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Nele Neuhaus

Rezensionen/ Rezensionen Krimis/Thriller

Nele Neuhaus – Muttertag

#werbung

Muttertag von Nele Neuhaus ©Ullstein Buchverlage

Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik findet ein Mädchen eine halb verweste Leiche. Es handelt sich um den ehemaligen Betreiber des Werks, Theodor Reifenrath, wie Kriminalhauptkommissarin Pia Sander und ihre Kollegen vom K11 feststellen. Unter einem Hundezwinger machen sie eine grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut und die Spurensicherung fördert immer mehr schreckliche Details zutage. Reifenrath lebte sehr zurückgezogen, seit sich zwanzig Jahre zuvor seine Frau Rita das Leben nahm. Im Dorf kann niemand glauben, dass er ein Serienmörder war. Da verschwindet wieder eine Frau, und Pia muss erkennen, dass nichts so ist, wie es scheint. Gelingt es ihr, das Rätsel rechtzeitig zu lösen und die Bestie zu stoppen, bevor noch mehr Menschen sterben müssen? (Quelle: https://www.neleneuhaus.de/krimis)

Dieser neunte Fall von Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein hat es in sich!

So spannend wie in „Muttertag“ habe ich Nele Neuhaus noch nie erlebt und ich bin der Meinung, dass es das bisher beste Buch der Reihe ist.
Zum Inhalt schreibe ich an dieser Stelle eher weniger. Die Zusammenfassung präsentiere ich euch wie immer ganz am Anfang meiner Rezension und ihr habt sie sicher schon gelesen.
Aber ich möchte euch verraten, dass es dieses Mal etliche falsche Fährten gibt, die nicht nur die Spannung steigern, sondern ebenso falsche Spuren legen. Nele Neuhaus hat diese „Taktik“ in diesem Fall wirklich perfektioniert und ich war mir so oft sicher den Mörder zu wissen.

Doch am Ende kam alles ganz anders!

Es beginnt schon damit, dass man anfangs denkt es würde um den Mord an dem alten Reifenrath gehen, jedoch ist dieser Leichenfund nur der Auftakt zu weiteren schrecklichen Taten. Und diese kommen in „Muttertag“ reichlich vor.
Denn es geht es nicht nur um vielfachen Mord, sondern ebenso um Kindesmisshandlung und man muss schon hart gesotten sein um diese Taten einfach so ertragen zu können! Neuhaus schreibt dabei grauenhaft realistisch, denn ist es nicht leider sehr nah an der aktuellen Tagespresse, dass Jugendamtsmitarbeiter wegsehen, weghören und die angesehene Pflegefamilie hochpreisen, um hinterher festzustellen, dass sich hinter der biederen Fassade eine überforderte Pflegemutter mit ausgeprägtem Hang zum Sadismus verbirgt. Ich kann mich gut an solche Fälle aus den Nachrichten erinnern und so bleibt in diesem Falle der bittere Nachgeschmack, dass eben nicht alles Fiktion ist was Neuhaus in ihrem neuesten Krimi hat einfließen lassen.

Verschiedene Handlungsstränge – wie beispielsweise der in dem die junge Fiona Fischer auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter ist – sorgen für Abwechslung, jedoch ohne an Spannung zu verlieren. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen und habe es innerhalb von wenigen Stunden ausgelesen.

Wer mag, kann sich gerne diese LESEPROBE anschauen, die mit Sicherheit überzeugen wird! Von mir bekommt „Muttertag“ eine klare Leseempfehlung!

Ein ganz großes Lob muss ich jedoch noch an den Verlag geben, der es sich zur Aufgabe gemacht hat dieses Buch ohne Plastikverpackung auf den Markt zu bringen. Das Buch ist mit einem Siegel versehen, welches hoffentlich ein Umdenken zu mehr Umweltbewusstsein anstößt. Ich hoffe und wünsche mir, dass nach und nach immer mehr Verlage mit gutem Beispiel voran gehen werden!
©Ricarda Ohligschläger

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Allgemeines/ Lesungen

Gewinne ein signiertes Exemplar "Nele Neuhaus – Im Wald"


Gestern Abend war ich in Köln im Volkstheater Millowitsch..
Grund war die letzte Lesung der Lesereise von NELE NEUHAUS, die ihr aktuelles Buch „IM WALD“ vorstellte.
Es war nicht die erste Lesung, die ich mit ihr erleben durfte doch diese war einmal mehr besonders als sonst. Die Location war toll, die Stimmung war super und Nele war schlichtweg in Bestform!!
Ich kenne viele Autoren und Autorinnen, nur wenige sind jedoch SO sympathisch wie sie. Nele hat das Talent direkt in den ersten Minuten einer Lesung mit ihrem Publikum eins zu werden und Nähe zu schaffen.
Die Anekdoten ihrer bisherigen Karriere sind ein Garant für Lacher und Applaus, und wenn sie liest taucht man ab in ihre facettenreiche fiktive Welt. So unterhielt sie gestern Abend nicht nur mit purer Spannung, sondern außerdem mit hessischer Mundart.
IM WALD“ verspricht erneut pure Spannung, ein tolles Ermittlerteam und menschliche Abgründe. Aus diesem Grund habe ich euch ein signiertes Exemplar mitgebracht, was ihr gewinnen könnt.
Die Verlosung läuft bis Montag, 21.11.2016, 12 Uhr – danach werde ich einen Gewinner ziehen.
Der Gewinner wird per Losverfahren durch Zufallsgenerator ermittelt und am 22.11.2016 bekanntgegeben.
Teilnehmen dürfen Personen ab 18 Jahre, sonst nur mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten.
Dieses Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert!
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung ist nicht möglich.
Der Versand findet nur innerhalb Europas statt.
Du erklärst Dich damit einverstanden, im Falle eines Gewinnes namentlich auf dieser Seite genannt zu werden. Wenn nicht binnen einer Woche nach Bekanntgabe und Benachrichtigung des Gewinners eine Postanschrift für die Übersendung des Gewinns zur Verfügung gestellt wird, verfällt der Gewinn.
Datenschutzerklärung:
Die bereitgestellten Informationen werden ausschließlich für die Ermittlung und Kontaktierung des Gewinners verwendet und nach Abwicklung des Gewinnspiels gelöscht. Ergänzend gelten auch die Datenschutzhinweise von Facebook. Fragen oder Bitten um Informationen zu dem Gewinnspiel sind zu richten an rici(at)herzgedanke.de
Teilnehmen kannst du in dem du einen Kommentar hier im Blog oder direkt bei Facebook hinterlässt!
Viel Glück!

Rezensionen Krimis/Thriller

Nele Neuhaus – Die Lebenden und die Toten

Dieses Buch habe ich vor einiger Zeit gelesen und gerade festgestellt, dass ich meine Meinung dazu noch gar nicht kundgetan habe, dabei ist es definitiv „weiterempfehlungswert“.
Als Pia Kirchhoff in die Flitterwochen aufbrechen möchte, hat sie nicht mit den zwei erschossenen Frauen gerechnet, die ihr dabei einen Strich durch die Rechnung machen. Beide Frauen wurden aus dem Hinterhalt direkt in den Kopf niedergeschossen. Die Fälle ähneln sich im Detail und schnell wird der Druck auf die Ermittler groß.
Bei den Ermittlungen stoßen Kirchhoff und von Bodenstein auf Ungereimtheiten. Es geht um Organspenden, ärztliches Versagen und um Geld – viel Geld. Ich bin ehrlich, dass ich wieder einmal mehr Zweifel bekommen habe, ob ich je Organspenderin werden soll, da ich hier für mich schlichtweg Realität und Fiktion nicht trennen kann und mir sicher bin, dass beides sich im Buch vereint.
Nele Neuhaus hat dieses Thema sehr gut umgesetzt und damit einen Kriminalroman geschaffen, der mich von Anfang an gefesselt hat. Die negativen Rezension kann ich gar nicht nachvollziehen, weil Spannung nun wirklich zur Genüge vorhanden war. Die Dramatik spitzte sich sogar noch zu als unvorhersehbare Wendungen weitere Tragödien offenbarten.
Für mich war „Die Lebenden und die Toten“ ein Lesehighlight in 2015!
© Ricarda Ohligschläger

Interviews mit Autoren

Interview mit Nele Neuhaus

Liebe Nele Neuhaus, da Sie ja sehr viele Lesungen veranstalten,  Pressetermine wahrnehmen müssen und auch Interviews geben, würde mich mal interessieren, wann Sie da überhaupt noch Zeit finden sich einem neuen Buchprojekt zu widmen. Und wie koordinieren Sie all das?
Das Leben einer Autorin hat zwei grundlegend verschiedene Gesichter: auf der einen Seite gibt es die Zeit des Schreibens und Recherchierens, und auf der anderen Seite die Öffentlichkeit mit Lesungen, Presseterminen und Signierstunden. Früher, als ich das Schreiben noch als Hobby neben meiner Arbeit betrieben habe, war es sehr anstrengend, denn diese beiden Gebiete ließen sich nicht klar voneinander abgrenzen.  Heute kann und muss ich meine Zeit straffer organisieren und – so leid mir das oft tut – in der Zeit der Manuskriptarbeit Lesungen ablehnen. Es gilt ja nicht nur Abgabetermine einzuhalten, die Arbeit an einem Manuskript ist viel komplexer. Man setzt sich ja nicht hin und schreibt drauflos. Für mich sind auch Phasen des Nachdenkens wichtig, des Ruhigwerdens, da kann ich keine Ablenkung durch Termine gebrauchen. Ist aber ein Buch erschienen, widme ich mich ganz und gar meinen Fans, der Presse und Öffentlichkeit und reise gerne kreuz und quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. In dieser Zeit versuche ich überhaupt nicht, irgendetwas konstruktives zu arbeiten, aber natürlich arbeitet mein Kopf immer weiter an neuen Ideen und ich halte Augen und Ohren offen, denn meine Inspirationen kommen aus dem Alltag, aus Begegnungen, Gesprächen.
Recherche ist bei den meisten Krimis ein großes Thema. Wie sieht dieser Teil der Arbeit bei Ihnen aus?
Die Recherche ist ein extrem spannender Teil meiner Arbeit. Wenn ich mein Thema gefunden habe, geht es los: Internet, Bücher lesen, Gespräche führen. Oft ergeben sich daraus Ideen für neue Wendungen in einer Geschichte oder gar die Idee für ein nächstes Projekt. Mittlerweile muss ich – was die Rechtsmedizin oder die Arbeit der Polizei betrifft – nicht mehr unbedingt mit Fachleuten sprechen, ich habe bereits sehr viele Informationen, die ich verwenden kann und sehr viel Literatur zum Thema Forensik und Rechtsmedizin, auf die ich zurückgreifen kann. Heutzutage öffnen sich mir auch viel leichter Türen, wenn ich mit jemandem sprechen möchte. Früher war das schon schwieriger. Ich habe aber auch im Bezug auf Recherche viel gelernt, recherchiere sehr zielgerichtet und überlege mir vorher, wo ich hin will, was ich wissen möchte.
Ihre Bücher sind ja recht komplex konzipiert. Wie gehen Sie an das Schreiben Ihrer Exposés heran? Arbeiten Sie mit Karteikarten, mit einem Schreibprogramm oder „old school“ mit Block und Stift?
Es ist eine Mixtur aus allem. Ich denke, jeder Autor entwickelt mit der Zeit sein eigenes System. Ich skizziere erste Ideen auf Schmierzetteln, die dann an der Wand neben meinem Schreibtisch an ein Korkbrett gepinnt werden. Steht der grobe Plot fest, beginne ich damit, die Charaktere zu entwickeln, überlege mir Namen, Lebensläufe, Charakteristika, Aussehen, Vorlieben, Abneigungen etc. Bis dahin habe ich den PC noch nicht benutzt, das geht alles handschriftlich. Erst dann fange ich an, den Plot auszuarbeiten, mache mir einen Szenenplan, ähnlich wie ein sehr detailliertes Drehbuch, den ich in WORD in eine Tabelle schreibe. Das alles dauert ein paar Monate. Zwischendurch bespreche ich mich mit meiner Lektorin und mein Lebensgefährte spielt auch eine wichtige Rolle, denn ihm erzähle ich immer mal meine Ideen und höre mir seine Meinung dazu an. Wenn alles „steht“, fange ich mit dem Schreiben an. Dafür habe ich aber kein spezielles Schreibprogramm, das irritiert mich zu sehr. Ich habe vor Jahren mal Final Draft für Drehbücher ausprobiert, aber da muss man so viel Informationen vorab eingeben, das war mir zu viel Arbeit. Ich tippe einfach am PC los.
Wie sind die Titel Ihrer Bücher entstanden? Waren das eigene Ideen oder wurden diese in Zusammenarbeit mit dem Verlag ausgewählt?
Bis auf „Tiefe Wunden“ waren alle Titel meine Idee und wurden vom Verlag akzeptiert. Bei „Böser Wolf“ und „Wer Wind sät“ waren die Arbeitstitel dann auch die Titel, die schließlich genommen wurden. Der Arbeitstitel von Schneewittchen war ursprünglich „Hexenjagd“, aber dieser Titel war durch einen weitaus berühmteren Kollegen von mir bereits belegt, außerdem hätte er zu viel über den Inhalt des Buches verraten. „Schneewittchen muss sterben“ ist mir beim Schreiben eingefallen und ich hatte dann praktischerweise die Möglichkeit, das thematisch mit in den Plot aufzunehmen.
Gibt es Themen, über die Sie nie schreiben würden? Und wenn ja welche wären das?
Das ist schwer zu sagen. Ich wollte z.B. nie über das Thema Kindesmissbrauch schreiben, habe es aber in „Böser Wolf“ doch getan. Ein Thema muss mich faszinieren und fesseln, außerdem muss sich eine Geschichte um dieses Thema herum erzählen lassen. Ich mag Themen, die ein wenig gesellschaftskritisch sind, aktuell. Das Spektrum ist gewaltig und ich muss immer etwas finden, was mich für mindestens ein Jahr selbst neugierig macht.
 Die Charaktere in Ihren Büchern sind großartig gestaltet. Wenn man die letzte Seite umklappt und das Buch aus der Hand legt, fühlt es sich an, als würde man sich von guten Bekannten verabschieden müssen. Woher nehmen Sie die ganzen Ideen? Haben Pia, Bodenstein und Co. irgendwelche Lehnfiguren im realen Leben, die Sie beim Schreiben vor Augen haben, oder entspringen sie nur Ihrer Phantasie?
Danke für das Kompliment! Das freut mich sehr! 🙂
Ich lege sehr großen Wert auf eine sorgfältige Entwicklung einer Figur. Oft tut es mir selbst sehr leid, wenn ich ein Buch beendet habe und mich von den Charakteren verabschieden muss. Hin und wieder habe ich schon überlegt, ob ich sie nicht weiter „mitspielen“ lassen kann, aber das ist schwierig, denn bei der ohnehin hohen Personendichte meiner Bücher wären diese dann irgendwann hoffnungslos überfrachtet. Reale Vorbilder habe ich so gut wie nie. Das möchte ich auch nicht, denn ich will in meiner Fantasie und der Ausgestaltung so frei wie möglich bleiben. Aber selbstverständlich werden meine Figuren vom alltäglichen Leben und von Begegnungen mit Menschen beeinflusst, denn ich bin eine sehr aufmerksame Beobachterin und mag es. Pia Kirchhoff zum Beispiel hat immer ein bisschen was von mir selbst. Letzten Sommer, als ich an „Böser Wolf“ schrieb, grillte mein Lebensgefährte abends gerne mal Zucchini und Auberginen für uns und so durfte Pia dasselbe tun.
Ist es für Sie sehr aufregend wenn ihre Bücher verfilmt werden? Ich als Leser gebe den Figuren in Büchern Gesichter und als Autor ist das doch bestimmt genauso, oder?
Als die ersten Anfragen und Angebote von Filmproduktionsgesellschaften beim Verlag eintrafen, war es aufregend und ich dachte, das sei eine tolle Chance. Wenn ich schreibe, läuft vor meinem inneren Auge immer ein Film ab und auch, wenn ich meine Figuren nicht richtig vor mir sehe, so weiß ich doch, wie sie sich bewegen, wie sie reden, ich sehe ihr Mimik und Gestik vor mir. Ich war mir, trotz Warnungen von Kollegen, nicht darüber bewusst, wie groß das Risiko ist, diese „Kopfbilder“ in reale Bilder umwandeln zu lassen und das auch noch von Menschen, die meine Bücher nicht mal gelesen haben.
Sind Sie zufrieden mit der Verfilmung Ihrer Krimis? Hatten Sie Mitspracherecht?
Nein, ich bin nicht zufrieden. Es wäre so viel besser gegangen. Leider gehören die Rechte meiner Bücher dem Verlag und der hat sie verkauft. In den Verträgen steht zwar etwas davon, dass ich Drehbücher vorgelegt bekäme und diese im Bezug auf Werktreue kommentieren dürfe, die Realität ist aber eine andere. Man gibt alles aus der Hand und ist einfach nur hilflos. Ich bin und war sehr enttäuscht, und überlege gut, ob und wenn ja an wen ich weitere Filmrechte abgebe. Glücklicherweise habe ich insofern ein Mitspracherecht, als dass ich dem Verkauf von Filmrechten widersprechen kann. Jetzt kommt ja am 13. Mai „Eine unbeliebte Frau“ im ZDF, danach werden noch „Mordsfreunde“ und „Tiefe Wunden“ verfilmt. Wenn das auch so wenig meinen Vorstellungen entspricht wie die katastrophale Schneewittchen-Verfilmung, dann wird es zukünftig keine Filmadaptionen meiner Taunus-Krimis mehr geben.  Bei „Unter Haien“ gehören mir die Filmrechte selbst, da verhandeln wir gerade. Und wenn in den Verträgen nicht drinsteht was ich drin haben möchte, dann unterschreibe ich nicht und es gibt keinen Film. Meine Bücher sind mir ohnehin wichtiger.
Wie haben Sie es geschafft, an einen großen Verlag zu kommen und wie erging es Ihnen in der Anfangszeit, als sie noch nicht bekannt waren?
Der Verlag kam an mich! 🙂
Meine ersten drei Bücher habe ich ja quasi selbst verlegt und mit Unterstützung des BoD-Verlages Monsenstein & Vannerdat (www.ruckzuckbuch.de) drucken lassen. Zuerst habe ich die Bücher nur in meiner Heimatregion verkauft, das eine oder andere Buch wurde auch mal via Amazon bestellt. Nach und nach wurden die Buchhändler auf mich aufmerksam, denn ich bekam gute Kritiken in der lokalen und regionalen Presse und es sprach sich herum, dass es Krimis gibt, die im Taunus spielen. Ich machte Lesungen, zuerst vor drei oder vier Leuten, später war schon mal ein Saal mit 50 Gästen ausverkauft. „Mordsfreunde“ lief dann im Weihnachtsgeschäft 2007 so gut, dass ein Buchhändler einer Vertreterin des Ullstein-Verlages ein Exemplar mitgab. Die gab es im Verlag einer Lektorin, die war begeistert und meldete sich bei mir. So kam es zur Zusammenarbeit. Ein Jahr später erschien „Tiefe Wunden“, Ullstein übernahm „Eine unbeliebte Frau“ und „Mordsfreunde“ in die Backlist. Tja, der Rest ist mittlerweile Geschichte, obwohl es noch gar nicht soooo lange her ist!
Mir ist aufgefallen, dass von Ihnen ganz oft auf anderen Buchcovern ihre Meinung steht.  Wie kommt es, dass sie dafür ausgewählt wurden und wie schaffen Sie neben einem ausgefüllten Terminplan noch andere Bücher zu lesen? 
Diese so genannten „Quotes“ oder „Blurbs“ gebe ich gerne ab, wenn mich befreundete Autoren, mein Verlag oder sogar andere Verlage darum bitten. Oft lese ich die Bücher noch als Druckfahne oder PDF. Leider ist das mittlerweile etwas viel geworden und ich schaffe es tatsächlich nicht mehr, all die Bücher zu lesen. Ich tue es aber sehr gerne, denn ich freue mich, wenn ich anderen Autoren helfen kann. Ich selbst habe noch nicht ein „Quote“ von einem Autorenkollegen bekommen, obwohl ich mich sicherlich gefreut hätte. Aber ich hab’s ja auch so geschafft, Buchhändler und vor allen Dingen Buchkäufer von meinen Büchern zu überzeugen!
Wird man davon nicht ein wenig beeinflusst, wenn man so viele andere Bücher im Genre Thriller/Krimi liest?
Nein, überhaupt nicht! Das ist für mich Spaß-Lesen! Ich muss dazu sagen, dass ich wahnsinnig schnell lese, Bücher regelrecht verschlinge. Im letzten Urlaub hat mein Freund ein Buch gelesen, ich in der gleichen Zeit sieben. Da bleibt oft auch nicht viel hängen, muss ich zugeben. Es ist für mich Ablenkung, Entspannung, Vergnügen, aber keine Recherche oder gar Übung, wie ich es selbst machen würde.
Ich sehe keine Gefahr der Fremdbeeinflussung für mich. Ich habe meinen Stil gefunden und ihn über mittlerweile acht Bücher hinweg etabliert. Es wäre für mich bedeutend schwieriger, würde ich versuchen, mich da irgendwie zu verändern, weil  ich einem anderen nacheifern will.
Ich schreibe ja auch nicht erst seit zehn Jahren, sondern schon mein Leben lang. Da findet man zu sich selbst und dem Stil, der aus einem herauskommt.
Es ist eigentlich eher ungewöhnlich, dass deutsche Autoren in die USA „exportiert“ werden. Wie ist es dazu gekommen und ist die Arbeit für oder mit dem amerikanischen Markt schwieriger bzw. anders als für den deutschen Markt?
Der amerikanische Markt ist für mich noch ganz neu. Schneewittchen schlägt sich ganz wacker, der Verlag ist zufrieden, hat schon eine dritte Auflage gedruckt. Es ist eine sehr große Ehre, nach USA verkauft zu werden, denn das ist tatsächlich selten. „Den Ritterschlag“ nannte mein Verlagschef das damals, als er mich anrief um mir mitzuteilen, dass die Verträge mit MacMillan unterschrieben seien. In einem neuen Markt als Autor Fuß zu fassen ist aufgrund der Masse an Büchern wirklich sehr, sehr schwierig und ich freue mich über kleine Erfolge, Anerkennung und positive Rezensionen, von denen es tatsächlich schon sehr viele gibt. Ich bin ohnehin noch immer völlig fassungslos darüber, dass meine Geschichten, die hier im Taunus spielen, in Korea, Japan, China, Russland, Brasilien, aber auch in Europa so gerne gelesen werden. In Japan hat „Tiefe Wunden“ erst letzte Woche einen sehr begehrten Leserpreis gewonnen! Leserpreise bedeuten mir sehr viel mehr als ein Jury-Preis, denn das spiegelt ja die Meinung der Menschen wider, die ich mit meinen Büchern erreichen will: die Meinung meiner Leserinnen und Leser.
Haben Sie schon mal eine Lesung in einem Frauengefängnis gemacht? Oder überhaupt in einem Gefängnis? Und glauben Sie, Sie wären in der Lage zu töten?
Nein, ich habe noch keine Lesung in einem Gefängnis gemacht. Und ich bin ziemlich sicher, dass ich nicht in der Lage wäre, zu töten. Ich kann nicht mal eine Spinne erschlagen, bin ein sehr mitfühlender und respektvoller Mensch und bin in der Lage, zu denken bevor ich handele. Aggressivität, Hinterhältigkeit, Neid, Gier – das sind alles Eigenschaften, die ich fürchterlich finde und nur in meinen Büchern behandele.
Bekommen Sie vom  „ausländischen Ruhm“ viel mit? Bekommen Sie auch mal Rückmeldungen von Lesern aus dem Ausland (z.B. auf Facebook) oder hatten Sie bereits Lesungen im Ausland?
Ja, ich bekomme Rückmeldungen meiner ausländischen Verlage und natürlich habe ich Kontakt zur Presse und den Lesern in den Ländern, in die ich eingeladen werde. Auf Facebook habe ich eine „internationale“ Seite gegründet, die aber bisher nur wenig frequentiert wird. Aller Anfang ist eben schwer, aber ich bin sehr neugierig, wie sich das in Zukunft entwickeln wird.
Abschließend noch eine letzte Frage: Sie haben Ende März auf Facebook gepostet, dass 2014 ein neuer Krimi erscheint. Vorher noch ein Buch, etwas ganz anderes…. Wird hier etwas mehr verraten? Vielleicht auch ein Erscheinungstermin?
Ja, ich kann dazu gerne etwas sagen. Vor Jahren habe ich angefangen eine Geschichte zu schreiben, die im Herzen Amerikas angesiedelt ist. In den letzten 25 Jahren bin ich ja so gut wie nie aus Hessen und Deutschland rausgekommen, weil mein Ex-Mann nur in seiner Firma sein wollte. So habe ich dann eben „Urlaub im Kopf“ gemacht und mich in ferne Länder weggeträumt.
Irgendwann habe ich mit meiner Agentin über diese Geschichte  gesprochen, ein Familienroman im weiteren Sinne, und sie war davon sehr angetan, hat sie meinem Verlag angeboten. Es steckte noch eine Menge Arbeit darin, aber es gefällt mir, mal ein anderes Genre zu schreiben als Krimis. Aber ich möchte nicht, dass Leute das Buch kaufen, weil „Nele Neuhaus“ draufsteht, deshalb werde ich mir ein Pseudonym zulegen (gar nicht so einfach!!!), das allerdings „offen“ gehandhabt werden soll. Das bedeutet, man weiß, dass ich hinter diesem Pseudonym stecke, aber es ist klar, dass es sich bei diesem Buch nicht um einen Taunuskrimi mit Bodenstein und Kirchhoff handelt.
Liebe Nele Neuhaus, ich bin mir sicher, dass ihre Leser Ihnen auch beim Pseudonym treu bleiben werden. Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview und den schonungslosen Blick hinter die Kulissen. Ich wünsche Ihnen – auch im Namen der Blogleser – alles Gute für die Zukunft!

Blick auf Nele Neuhaus Schreibtisch (© Nele Neuhaus)


Die Bücher aus der Verlosung gehen an
Melanie Kilb
Tina Wolf
Claudia (Buchregal)
Herzlichen Glückwunsch!
Die Interviewfragen stammen aus Einsendungen, im Rahmen der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten”