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Knaur

Lesungen

Lesung von Karen Rose in Bergheim

Am vergangenen Dienstag lud die Buchhandlung Moewes ins Medio – Veranstaltungshaus nach Bergheim zur Lesung der amerikanischen Bestsellerautorin Karen Rose ein. Moderiert wurde die Veranstaltung von Literaturblogger Günther Keil. Die deutschen Passagen las Schauspielerin Floriane Daniel.
Leider begann die Lesung mit minimaler Verspätung, was aber dem Unterhaltungswert des Abends keinen Abbruch tat. Die Vorstellung und vor allem  der dazugehörige Bericht des auf der Bühne sitzenden Trios über die Odyssee von Köln nach Bergheim mit der Regionalbahn zu fahren, war diese Verzögerungsminuten wert.
Karen Rose begegnete ich vor zwei Jahren bereits kurz auf der Buchmesse und auch in der vergangenen Woche machte sie wieder diesen sehr, sehr sympathischen Eindruck, den sie bei mir schon damals hinterlassen hatte. Versteht mich nicht falsch, aber bei dieser Frau würde es mich nicht wundern sie bei Aldi an der Kasse zu sehen. Wenn man sich vor Augen hält wie hoch die Gesamtauflage ihrer Bücher ist, dann ist es umso bemerkenswerter wie sehr Karen Rose auf dem Teppich geblieben ist!!
An diesem Abend stellte sie ihr neues Werk „Dornenmädchen“ vor. Und ja!, sie las auch selbst und obwohl meine Englischkenntnisse nicht gerade zum besten bestellt sind, hätte ich ihr ewig zuhören können. Das iTüpfelchen war jedoch Floriane Daniel, die mehrere kurze Passagen aus dem Thriller las und mich schlichtweg umhaute mit ihrer großartigen Performance.
Karen Rose wurde zwischendurch immer wieder mit interessanten Fragen über ihr Leben und ihren Schreiballtag interviewt und ich muss ein großes Kompliment an Günther Keil aussprechen. Er führte gekonnt und sehr kurzweilig durch den Abend!!
Kurzum hat mich dieser Abend sehr für die „missglückte“ Lesung von Andrea Sawatzki entschädigt.
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Historische Romane

Nicole Steyer – Der Fluch der Sommervögel

Nicole Steyer dürfte vielen Fans historischer Romane spätestens seit ihrem Debütroman „Die Hexe von Nassau“ ein Garant für erstklassige Unterhaltung sein und da mir dieses Buch sowie auch „Das Pestkind“ in sehr guter Erinnerung geblieben sind, wollte ich unbedingt ebenfalls „Der Fluch der Sommervögel“ lesen.
Glücklicherweise stehe ich in sehr gutem Kontakt mit der Autorin und so nutzte ich die Möglichkeit mir das Buch direkt über die Buchhandlung www.hexenbuchladen.de zu bestellen. So erhielt ich letzten Endes mein Exemplar mit einer sehr schönen Widmung der Autorin, was – wie ich finde – immer etwas Besonderes ist.
Zum Inhalt: Die junge Maria Merian hat ein besonderes Talent für die Malerei entwickelt, das sie von ihrem Vater geerbt hat. Leider ist es jungen Frauen untersagt sich im 17. Jahrhundert künstlerisch zu entfalten. Schnell werden sie deshalb zum Gerede und müssen  nicht allzu selten damit rechnen als Hexe verfolgt zu werden. Ihrer Mutter Johanna und ihrem Bruder Matthäus ist die Begabung des Mädchens ein Dorn im Auge. Ihr Bruder Conrad jedoch unterstützt Maria und verteidigt sie gegen die Anfeindungen. Maria wird als das Raupenmädchen bekannt, da sie Schmetterlinge bis ins Detail erforscht, zeichnet und sogar Kupferstiche davon anfertigt. Ihre Werke sind lebendig und sprechen von großem Talent. Doch je mehr Maria sich in ihrer Kunst wohlfühlt, desto weniger kann sie sich mit dem für sie vorhergesehenen Leben als Ehefrau arrangieren.
Maria lernt indessen den jungen Totengräber Christian kennen und schon bald entfacht zwischen den beiden eine Liebe, die voller Gefahren steckt.
Näher möchte ich gar nicht auf den Inhalt eingehen.
Viel mehr möchte ich anmerken, dass ich vom ersten Kapitel an in Maria und ihr Talent verliebt war. Ihr Talent hat mich fasziniert und ich konnte mir bildhaft vorstellen, wie ihre Bilder aussahen. Das habe ich dem Schreibstil der Autorin zu verdanken, denn Nicole Steyer hat Maria nicht nur mit sehr viel Liebe und Feingefühl dargestellt, sondern auch mit Begeisterung und ich würde schon sagen mit Ehrfurcht. Sie hat ihr den Respekt erwiesen, der Maria Sibylla Merian zu Lebzeiten wahrscheinlich nie entgegengebracht wurde.
Auf jeder Seite spürt man eine leise Zärtlichkeit zwischen Autorin und Hauptfigur. Das soll jetzt nicht kitschig klingen – aber ich habe das sichere Gefühl, dass „Der Fluch der Sommervögel“ ein absolutes Wunschprojekt der Autorin ist. Dieses Buch zu schreiben muss ihr wahrlich ein Vergnügen gewesen sein!
Hinzu kommt die Sprache mit der Nicole Steyer ausgezeichnet umgehen kann. Während andere Autoren ellenlang bestimmte Szenerien beschreiben, erfasst die Autorin kurz und prägnant Charaktereigenschaften und Emotionen ihrer Figuren und transportiert diese genau so zu ihren Lesern. Ich bin immer wieder aufs Neue verwundert wie man so etwas Großartiges schaffen kann!
„Der Fluch der Sommervögel“ ist keine Liebesgeschichte, keine Biographie und auch kein Krimi. Viel mehr ist es eine Wucht von einem Buch, das vollgespickt ist mit allen vorher genannten Elementen. DAS macht für mich gute Unterhaltung aus, die ich gerne lauthals weiterempfehle!
© Ricarda Ohligschläger

Allgemeines

Osterwochen – Buchverschenkespecial Teil 4

Buchabbildung DGU 01Und weiter geht es mit den Buchgeschenken für euch. Heute darf ich etwas ganz besonderes verlosen. Unterstützt werde ich dabei vom ZDF. Am Sonntag, dem 05. April zeigt das ZDF um 20:15 Uhr die Verfilmung des historischen Liebesdramas von „Das goldene Ufer“ nach der Romanvorlage von Iny Lorentz, erschienen im Knaur – Verlag. Mit dabei sind u.a. Miriam Stein, Volker Bruch, Ulrike Folkerts und Walter Sittler. „In der Zeit zwischen den Napoleonischen Kriegen und der 1848er-Revolution begehrt die Jugend auf: Gefangen in den starren Strukturen des deutschen Vormärz wachsen Walther (Volker Bruch) und Gisela (Miriam Stein) als Bedienstete auf dem Gutshof des Grafen von Rennitz (Walter Sittler) und seiner Frau Gräfin Elfreda (Ulrike Folkerts) auf. Hier gelten die unanfechtbaren Regeln von Herrschaft und Gesinde, von Oben und Unten, von Geburtsrecht und lebenslanger Knechtschaft. Ihre Herkunft erlaubt den beiden keinen anderen Weg, als ihr Leben in geduckter Position zu verbringen, ohne Chance auf Besserung. Gisela will nicht akzeptieren, dass die größte Veränderung die sie in ihrem Leben erwarten kann, ein zweiter Sack Stroh zum Schlafen ist. Walther ist geneigt, das Beste aus den Chancen zu machen, die sich ihm bieten – wenn sie sich ihm denn bieten, und zu welchem Preis. Beide erfahren, dass sie in ihrer Situation am Ende chancenlos sind. Walther und Gisela müssen sich entscheiden: Liegt ihre Zukunft im Ideal eines demokratischen Deutschlands oder unter der Geißel der Aristokratie? Was ist wichtiger, Glück oder Sicherheit? Oder können sich ihre Wünsche im Hannoverschen Königreich von 1830 gar nicht erfüllen?“
Ich freue mich wahnsinnig auf diesen Film und besonders auf Ulrike Folkerts und Walter Sittler. Beide Schauspieler sehe ich sehr gerne! Die DVD zum Film gibt es übrigens ab dem 10. April überall im Handel. Jetzt möchte ich euch aber bzgl. des Gewinns nicht weiter auf die Folter spannen: Ich verlose je eines von zwei Büchern zum Film mit großem Bildteil! Bei Interesse an dem Buch hinterlasst mir bitte bis zum 05.04.2015 um 12 Uhr einen Kommentar. Bei mehreren Kommentaren “lose” ich wie immer aus . Die Bücher aus der gestrigen Aktion gehen an: Heike Maier, Viviane und Sonjas Bücherecke, Herzlichen Glückwunsch!!

Interviews mit Autoren

Interview mit Nancy Salchow

AF_Salchow_Nancy_02_privatLiebe Nancy Salchow, Sie schreiben auf Ihrer Homepage, dass „Kirschblütentage“ ein absolutes Herzensprojekt von Ihnen war. Können Sie dazu etwas mehr erzählen?
Herzensprojekt in erster Linie vor allem deshalb, weil es mein Knaur-Taschenbuchdebüt ist und ich lange davon geträumt habe, bei einem renommierten Verlag zu veröffentlichen – eben ganz speziell auch im Print. Knaur war schon lange mein Wunschverlag, da ich dort auch im eBook-Bereich begonnen habe – und ebendieser Wunsch hat sich nun erfüllt. Ich verarbeite in diesem Buch aber auch eigene persönliche Erlebnisse, die meine Familie und ich zwischen 2010 und 2012 durchgemacht haben. Diese Erlebnisse haben mich zu der Frage gebracht: Wie wichtig ist der Zusammenhalt in einer Familie? Und kann er unter Umständen für manche Menschen sogar über den Tod hinausgehen? Dieser Frage wollte ich hier auf den Grund gehen.
Wie kommt es, dass sie erst 2011 mit ihrem Talent grandiose Texte zu verfassen und Bücher zu schreiben an die Öffentlichkeit gegangen sind?
Grandiose Texte? Vielen Dank für das nette Kompliment. 🙂 Im Sommer 2010 erkrankte mein Zwillingsbruder an einem unheilbaren Hirntumor. Die Diagnose war damals ein Schock für mich und neben den Besuchen im Krankenhaus wurde es wichtiger als je zuvor, sich abzulenken. Den Traum vom Schreiben und Veröffentlichen gab es schon immer, aber mir hatte bis zu dem Zeitpunkt immer die Ausdauer gefehlt, Projekte zu Ende zu bringen. Die Suche nach Ablenkung brachte mich damals dazu, das Schreiben endlich intensiver zu verfolgen. Sozusagen war das Schreiben meine allerwichtigste Therapie und Ablenkung. Und ich bin bis heute sehr froh, dass ich diese Therapie habe, da sie mir natürlich auch sehr viel Freude bringt.
Wie war der Moment als der Verlag Ihnen vorgeschlagen hat, das Buch auch als Printausgabe herauszubringen?
Der Moment, als das Thema Print zum ersten Mal auf den Tisch kam, war einer, den ich nie vergessen werde. Es war auf der Frankfurter Buchmesse 2012, genau genommen am 11. Oktober. Ich unterhielt mich gerade mit meiner eBook-Lektorin Eliane, die mich plötzlich ganz nebenbei fragte, welches meiner eBooks wir denn für den Print einplanen wollen. Diese Frage stellte sie so beiläufig, dass ich noch heute darüber lachen muss. Ich war natürlich völlig aus dem Häuschen, zumal ich immer bei Knaur veröffentlichen wollte und eigentlich keine andere Option in Betracht ziehen wollte. Aber dieses Gespräch war erst der Anfang. Es folgten viele Konversationen mit dem Print-Lektorat und die Frage, welches Manuskript es letztendlich werden sollte. Die Entscheidung fiel schließlich auf ein bisher unveröffentliches Skript, eine Idee, die erst noch umgesetzt werden musste, damals noch mit dem Arbeitstitel „Emilias Spuren“. Dass das Buch sowohl vorab als eBook als auch wenig später als Taschenbuch erscheinen sollte, stand aber relativ schnell fest.
Das Cover zeigt eine wundervolle Küche, die ich mit einem Landhaus in Verbindung bringe. Wie sieht Ihre Traumküche aus? Kommt sie dem Coverbild nahe oder sind Sie ein ganz anderer „Küchentyp“?
Was für eine interessante Frage! Ich selbst liebe den Landhausstil ebenfalls sehr, besonders die heimelige Atmosphäre, die er ausstrahlt. Ich glaube schon, dass ich sehr gern in so einer Küche kochen würde – ob mir das Essen gelingt, ist natürlich eine andere Frage. 😉
Haben Sie aufgrund Ihrer eigenen Erfahrungen einen guten Tipp, wie man einem Burnout oder einer Depression am besten vorbeugen kann oder wie man damit umgeht, oder denken Sie, dass das individuell viel zu verschieden ist?
Ich kann natürlich nur von meinen eigenen Erfahrungen ausgehen. Davon ausgehend würde ich jedem Menschen raten, in erster Linie auf sich selbst zu achten. Das soll kein Rat zu grenzenlosem Egoismus sein, trotzdem halte ich das eigene Glück überaus wichtig, um überhaupt andere Menschen glücklich machen zu können. Wenn man sich zu sehr um andere sorgt und die eigenen Bedürfnisse ständig zurückstellt, kann das auf Dauer krankmachen. Auch die Frage, was andere denken könnten, ist eine, die wir ganz ganz ganz dringend verlernen sollten, und auch ich habe es noch nicht komplett geschafft. WENN ich es geschafft habe, bin ich meinem Ziel glaube ich einen großen Schritt näher. Wir machen uns einfach viel zu viele Gedanken darüber, was andere von uns erwarten oder was die „Norm“ ist, dabei gibt es einen ganz wichtigen Grund, warum wir sind, wie wir sind: eben WEIL wir nicht zwingend der Norm entsprechen. Warum sollten wir also tun, was ebendiese von uns verlangt?
Gibt es noch weitere besondere Buchprojekte, die Ihnen  auf den Nägeln brennen und möchten Sie dazu etwas verraten?
Ich habe derzeit einige Projekte auf dem Laptop, aber keines steht kurz vor der Vollendung, daher ist noch nicht sicher, welches wirklich demnächst folgt. So ein Schwebezustand zwischen Schreibkrise und Herbstblues, der hoffentlich nicht allzu lange anhalten wird. Ein anderes größeres Projekt ist derzeit noch nicht spruchreif, aber definitiv in der Planung. Das Erscheinen wird allerdings noch eine ganze Weile auf sich warten lassen. Das Ergebnis wird aber hoffentlich umso schöner sein. 🙂
Haben Sie schon mal daran gedacht Ihre „frühen Werke“ zu veröffentlichen?
Diesen Schritt habe ich kürzlich mit „Liebe schreibt sich mit L“ gewagt. Die Art, wie ich dort schreibe, hat nicht mehr allzu viel mit meinem heutigen Stil gemeinsam – dieser Meinung bin zumindest ich. Allerdings wollte ich meine Leser gerne auch an dieser Entwicklung teilhaben lassen, die eben auch eine sehr wichtige Stufe meines Werdegangs darstellt.
Sie haben Leseproben Ihrer Manuskripte bei NEOBOOKS veröffentlicht. Würden Sie diese Autorenplattform als Sprungbrett für Jungautoren weiterempfehlen und welche Ratschläge möchten Sie diesen mit auf den Weg geben?
Ich würde diesen Schritt jederzeit wieder gehen, da ich es als ganz tolle Möglichkeit betrachte, Leser zu finden und ihre Meinungen kennenzulernen. Mir hat diese Erfahrung sehr geholfen. Mein Rat an andere Jungautoren? Alles erhoffen, aber nichts erwarten. Das sagt so wenig und doch alles. Ich habe mir immer die höchsten Ziele gesetzt, gleichzeitig aber auch kaum gewagt, an einen Erfolg zu glauben.
Worin liegt für Sie der Unterschied zwischen dem Schreiben einer Geschichte und dem Schreiben eines Songtextes?
Die Botschaft in einem Songtext lässt sich meiner Meinung nach oftmals leichter greifen – auch wenn sich die Suche danach manchmal etwas verzwickt gestaltet, wenn man den Text nicht selbst geschrieben hat. Allerdings habe ich schon lange nicht mehr getextet und frage mich, ob ich es in absehbarer Zeit wieder tun werde. Die Arbeit an einem Buch verlangt mir einfach viel mehr ab, ist eben ein richtiges Projekt, wie ein langer bunter Film, während ein Text eher wie ein Trailer ist.
In welcher Weise beeinflussen sich die Arbeiten als Sängerin und Songtexterin und als Autorin und welcher Bereich ist der, auf den Sie auf keinen Fall verzichten möchten, wenn Sie es aus welchen Gründen auch immer einmal müssten?
Das Schreiben an Büchern hat einen zu hohen Stellenwert in meinem Leben eingenommen, als dass ich darauf verzichten wollen würde. Ich habe zwar schon Schreibkrisen durchgemacht, auch noch vor gar nicht allzu langer Zeit, allerdings hoffe ich sehr, dass es immer ein Teil meines Lebens sein wird. Der Einfluss meiner Songtexterei ist mittlerweile sehr gering geworden, während ich früher noch Passagen aus ebendiesen Texten in meine Bücher einfließen ließ. Vielleicht gehört das alles zur Entwicklung dazu, dass ich mich von dieser Art zu schreiben, löse.
Was ist für Sie als Mensch befriedigender? Ein abgeschlossenes Manuskript oder ein  Auftritt als Sängerin?
Definitiv ersteres, da mir in Punkt zwei auch die Erfahrungen fehlen. Die Schritte als Sängerin waren zu zaghaft, um sie mit meinen Veröffentlichungen zu vergleichen.
Liebe Nancy, was tun Sie um sich zu inspirieren?
Eigentlich einfach nur „leben“ – es klingt simpel, aber so ist es. 🙂 Das ganze Leben inspiriert mich, ich gehe so gut wie nie auf die Suche nach Ideen, irgendwie finden sie immer mich. Früher habe ich manchmal Fernsehzeitungen durchstöbert, um mich über Irrwege zu neuen Ideen inspirieren zu lassen, aber das habe ich schon länger nicht gemacht. Irgendwie hat sich seitdem alles immer von allein gefunden – und oftmals zu den ungünstigsten Zeitpunkten. 😉
Haben Sie am Anfang einer Geschichte bereits eine konkrete Idee, wie das Ende aussehen wird?
Manchmal schon, aber meistens lasse ich meine Titelhelden gern selbst entscheiden, was passiert und in welche Richtung sie sich bewegen. So schreibt es sich einfach am schönsten.
Wie gehen Sie mit Kritik aus dem Lektorat um?
Diese anzunehmen fällt mir erstaunlich leicht, weil ich gerade bei einem großen Verlag mit Erfahrung darauf vertraue, einen kompetenten Partner an meiner Seite zu haben. Vielleicht hatte ich bisher aber auch einfach nur großes Glück, da mir kein Vorschlag aus der Redaktion jemals ernsthafte Bauchschmerzen bereitet hat.
Liebe Nancy, vielen Dank für dieses sehr persönliche Interview!
Die Bücher aus der Verlosung gehen an
Heike Päfgen
Iris Herz
Claudia L.
Melanie Truhoel
Herzlichen Glückwunsch!
Die Interviewfragen stammen aus Einsendungen, im Rahmen der Aktion „Leser fragen – Autoren antworten”
Autorenfoto © privat
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Belletristik

Lena Hooge – Bauchgefühle

Schönen Männern und gutem Essen kann Restaurant-Kritikerin Mari nicht widerstehen. Deshalb nascht sie bei jeder Gelegenheit – solange, bis ihr Bauch verrückt spielt: Sie wird schwanger und weiß nicht, von wem. Der attraktive Ben entwickelt sich vom unkomplizierten One Night-Stand zur ernsthaften Konkurrenz im Büro. Und was der wortkarge Simon im Schilde führt, durchschaut keiner so genau. Mari muss viel kosten, abschmecken und ausprobieren, bevor sie die Zutaten für ihr Glück-Menü beisammen hat. (Kurzbeschreibung laut amazon)
Mari hält nichts von festen Beziehungen. Seit Jahren gestaltet sie ihr Liebesleben ausschließlich durch One Night – Stands. Bisher ist sie damit auch ganz happy. Allerdings hätte sie den letzten One Night – Stand wohl besser ausgelassen, denn Ben entpuppt sich kurzerhand als ihr neuer Kollege im Verlag. Zu allem Übel ist er auch noch der Patensohn ihres Chefs und  obendrein ernsthafte Konkurrenz, denn kein geringerer als er soll die Stelle als Ressortleiter übernehmen. Doch genau auf diese Beförderung wartet Mari schon seit einer kleinen Ewigkeit.
Die ganze Aufregung schlägt Mari bei einem Spargelessen dermaßen auf den Magen, sodass sie sich kurzerhand übergeben muss. Allerdings stellt sich der Grund für ihre Übelkeit nur wenig später als handfeste Schwangerschaft heraus und damit beginnen Mari Probleme erst richtig, denn Ben war binnen weniger Tage nicht der einzige One Night – Stand.
Mit ihrem Kollegen Simon hatte Mari ebenfalls ein paar nette Stunden. Nun weiß Mari nicht wie sie die zwei potentiellen Väter und ihre Karriere unter einen Hut bringen soll.
Zum Gedankenkarussell kommt gesellt sich ebenfalls noch die Frage, ob sie das Kind überhaupt behalten soll und ist sie überhaupt einer festen Beziehung gewachsen?
Auf den ersten Blick erscheint „Bauchgefühle“ wie ein typischer Frauenroman, der mit einer lockeren Geschichte über eine etwas zu chaotisch geratene Hauptfigur daherkommt. Jedoch entpuppt er sich relativ schnell – und vor allen kurzweilig – als durchaus erwachsen und modern. Die Figuren sind reifer, durchdachter und vor allen Dingen mit diversen Lebenserfahrungen gezeichnet als zunächst angenommen.
Die facettenreichen Charaktere  bringen die Handlung überraschend sympathisch in Schwung und neben einer ungewollten Schwangerschaft spielen Bindungsängste und Verluste in der Vergangenheit eine große Rolle.
Hier beweist Lena Hooge großes Fingerspitzengefühl, denn sie trifft den Nagel auf den Kopf ohne in kitschige Klischees abzudriften. „Bauchgefühle“ ist ein Roman der bewegt, zum Schmunzeln anregt und doch mit vielen leisen nachdenklichen Untertönen daherkommt. Dieses verleiht dem Roman Tiefe und Emotionalität. Außerdem finden sich einige poetische Zwischentöne in den Zeilen, die durchaus poetisch anmuten:
„Wärme, die dich umschließt, bevor du merkst, dass du mittendrin bist“,…Nähe, die dir so selbstverständlich vorkommt, als sei sie schon immer dagewesen. Berührungen, die sich vom ersten Moment an vertraut anfühlen.“
oder
„In der Liebe gibt es keine Hintertüren, die man sich offen lässt, keine Wahrheiten, die man sich nach Bedarf zurechtbiegen kann – da geht es um die bedingungslose Annahme dessen, was ist…“
Auf der anderen Seite gibt es sehr humorvolle Dialoge, die mich schmunzeln ließen: „Nein, Greta, es ist keine gute Idee, dem Spanferkel Marmelade in die Augenhöhlen zu schmieren“,…“Nimm den Blütenhonig, dann sieht´s aus wie Eiter“…
Ein kleiner Tipp noch am Rande: Kulinarisch geht es hoch her in „Bauchgefühle“. Mari durchlebt aus beruflichen Gründen diverse Testessen, die beim Lesen gnadenlos den Gaumen kitzeln, was den anschaulichen Beschreibungen der Autorin zu Grunde geht und selbstverständlich lobenswert  werden muss. Das Telefon für den Pizzabringdienst oder diverse Knabbereien nebst Antipasti sind daher besser griffbereit neben dem Leseplatz zu platzieren! 😉
Fazit: Die Liebe und das Familienleben haben viele Facetten. Lena Hooge gelingt es mit viel Authentizität diese aufzuzeigen und so ihren Figuren Tiefe und eine gewisse Reife mit auf den Weg zu geben. „Bauchgefühle“ hinterlässt dadurch einen bleibenden Eindruck und überrascht obendrein mit einer kurzweiligen Handlung, die sehr liebevoll durchdacht wurde.
© Ricarda Ohligschläger