Ich muss gestehen, dieses Buch hat mich an meine Grenzen gebracht. Es hat lange gedauert, bis ein Buch mich so herausgefordert hat – immer mit der Hoffnung auf ein erlösendes Ende im Hinterkopf.

Der Wendepunkt kam für mich bei Seite 160. Wenn du das Buch in den Händen hältst, wirst du verstehen, warum ich es danach nicht mehr loslassen konnte. Aber bis zu diesem Punkt fühlte ich mich eher wie ein stiller Beobachter, der der Hauptfigur, Adelaide, am liebsten zur Seite springen und ihr die Augen öffnen würde. Es ist fast unerträglich, zu sehen, wie eine junge Frau, die so klug und nett ist und dazu mitten im Leben steht, sich selbst so vernachlässigt, nur um für jemand anderen da zu sein – der sie einfach nicht sehen will.

Natürlich ist Adelaides Verhalten zum Teil durch eine traumatische Beziehung in ihrer Jugend geprägt, aber es schmerzt, ihre schrittweise Selbstauflösung zu verfolgen.

Von daher blieb ich letzten Endes auch dran, denn dies muss eine Autorin erst einmal schaffen umzusetzen und das ganze Setting des Romans war zudem noch wunderschön beschrieben. London, die Freundinnen, Emotionen – alles war so stimmig und auch der Erzählstil war so fließend zu lesen, dass ich letzten Endes doch eine Leseempfehlung aussprechen möchte. Aber bitte erwarte erst einmal kein Happyend und lies das Buch bitte nicht, wenn du gerade Liebeskummer hast – Adelaide Geschichte ist so schon so berührend genug.

Wie der Titel ‚Jedes Herz ist ein Puzzle aus Scherben‚ bereits erahnen lässt, nimmt uns diese Geschichte mit auf eine emotionale Reise, die vor allem die dunklen Seiten der Liebe beleuchtet. Hauptsächlich aus Adelaides Perspektive erzählt, ist es leicht, sich in diese junge Frau mit einer sprühenden Lebensfreude zu versetzen, die nach und nach an der toxischen Beziehung zu Rory zerbricht. Die Rückblicke in ihre Teenagerjahre geben aufschlussreiche Einblicke in ihre Gefühlswelt, die ihre Beziehung zur Liebe, ihre tiefen Sehnsüchte und ihre Verletzlichkeit besser nachvollziehbar machen.
@Ricarda Ohligschläger