufelshure“ ist ja ein altes Synonym für „Hexe“) sondern auch um den Teufel und die Verführungskraft einer – angeblich – von ihm beherrschten Frau – war die Entscheidung schnell getroffen. Der Verlag hat sich den Titel dann gleich in seiner deutschen Übersetzung schützen lassen – und bitte sehr – da ist er.
Ist eine Lesereise geplant, um „Die Teufelshure“ vorzustellen?
Nein –  zurzeit ist keine Lesereise geplant – und dafür gibt es mehrere Gründe. Ein ganz banaler Grund  ist, dass ich beruflich noch anderweitig eingebunden bin und es zeitlich kaum durchführbar ist – neben Job, Schreiben (Recherche) und Haushalt auf längere Lesereisen zu gehen.
Trotzdem wird es ein paar kleine, feine Termine geben.
Am 18.10.2009 sind wir (die Schauspielerin Anja Bilabel – die um ein vielfaches besser liest…  und ich…) beim Focus-Hörbuchforum  auf der Frankfurter Buchmesse in Halle 4.1 B 139  von 16:15h – 17:15h zu sehen und zu hören.
Am 24.10.2009 gibt es eine große Lesung zu Templern, Schamanen und Alchemisten (Teufelshure) in Mayen auf der Genovevaburg beim Festival der Magie https://www.mayen.de/deutsch/frameset-1-0-0-706.html  (was mich besonders freut, weil die Burg in der Templerstory vorkommt).
Am 30.10.2009 gibt es eine Lesung zur „Teufelshure“ in der Buchhandlung Ludwig in Leipzig am Bahnhof (eine der seltenen Veranstaltungen, wo ich selbst lese – lassen wir uns überraschen…).
Am 14.11.2009 gibt es eine öffentliche Lesung aus der „Teufelshure“ bei der „Historica“ – dem Jahrestreffen des Autorenkreises „Quo Vadis“ in Hamburg. Und Ende November (genauer Termin steht noch nicht  ) – werden wir in der Schweiz zu sehen und zu hören sein.
Wird es irgendwo eine Leserunde zu Ihrem neuen Buch geben? Bücher zum Thema Schottland reizen mich immer besonders und eine Leserunde mit Autorin wäre genial.
Es sind Leserunden geplant – eine davon beim Diana Gabaldon Forum (wo auch sonst? :o)…) in Steffis Bücherkiste ab dem 16.11.2009 und eine weitere Leserunde bei Lies und Lausch  ab dem 20.11. 2009.
Arbeiten Sie bereits an einem neuen Buch und können Sie schon verraten, worum es in Ihrem nächsten Buch gehen wird?Wenn alles klappt, wird 2011 eine Fortsetzung zu „Das Rätsel der Templer“ erscheinen – ich stehe zurzeit quasi schon wieder bis zu den Knien im Mittelalter und in der Kreuzzugsproblematik.
 
Welche Literaturgattung lesen Sie privat am liebsten? Und welches Buch lesen Sie gerade?
Mein persönlicher Lesekonsum spiegelt sich recht deutlich in meinen eigenen Büchern wider. Es ist eine eigentümliche Mischung aus so ziemlich allem. Wobei ich es liebe, wenn  Storys möglichst realistisch geschrieben sind und mir die Charaktere authentisch erscheinen.
Schreibtechnisch beeindruckt haben mich in jedem Fall Diana Gabaldon (von ihr würde ich so ziemlich alles lesen, weil es so plastisch wirkt), Wilbur Smith (ein südafrikanischer Autor, der seine Storys beeindruckend realistisch darstellt und dabei wenig Rücksicht auf die Gemütslage seiner Leser nimmt – ganz gleich wie aufregend, erschreckend oder anzüglich seine Beschreibungen auch sind), T.C. Boyle (amerikanischer Autor – seine Texte und Themen sind unglaublich abwechslungsreich), Bernard Cornwell (englischer Autor – ich liebe seine Uthred-Saga – weil sie so echt wirkt und der Held humorvoll und super sympathisch ist).
 Welche Themen / Personen würden Sie gerne in zukünftigen Werken aufgreifen?
 Ich habe noch was über „Germanen“ in der Schublade liegen – ich wüsste gerne mehr über unsere Vorfahren (ich wohne nicht weit entfernt vom Limes) und warum müssen es immer Wikinger, Römer oder Ritter sein, die für Action und Spannung gut sind?
 Ich habe gelesen, dass Sie hauptberuflich Bundesbeamtin sind. Wie vereinbaren Sie Ihren Job mit dem Schreiben und dem Familienleben?Job und Schreiben sind strikt getrennt. Für Schreiben und Recherche verwende ich beinahe meine gesamte Freizeit  – und meine Familie unterstützt mich dabei.
 
 Sie schreiben historische Romane mit einer gehörigen Portion Mystik. Haben Sie eine besondere Beziehung zu mystischen Dingen?
Mir wird manchmal nachgesagt, ich hätte eine hellseherische Ader. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Bei allen Büchern hatte ich während des Schreibens mystisch anmutende Erfahrungen, die mich regelrecht verblüfft haben (Alleine darüber könnte ich ein spannendes Buch schreiben). Seitdem  interessiere ich mich vermehrt für unerklärlichen Begebenheiten  – will mich aber nicht festlegen, ob sie tatsächlich mystisch sind, solange ich nicht weiß, ob es nicht doch eine wissenschaftlich begründbare Erklärung dafür gibt. In meinen Storys versuche ich  diese Gegensätzlichkeit miteinander zu verbinden, indem ich bei aller Mystik einen wissenschaftlich „realistischen“ Kern suche.
Könnten Sie sich vorstellen auch ein Buch in einem völlig anderen Themenbereich zu schreiben?Nachdem ich aus dem Stand einen Kirchenthriller geschrieben habe und vorher eine – auch von Genre-Kennern – anerkannte Templerstory, danach zu tungusischen Schamanen gewechselt bin und nun einen etwas anderen schottischen Highlander-Roman veröffentliche, kann ich mir so ziemlich alles vorstellen – allerdings glaube ich mittlerweile, dass die Geschichten zu mir kommen und nicht umgekehrt – also lassen wir uns überraschen, was mich als nächstes „heimsucht“ ;o) … .
 
Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Schreiben ist …Selbsterkenntnis.© Ricarda Ohligschläger
Das signierte Buch geht an Andrea S.
 
Liebe Martina vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben diese Fragen zu beantworten und danke für die interessanten Einblicke ins Autorenleben.