Im Barcelona der Nachkriegszeit wird Daniel von seinem Vater, einem Buchhändler, zum Friedhof der vergessenen Bücher geführt. Dies ist ein geheimer Ort und nur wenigen Menschen bekannt. Daniel spürt die geheimnisvolle Anziehung der Bücher, und als er sich eines aussuchen darf, ist er zutiefst erfreut und ergriffen.
Lange sucht er in den unzähligen Reihen nach seinem vergessenen Buch und entscheidet sich schließlich für „Der Schatten des Windes“ von Julián Carax.
Daniel liest das Buch und ist so gebannt von der Geschichte, dass er sich wünscht, mehr über Carax zu erfahren. Immer intensiver forscht er nach dem Autor und wird nach und nach tiefer in einen Strudel aus Liebe, Freundschaft und Geheimnissen gezogen. Er wird bedroht, verfolgt und in die Irre geführt. Und sein eigenes Leben ändert sich rasant.
Und niemand weiß, warum die Bücher alle nach und nach dem Feuer zum Opfer fallen. Hat der mysteriöse Unbekannte, der Daniel verfolgt, damit zu tun?

 

Wie soll man ein Buch beschreiben, welches eine fesselnde Geschichte erzählt, aber gleichzeitig fesselt? Parallel zu Daniel auftauchenden Fragen, suchte ich beim Lesen nach Antworten. Wir beide, Daniel und ich wurden von „Der Schatten des Windes“ aufgesogen und in mancher Lesepause, fragte ich mich,  was Zafón mir da eigentlich erzählen möchte. Natürlich, es ist ein Buch über ein Buch, es ist schwer zu beschreiben, da es so berührt, so tief greift, so wundervoll ist.
Die Handlung ist packend, sehr geschickt aufgebaut und immer wieder mit Wendungen und Überraschungen gespickt. Kein Wunder also, dass Zafón 10 Jahre für dieses Werk benötigte.
Die Sprache ist verführerisch schön und immer wieder musste ich bestimmte Sätze noch einmal lesen um die Poesie in mich aufzunehmen.
Es gibt Bücher, an deren Ende man gerne die Geschichte aus dem Kopf löschen möchte, nur um sie noch einmal ganz auskosten zu können und das ist bei „Der Schatten des Windes“ zu einhundert Prozent der Fall. Ich werde dieses Buch mit Sicherheit noch einmal lesen und dann vielleicht noch einmal und noch einmal….
© Ricarda Ohligschläger