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Rezensionen/ Rezensionen Kochbücher

Nigel Slater – Ein Jahr lang gut essen

Mittlerweile dürfte ich wohl alle Bücher von Nigel Slater besitzen und ich kann es gar nicht genug betonen, dass ich seine Bücher liebe!
– Insider wissen natürlich, dass ich Tim Mälzer vergöttere, aber der Lieblingstim steht heute nicht auf dem Programm. –
Nigel Slater schreibt Kochbücher, die es in sich haben. Das liegt zu einem an der Vielzahl der Seiten, aber natürlich in erster Linie am Inhalt. Für seine Bücher braucht man Zeit, im Idealfall ein bis acht freie Tage und jede Menge Lust auf Genuss.
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Inspiration und eine Vielzahl an Rezepten bekommt man automatisch dazu.
In „Ein Jahr lang gut essen“ erzählt er von seiner Neugier auf neue Rezepte, von seiner Begeisterung für vielfältige Zubereitungsmöglichkeiten und den Genuss des Genießens an sich.
Und ich gebe ihm in diesem Punkt bereits Recht. Ja, es ist eine große Freude Menschen mit der Leidenschaft für gutes Essen anzustecken, sie zu begeistern, sie essen zu sehen und nach dem Mahl in strahlende glückliche Gesichter zu schauen. DAS alles gehört genau so zum Kochen dazu wie die Auswahl der Produkte und dem Braten, Kneten, Schneiden.
Was seine Bücher so besonders macht, ist jedoch die Tatsache, dass er zu jedem seiner Rezepte eine kleine Geschichte erzählt oder die Stimmung eines Tages mit hineinbringt. Dadurch entstehen seine unverkennbaren Lese – Koch – Bücher in denen ich persönlich stundenlang stöbern könnte.
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Sein Streifzug durch das Jahr und seine Küche kann mit unter deftig ausfallen, wenn er im Januar  eine Speck-Granola anrichtet oder Schweineknochensuppe und manchmal überrascht er mit Keksen oder Sommerkuchen.
Dabei fällt immer wieder eines direkt auf: seine Rezepte sind wirklich für JEDEN Koch geeignet. Ob Hobbykoch, Anfänger oder Profi – es sind einfache Gerichte, die ordentlich was her machen, gute Produkte beinhalten und die beweisen, dass man wahrhaftig jeden Tag gut essen kann.
Selbstverständlich ist es für eine berufstätige Mutter vielleicht nicht möglich unter der Woche einen Braten zu zaubern, aber wie wäre es diesen Tagen mit einem Dal oder einem Curry? Slater Buch ist pickepackevoll mit Ideen und ich persönlich wandele ab und an etwas ab (ich mag beispielsweise keinen Ingwer!) oder lasse mich ein bisschen von ihm verführen, um neue Sachen auszuprobieren.
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Bisher gab es Mozzarella bei mir beispielsweise immer mit Tomaten, aber ich kann euch versichern, dass sie gegrillte Auberginen und Mozzarella genau so gut zusammen harmonieren.
EIN JAHR LANG GUT ESSEN“ ist kein Kochbuch für Vegetarier oder Low Carb – Anhänger und trotzdem finden sich auf den 540(!!) Seiten genug Alternativen für Anhänger dieser Ernährungsform. Ich schwöre, dass hier jeder seine Lieblingsrezepte finden wird und  vor allen Dingen satt wird. Mit Genuss und wenigen Tricks, die zu einem besseren Gefühl in der Küche führen.
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Geht in die Buchhandlung und schaut euch das Buch einfach mal an. Ihr werden es direkt lieben, weil es nicht nur eine riesige Auswahl an guten Rezepten enthält, sondern weil es in der gebundenen Ausgabe einfach wunderschön ist!
Und denkt dran: „Wir sind nicht sehr lange auf dieser Welt. Da sollten wir uns zumindest etwas Gutes zu essen machen.“ Nigel Slater
Ricarda Ohligschläger
Ich bedanke mich bei DUMONT – Buchverlag für die Bereitstellung des Kochbuchs.

Rezensionen/ Rezensionen Kochbücher

Nigel Slater – Eat: Das kleine Buch der Fast-Food-Küche

Eat von Nigel Slater © Dumont Buchverlag

Eat von Nigel Slater © Dumont Buchverlag



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Meine Rezension zu diesem wunderbaren kleinen Koch- und Lesebuch von Nigel Slater ist eigentlich schon lange überfällig und ich bin selbst erschrocken, dass ich mich mit diesem grandiosen MUST HAVE für die Küche noch nicht näher beschäftigt habe, denn ich habe bisher nur wenige Kochbücher gesehen, die so viele tolle leckere Sachen beinhalten wie dieses kleine Meisterwerk. Über 330 Seiten mit ca. 600 Gerichten sorgen für DIE Abwechslung in der Küche und Slater setzt dabei auf Einfachheit und Gaumenfreude. Wer mich kennt weiß, dass ich ein großer Fan von Jamie Oliver und Tim Mälzer bin, aber Slater hat seinen Platz in meinem Kochbuchregal mittlerweile auch sicher.
Ich liebe es nämlich sehr, wenn ich alle Zutaten ohne große Mühe besorgen kann und Slater setzt hier auf große Übersichtlichkeit. Die Rezepte fassen am Anfang alle Zutaten zusammen und so kann man auf einem Blick bereits sehen was man noch kaufen muss, oder eben vorrätig hat. Das kann man zusätzlich noch mit Hilfe des Registers. Gurke im Haus? Super! Und im Register kann man nachschauen was sich damit superschnell alles zaubern lässt.
Meine getesteten Gerichte © Ricarda Ohligschläger

Meine getesteten Gerichte © Ricarda Ohligschläger


Gurken – Fenchel – Salat mit Ricotta wurde so ganz fix zu einem meiner Testgerichte. Es folgten noch Zucchini – Gratin, Kartoffelschnitze mit Gorgonzolasauce und Garnelen, Reisnudeln und Frühjahrskarotten. Ich musste leider auf Grund von Unverträglichkeiten minimal Abänderungen treffen, aber das ist wirklich nicht der Rede wert! Die Reisnudeln habe ich durch Mi – Nudeln ersetzt. Jedes Gericht war in wenigen Minuten zubereitet und so macht „Eat“ dem Namen „Fast Food“ – Kochbuch alle Ehre.
Und während des Kochens kann man  wunderbar im Buch stöbern, lesen und sich wundern was Slater beispielsweise alles „Auf dem Herd“, „Im Ofen“ oder „Aus dem Wok“ zaubert. An Ideen und Inspiration wird es danach nicht mehr fehlen und man begreift, dass Fast Food durchaus mit gutem Essen gleichzusetzen ist! Danke, Nigel! Fazit: Mich wundert es nicht, dass dieses Kochbuch zum Kochbuch des Jahres 2013 gewählt wurde. Schlichte, köstliche Küche verpackt in einem kleinem Meisterwerk. © Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Kochbücher

Nigel Slater – Das Küchentagebuch

»Nigel ist ein gottverdammtes Genie.«, sagt Jamie Oliver und das macht eine Hobbyköchin wie mich SEHR neugierig, denn in meinem Buchregal findet sich direkt neben Tim Mälzer auch Jamie Oliver, der mich kochtechnisch immer wieder aufs Neue inspiriert und begeistert!
Zurück zu Slater jedoch und zum vorliegenden „Küchentagebuch“ dessen Kurzbeschreibung leider gar nicht ausdrücken kann was für ein TOLLES Buch dieses Kochbuch ist. Wobei Kochbuch schon der völlig falsche Begriff dafür ist. Es ist eher ein Ganzjahreserlebniskurzgeschichtentagekochbuch!
Auf den ersten Blick angesehen hebt es sich bereits von vielen anderen Kochbüchern ab. Die hochwertige Leinenausstattung und  der besondere Schutzumschlag machen dieses Buch schon optisch zu etwas Außergewöhnlichem. Und dann der viiiiiiiiiele Text!
Wer sich ein Kochbuch kaufen möchte, in dem links das Rezept und rechts das passende Bild dazu abgebildet ist, der sollte dieses Buch ganz schnell wieder aus den Händen legen! Bei Slater wird nämlich nicht nur gekocht, sondern erzählt und gelebt. Daher eignet sich dieses Buch auch als Lesebuch, wenn man die Suppe schon löffelt oder die Tarte noch im Ofen backt.
Slater gibt Tipps, macht Resteverwertung zu einem Kocherlebnis und erzählt ganz nebenbei aus seiner Küche, und aus seinem Leben.
Für mein Testkochen hatte ich mir ausgesucht:
Gebackenes Hühnchen mit Tomaten und Oliven
Aufstrich aus Räucherlachs und Gurken
Surf and Turf
(später gab es dann noch die Lachssuppe – ein Träumchen!)
Ich möchte jetzt nicht lügen oder gar zu viel protzen, ABER hier mein „Originalton“ aus einer Kochgruppe in der ich meine Begeisterung nach dem Verzehr des Hühnchens geteilt habe:
„Heilige Sch***. Heute gab es das nächste Gericht aus dem Küchentagebuch von Nigel Slater : Gebackenes Hähnchen mit Tomaten und Oliven. Und ganz ehrlich?, es war das beste(!) Hähnchen was ich je gegessen habe. Das war sooooooooooo zart und einfach nur JAMMI!!“ Das spricht doch für sich oder?
Ebenfalls schrecklich lecker war der Brotaufstrich, der – ich schwöre – die ganze Nacht nach mir geschrien hat. Und ich spreche hiermit eine Warnung aus: Wird der Brotaufstrich schon am Vorabend für das Frühstück am nächsten Tag bereitet NIEMALS kosten! Ihr ahnt warum? Hier mein Zitat aus der Kochgruppe: „***, du hast doch auch das Küchentagebuch vom Nigel, oder? Probiere mal den Aufstrich aus Gurken und Räucherlachs von Seite 318!!! Ich habe ihn mit Brötchen getestet….großartig. Wenn er die Nacht überlebt, teste ich ihn morgen früh auf Knäcke. Hammergeniale Sache. Ich hoffe mich hält heute irgendwer vom Kühlschrank fern!!!“
Dass das dritte getestete Gericht ebenfalls ein Schmankerl war muss ich sicher nicht noch extra erwähnen, oder? Fast 40 Euro für das Buch ist viel Geld, aber ich kann mit fester Überzeugung sagen, dass es jeden Cent wert ist und bei weiten mehr als 5 Sterne verdient hat! Wer immer noch skeptisch ist, dem empfehle ich die Beschreibung des Buches beim DUMONT – Verlag. Alternativ lasse ich gerne Bilder sprechen. 😉
© Ricarda Ohligschläger
Gebackenes Hähnchen   IMG_1312 Lachsaufstrich

Rezensionen/ Rezensionen Kochbücher

Yvette van Boven – Home Made Sommer

Sich bei Regenwetter den Sommer ins Haus holen? Das funktioniert wunderbar mit dem „Home Made Sommer“ – Kochbuch aus dem Verlagshaus DUMONT.

Zuhause bleiben und sich und / oder die Familie kulinarisch verwöhnen. Egal, ob als Kochevent oder mit kleinen Leckereien – hier ist für jeden was dabei!

Dieses Kochbuch ist mittlerweile zu einem meiner Lieblingskochbücher geworden, weil es so vielfältig und ausgefallen ist. Aufgeteilt ist es in mehrere „Kapitel“:

Frühstück, Brunch und kleine Mahlzeiten
Kuchen
Drinks
Snacks und Vorspeisen
Hauptgerichte
Desserts

und diese verteilen sich auf 256 Seiten. Zahlreiche Abbildungen machen Lust auf Küchenexperimente und abenteuerliche Gaumenfreuden. Eines meiner Lieblingsrezepte ist die „Möhrentarte mit Apfel und Ziegenkäse“ geworden. Warum? Wenn jemals eine Tarte das Urteil „Geschmacksexplosion“ verdient hat, dann dieses. Die Zusammensetzung aus der süße der Möhre, dem Apfel und dem herben Ziegenkäse ist ein Gaumenschmaus auf den ich nie wieder verzichten möchte!!

Möhrentarte mit Apfel und Ziegenkäse

Ebenfalls super lecker und mittlerweile bei jeder Party gern gesehen ist das Petersilienbrot. Ja ich weiß, das ist nicht original im Buch. Dort ist es ein Rucolakuchen mit Pinienkernen (klingt schon lecker, oder?). Alternativ wird Spinat oder aber eben Petersilie statt Rucola empfohlen. Leider gab es zum Zeitpunkt meines Testkochens bei uns keine Pinienkerne, daher habe ich mich für Sonnenblumenkerne entschieden. Nichts desto trotz ist der Teig super fluffig und lecker!!!! Siehe Bild.
Und darauf kommt es doch hauptsächlich an. Ebenfalls sehr zu empfehlen ist der „Feta-Olivenkuchen“.

Petersilienkuchen Seite 39
Pluspunkte bekommt das Buch ebenfalls für seine Ausstattung. Lesebändchen, Hardcover und reichlich(!) bebildert ist es das ideale Geschenk für alle (Hobby)Köche. Aber auch Kochanfänger werden ihre wahre Freude an der Rezeptauswahl haben, denn alles ist sehr detailliert erklärt und die Zutaten finden sich problemlos in jedem gutsortierten Lebensmittelmarkt (Real / Metro).

Ich persönlich hasse nämlich nichts mehr, als mir wegen einer ganz ausgefallenen Zutat „die Hacken abzulaufen“, dann nur eine Messerspitze voll davon zu benötigen, und den Rest nie wieder zu gebrauchen!

Und wer jetzt noch keine Lust auf dieses Buch bekommen hat, dem zeige ich noch ein Bild von den megaaaaaaaaaaaaleckeren „Zuckerplätzchen mit Walnüssen“, die ich nicht nur im Sommer gerne esse!

Zuckerplätzchen

© Ricarda Ohligschläger

 

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik

Lisa O´Donnell – Bienensterben

Heiligabend in Glasgow: Die fünfzehnjährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly haben gerade ihre toten Eltern im Garten vergraben. Niemand sonst weiß, dass sie da liegen und wie sie dahin gekommen sind. Und die Geschwister werden es niemandem sagen. Irgendwie müssen sie jetzt allein über die Runden kommen, doch allzu viel Geld verdient Marnie als Gelegenheits-Dealerin nicht. So ist es ihnen ganz recht, als ihr alter Nachbar Lennie, stadtbekannter (vermeintlicher) Perversling, sich plötzlich für sie interessiert. Lennie merkt bald, dass die Mädchen seine Hilfe brauchen. Er nimmt sich ihrer an und gibt ihnen so etwas wie ein Zuhause. Als die Leute jedoch beginnen, Fragen zu stellen, zeigen sich erste Risse in Marnies und Nellys Lügengebäude, und es kommen erschütternde Details aus ihrem Familienleben zum Vorschein, was ihre Lage nur noch komplizierter macht.
Mit schnörkelloser Präzision, großem Einfühlungsvermögen und finsterem Humor erzählt Lisa O Donnell die verstörend komische Geschichte dreier verlorener Seelen, die für sich selbst keine Verantwortung tragen können, aber füreinander bedingungslos einstehen. (Kurzbeschreibung laut amazon)
„Bienensterben“ ist die bewegende Geschichte zweier Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können.
Nelly spielt fabelhaft Geige und weiß definitiv sich gewählt auszudrücken. Ihre Gedanken entsprechen nicht gerade dem, was man von einem Teenager erwartet. Jungs sind ihr suspekt und Sätze wie „Er ist reizend. Ein sehr unterhaltsamer Zeitgenosse, wirklich ein feiner Kerl.“ (Seite 51, kommen ihr problemlos über die Lippen
Marnie dagegen bevorzugt eine vulgäre Sprache und ein chaotisches Liebesleben.
Eine Beziehung zu einem verheirateten Mann, Handel mit Drogen – all das gepaart mit hoher Intelligenz;  Marnie ist eine sehr interessante und vielschichtige Protagonistin.
Nelly und Marnie haben ihre Eltern im Garten vergraben und niemand darf es wissen. Doch das Leben mit Eltern war auch nicht viel freudvoller!
Drogen, Alkohol und fehlende Liebe begleiten Nelly und Marnie schon seit frühester Kindheit.
In dreierlei Erzählsträngen (Nelly, Marnie und Lennie) erfährt man durch wechselnde Blickwinkel die ganze Wahrheit, die sich hinter dem trostlosen Alltag der Hauptprotagonisten verbirgt. An Dramatik und familiären Problematiken fehlt es dabei nicht. Rückblenden und persönliche Sichtweisen machen die Story zu einer spannenden Lektüre, die wütend und doch versöhnlich stimmt.
Besonders Lennies Schicksal hat mich dabei sehr berührt. Letzten Endes ist es seiner Zuneigung und seinem Geschick zu verdanken, dass es für die beiden Schwestern einen Neuanfang gibt.
„Bienensterben“ ist insgesamt spannungsvoll, schockierend und sehr außergewöhnlich. Es ist aber auch die Geschichte zweier Mädchen, die unter allen Umständen zueinander stehen, sich Halt geben und notfalls auch zu außergewöhnlichen Mitteln greifen.
© Ricarda Ohligschläger