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Lilli Beck

Rezensionen/ Rezensionen Humorvolle Frauenromane

Lilli Beck – Sie haben sich aber gut gehalten!

DAS LEBEN IST KEIN SCHONWASCHGANG. Es sollte die entspannteste Zeit ihres Lebens werden: Rosy geht auf die 50 zu, und nie hat sie sich besser gefühlt. Die Scheidung ist durch, und die Kinder sind ausgezogen. Jetzt steht der Wellnessurlaub mit der besten Freundin kurz bevor. Alles rosa also. Doch Rosy hat nicht mit ihrer Blutsaugerfamilie gerechnet. Nach und nach belagern Kinder und Ex-mann wieder das «Hotel Mama». Selbst ihre nervige Schwiegermutter steht plötzlich vor der Tür – mit einem Koffer voller Probleme im Gepäck. Rosy kann allerdings so schnell nichts umhauen. Bis John auftaucht, ihre große Liebe aus Jugendzeiten …(Kurzbeschreibung laut Amazon)
Lilli Beck – dieser Name steht für kurzweilige Unterhaltung, entspannte Lesestunden und realitätsnahe Figuren.
Mich würde es nicht wundern, wenn Rosy & Co. Irgendwo in der Nachbarschaft wohnen würden, denn die Probleme mit denen sich Rosy beschäftigen muss sind ein Mosaik aus Alltagssorgen und Lebensphasen gepaart mit mehr oder minder schweren Katastrophen: Schwiegermutterbesuch, Scheidung, Hausverkauf, eine werdende Elternschaft und das ganze wird gekrönt durch die eigenen Gefühle, die derzeit  Achterbahn fahren.
Lilli Beck hat dieses Alltagsdrama so humorvoll in Szene gesetzt, dass ich die knapp 270 Seiten mit großer Freude gelesen habe.
Einzig bei der Auswahl des Titels bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits passt er meiner Meinung nach gar nicht zum Buch, andererseits hält sich Rosy sehr gut zwischen all den turbulenten Ereignissen.
© Ricarda Ohligschläger

Buchmesse in Frankfurt

Frankfurter Buchmesse 2012 (Tag 2 – 12.10.)

Buchmesse Tag 2
Der zweite Tag der Messe begann mit einer übervollen Straßenbahn, aber die konnte meine Vorfreude auf weitere vielversprechende Treffen nicht dämmen. Grund dafür waren Ausfälle und Verspätungen, und die zogen sich dann weiter durch den ganzen Vormittag. Da man auf einer Messe nie pünktlich sein kann (überfüllte Messehallen durch die man sich drängen muss; länger andauernde Termine etc.) wartete ich bereits auf meine erste Verabredung etwas länger.
Ich war nämlich mit Iris Gasper und Sandra Stockem verabredet, die zwar des öfteren auf meinen Wohnzimmerlesungen zu Gast sind, aber wenn man sich auf der Buchmesse trifft ist es irgendwie noch spezieller. Mir fehlen gerade die Worte es zu beschreiben, aber ihr wisst sicher was ich meine.
Während Karin und ich auf Iris und Sandra warteten kam Judith Merchant kurz „Hallo“ sagen, die sich ein kleines bisschen verändert hat. (Alles Gute noch einmal an dieser Stelle!)
Kurz darauf sprach mich Tania Krätschmar an, deren Buch „Seerosensommer“ verfilmt wurde und im vergangen Jahr im TV zu sehen war. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie mich angesprochen hat, denn Tania schreibt wundervolle Bücher und ich wollte sie immer gerne einmal persönlich treffen.
Iris und Sandra blieben weiterhin verschollen und so machte ich mit Karin eine Runde um den Droemer – Stand.
Iny Lorentz kam uns entgegen und sagte kurz „Hallo“ und Sebastian Fitzek war auch vor Ort, und wurde bereits von Fans umlagert. Nach einem Minirundgang sagte ich zu Karin: „Komm wir setzen uns wieder bei Droemer hin, vielleicht sprechen mich ja noch mehr Autoren an.“
Ich sagte das eher beiläufig, Karin lachte schon und ich erwähne das auch nur, weil folgendes passierte: Kaum saßen wir wieder auf den Sitzmöbeln sprach mich Nicole Steyer an, deren Buch „Die Hexe von Nassau“ Anfang November erscheint. Wir sind bei Facebook schon eine Ewigkeit befreundet und es war sehr schön sie kennenzulernen.
Iris und Sandra kamen dann irgendwann doch noch und wir konnten ein kurzes Schwätzchen halten. Aber wir sahen uns an dem Tag noch so oft, dass ich später zu dem Schluss kam, dass wir dieselben „Buchmessetour gebucht“ hatten. 🙂
Irgendwann sah ich dann Philipp Bobrowski in der Menge und wusste, dass Anna Koschka dann nicht weit sein kann, denn mit ihr war ich ebenso am Stand verabredet. Wir fanden uns nach einer Runde um die sieben Meter hohe Bücherwand und hatten kurz die Möglichkeit für ein Foto und ein schnelles Kennenlernen. Da sie im Dezember Gast meiner Wohnzimmerlesung ist und ihr Buch „Naschmarkt“ vorstellen wird, holen wir dann ein ausführliches Gespräch nach. Aber eines weiß ich jetzt schon: ich mag ihren Dialekt! Sie ist eine sehr herzliche Autorin und überaus sympathisch.
Danach flitzte ich zu „Arena„, wo ich mich am Vorabend noch mit Tamina Berger (Valentina Berger) verabredet hatte. Auch diese Begegnung war sehr, sehr herzlich und ich finde es oft sehr interessant wie locker sich solche Treffen doch gestalten können.
Wegen eines ausgefallenen Termins hatte ich um die Mittagszeit etwas Luft und Karin machte mich dann bekannt mit einem ihrer Buchfreunde: Pero. Wir verbrachten die Zeit bei einem gemütlichen Kaffee und gingen dann zu „Oetinger„, wo die Preisträger „Jugendliteraturpreis 2012“ gerade zum Gespräch waren.
Besonders berührt hat mich dabei der Auftritt von Tabitha Suzuma. Sie hatte zwei DinA4 Seiten vor sich liegen und sprach zu ihren Zuhörern in einem ausgezeichneten Deutsch! Ich hatte Gänsehaut!!!
Ihr Buch „Forbidden“ möchte ich an dieser Stelle allen ans Herz legen, die es noch nicht gelesen haben. Außerdem zu Gast waren Antonia Michaelis mit „Der Märchenerzähler„, Pija Lindenbaum und Kerstin Behnken mit „Mia schläft woanders“ und Ken Kimura, Yasunari Murakami und Hana Christen mit „999 Froschgeschwister ziehen um„.
Zu dritt zogen wir dann erneut zu „Arena“, wo bereits die „Märchenfee“ Gabriella Engelmann in Action war. Mit ihr bin ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit in Kontakt und nun sollte es endlich einmal zu einem Treffen kommen. Ich bin immer noch total verzaubert von ihrer Ausstrahlung und ihrer lockeren Art. Aber, liebe Gabriella, ich kann dir trotzdem nicht versprechen keine Fotos mehr von meinen Menüs bei Facebook einzustellen. Ich lese nämlich nicht nur gerne, sondern fotografiere auch sehr leidenschaftlich. 🙂
Nach dem Treffen mit Gabriella lief mir Ursula Poznanski vor die Kamera, die gerade von ihrer Premiere zu „Die Verratenen“ kam.
Und ich habe im Laufe der Messe viele Hände geschüttelt von Buchbloggern, die mich ansprachen, „Hallo“ sagten, umarmten und Fotos machten. Ich weiß, dass ich mit Sicherheit nicht allen gerecht werden konnte, aber so mancher Termin drängte und leider bekomme ich nicht mehr alle Namen zusammen. Aber die, die ich noch abrufen kann sind: Tanja Macharski, Monika Stutzke, Claudia Junger, Karla Paul, Marcel Koch, Sarah Jordan, Susanne von Literaturschock.de, Sandy Härtling, Franziska Huhnke, „Lesendes Katzenpersonal“ und „Beauty & Books„.
Auch der zweite Buchmessetag ging für mich und Karin mit einem außergewöhnlich netten Autorentreffen zu Ende, denn um 16:00 Uhr waren wir bei „Aufbau“ mit Lilli Beck verabredet. Und dieses Treffen werde ich so schnell nicht vergessen, denn es war nicht „nur einfach nett“, sondern es ging richtig ins Herz! Ich mag Lilli wegen ihrer Bücher wie „Liebe auf den letzten Blick“ und weil sie so unangepasst anders ist. Von ihr könnten sich viele Frauen ihrer Generation eine Scheibe abschneiden, dann wäre die Welt etwas bunter.
Beschwingt von diesem Treffen zogen wir abschließend noch durch Halle 4.0 in der es so viele wunderbare Dinge zu bestaunen gab. Beispielsweise „Zeit in Dosen„. Darüber werde ich demnächst ein Video drehen, weil ich das für eine wunderbare Weihnachtsgeschenkidee halte. Ganz viele andere Geschenkideen werde ich euch ebenso noch in diesem Video vorstellen.
Karin und ich beschlossen den Abend dann mit einem leckeren Essen in einem kleinen Restaurant bei ihr um die Ecke. Danach plauderten wir bei ihr weiter über Bücher und ich finde es ja immer sehr spannend auch einmal andere Buchregale zu bestaunen. Karin z. B. liest eine völlig andere Genrerichtung als ich, aber genau das macht ihre Bücher für mich so interessant. Kennt ihr z. B. das Buch „Mein kleiner Horrortrip: Die kürzesten Schockgeschichten aller Zeiten„. Das Buch beinhaltet zahlreiche, ganz kurze und zum Teil sehr subtile Horrorgeschichten, die demnächst in meinem Regal Einzug halten werden. Mit dem Bestaunen dieses außergewöhnlichen Buches ging der zweite Messetag zu Ende. Kurze Zeit später fiel ich ins Bett. Die vielen Eindrücke nahm ich mit ins Traumland.
(Tipp- und Kommafehler sind beabsichtigt und ein Zeichen meiner außerordentlichen Kreativität!)
Die Fotos der Autorentreffen könnt ihr auf meiner Herzgedanke – Fanseite sehen.
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Humorvolle Frauenromane

Lilli Beck – Liebe auf den letzten Blick

Klappentext:
Trau keinem unter 60!
Vier Umzüge und ein Todesfall: Mathilde und ihre Freundinnen gründen eine WG, um dem drohenden Seniorenheim zu entrinnen. Doch offensichtlich ist man mit 60 nicht viel schlauer als mit 20, und der schöne Plan schlägt fehl. Statt in der Oldie-Idylle finden sich die vier plötzlich im Mehrgenerationen-Chaos wieder. Und dass die Hormone genauso verrückt spielen wie früher, merken sie nicht nur an Hitzewallungen.
Lilli Beck sorgt mit ihren „Oldies“ für ordentliche Abwechslung zwischen all den knackigen und herausgeputzten Protagonisten, die es sonst zuhauf gibt.
Witzig präsentiert sie ihre WG-Bewohner, die ganz alltägliche Sorgen und Nöte haben. Dass es dabei auch mal zwischenmenschliche Ungereimtheiten oder gar Streit gibt, macht die 4 Mieter noch sympathischer und „menschlicher“.
Mathilda, Amelie, Gustl und Irma sind total verschieden und trotzdem passen sie so toll zueinander. Sie geben sich in jeder Situation Halt und Hilfestellung. Denn leider gibt es nicht nur lustige Momente in der WG…
Doch was wäre so eine WG ohne Liebe? Lilli Beck lässt sie in Form eines attraktiven Herrn in die WG, der das Herz der sanftmütigen Mathilde im Sturm erobert. Diese muss jedoch erst überzeugt werden, dass Männer nicht immer auf jüngere Frauen fliegen. Ihre Gedanken und ihre Unsicherheit, die dabei für einige Missverständnisse sorgen, sind sehr amüsant zu lesen!
Liebe auf den letzten Blick“ ist ein großartiger, warmherziger Unterhaltungsroman, der sich nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Hauptfiguren abhebt!
© Ricarda Ohligschläger

Rezensionen/ Rezensionen Liebesromane & ChickLit

Lilli Beck – Sie haben sich aber gut gehalten!

Eigentlich möchte Rosy ab sofort einen Gang zurück schalten: die Kinder sind aus dem Haus, die Scheidung hat sie hinter sich und dem Wellnessurlaub mit Freundin Suse steht kurz bevor.
Nur leider hat die Endvierzigerin die Rechnung ohne ihre Familie gemacht! Ihr Exmann Volker quartiert kurzerhand seine Mutter Lotte bei ihr ein und plötzlich stehen nacheinander nicht nur die beiden Söhne, sondern auch die Tochter und Exmann Volker höchstpersönlich auf der Matte. Selbstverständlich glauben alle, dass das „Hotel Mama“ ab sofort wieder geöffnet ist.
Dabei hat Rosy im Moment eher anderes im Kopf als Kochen und Putzen, denn sie ist frisch verliebt
Lilli Becks erfrischender Schreibstil hat einen Nachteil: ihre Bücher sind leider viel zu schnell ausgelesen. Schade eigentlich, denn ihre humorvolle Schreibweise und ihre authentischen Figuren mag man gar nicht binnen so kurzer Zeit gehen lassen.
Rosy verkörpert in „Sie haben sich aber gut gehalten!“ eine fürsorgliche Mutter, die leider viel zu oft ihre eigenen Bedürfnisse hinten anstellt. Zwischen beruflicher Neuorientierung und Alltagshektik versucht sie ihren Lieben ebenso gerecht zu werden, wie ihren eigenen Bedürfnissen und Träumen.
Sicherlich wird sich die ein oder andere mit ihr identifizieren können, und ihr dabei zuflüstern, dass sie doch endlich mal an sich denken soll!
Meiner Meinung nach hat Rosy sich nämlich viel zu sehr von ihrer Familie beeinflussen lassen. Statt mit der Faust auf den Tisch zu hauen, um ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich wünscht, rotierte sie stets zwischen Einkäufen, Spülbecken und Waschmaschine hin und her.
Ich habe daher eher mit einem großen Knall gerechnet, in dem die Familie endlich mal aufwacht und erkennt, dass auch Mütter mal eine Auszeit brauchen.
Einzig Rosys Schwiegermonster hat das nach ein bisschen Anlaufzeit erkannt und der gestressten Hausfrau tatkräftig zur Seite gestanden. Mir war die quirlige Hippiedame von Anfang an sympathisch. Lediglich Rosy hat Lotte wohl verkannt.
Natürlich gibt es aber für alle ein Happy End und daher möchte ich diese authentische und spritzige Familiengeschichte gerne weiterempfehlen.
Ganz besonders an gestresste Mütter, die sich schon lange einen entspannenden Lesenachmittag wünschen!
© Ricarda Ohligschläger

Interviews mit Autoren

Interview mit Mira Becker

Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder etwas anderes zu tun.“

Liebe Frau Becker, ich freu mich sehr, dass sie Zeit gefunden haben für meine Aktion. In Ihrem Buch „Couchgeflüster“ geht es ja um eine bestimmte Art von Amnesie. Haben Sie mit dieser Erkrankung persönlich Erfahrungen gemacht?
In meinem Freundeskreis gab es vor ein paar Jahren einen Fall von retrograder Amnesie. Der verlief zwar völlig anders, als der in „Couchgeflüster“ und hat mich auch nicht zu der Story inspiriert, dennoch bekam ich ein paar nützliche Informationen aus erster Hand.
Steckt etwas von Ihnen selbst in der Protagonistin Nelly?
Mit Nelly verbindet mich Yoga, das ich regelmäßig praktiziere. Grundsätzlich sind aber alle meine Figuren fiktiv. Ich achte sehr darauf, dass sie weder Ähnlichkeit mit mir haben, meiner Familie, meinen Freunden oder mit jemanden den ich kenne, und verwende auch nicht deren Namen. 
Hat sich ihr Leben durch das Schreiben verändert? Und wenn ja, wie?
Mein Leben hat sich radikal geändert. In meinen früheren Berufen habe ich tage- oder wochenweise in verschiedenen Foto- und Filmstudios im Team gearbeitet. Ich hatte mit den unterschiedlichsten Menschen zu tun, war oft auf Reisen und lebte in Hotels. Die Arbeitszeiten war unregelmäßig (z.B. von morgens um Fünf bis nachts um zehn), und wenn es sich um Außenaufnahmen handelte, vom Wetter abhängig. Das bedeutete auch teilweise wenig Schlaf und kein normales Privatleben.
Dagegen ist das Schreiben ein „einsamer“ Beruf, bei dem man allein am Schreibtisch sitzt und ganz auf sich gestellt ist. Einen Roman zu verfassen verlangt natürlich ein gewisses Talent, aber noch viel mehr Ausdauer und Disziplin.
Meine Tage sind jetzt streng strukturiert und während der ersten Fassung eines Romans (etwa drei Monate), tauche ich ganz in die Geschichte ein und arbeite acht bis zehn Stunden, sieben Tage die Woche. Wenn dann auch noch mein Lebensgefährte beruflich unterwegs ist, treffe ich meine Freunde seltener, und bis auf wenige Telefonate mit meiner Lektorin, „unterhalte“ ich mich fast nur mit meinen Figuren.
Beeinflusst Sie die Zeit vor und hinter der Kamera beim Schreiben?
Eigentlich nicht, abgesehen von meinem Wissen über Make-up, Mode und die Filmbranche, das ich vielleicht mal in einen Roman einfließen lassen kann. Allerdings sind die Verlage hierzulande nicht an Geschichten aus diesen Branchen interessiert. Mein erster langer Krimi spielte teilweise in der Filmbranche und wurde von den Verlagen mit eben dieser Begründung abgelehnt.
Wie kommen Sie auf die Idee für so eine tolle Geschichte? Steckt da auch ein bisschen von Ihren Erfahrungen drinnen?
Bei „Couchgeflüster“ waren es vier Worte: Krause Haare, krauses Gehirn! Ich weiß gar nicht mehr, wo ich das gelesen oder gehört habe, aber ich hatte sofort meine chaotische Nelly vor Augen, die ständig alles vergisst und träumend durchs Leben stolpert. 
Die besten Ideen „überfallen“ mich morgens, kurz nach dem Aufwachen, wenn ich noch im Bett liege und noch eine Weile vor mich hin träume. Aber auch bei Gesprächen mit Freunden, beim täglichen Sport oder Lesen von Zeitungen/Magazinen/Bücher. Manchmal sehe ich auch gleich die ganze Geschichte vor mir. Aber meist sind es nur unfertige Gedankenblitze oder kleine Szenen, die ich in einer speziellen Datei notiere. Dann gilt es, sich für eine der unfertigen Ideen zu entscheiden, und die Figuren sowie eine Geschichte zu erarbeiten. Sobald das Exposé steht, schicke ich es an den Verlag. Und wenn es meiner Lektorin gefällt, beginne ich mit dem Schreiben. Was aber nicht bedeutet, dass sich im Verlauf des Schreibens nicht noch etwas ändern kann oder neue Figuren hinzukommen. 
Abgesehen von Yoga gibt es keine eigenen Erfahrungen in „Couchgeflüster“. Aber ich schreibe auch unter dem Pseudonym „Lilli Beck“, wo die Heldinnen ältere Frauen zwischen 49 und 59 sind. In diesen Geschichten stecken dann schon mal eine Portion Lebenserfahrung. Wie z.B. in „Reich heiraten“, wo ich Erlebnisse aus meiner Hippie-Zeit einließen lassen konnte, oder in „Chili und Schokolade“ meine Passion fürs Kochen und eigene Rezepte. 

Können Sie sich vorstellen auch mal  einen historischen Roman zu schreiben?
Bisher noch nicht. Aber wer weiß, vielleicht packt es mich ja eines Tages.
Autoren von historischen Romanen müssen ja meistens sehr viel recherchieren. Wie gestaltet sich das bei einem Frauenroman? 
Für „Couchgeflüster“ habe ich mich genauer in Moabit umgesehen, da ich den Kiez kaum kannte. Und vor einigen Tagen brauchte ich Infos zu einem bestimmten Kaffeeautomaten. Aber im Gegensatz zu so aufwendigen Roman wie „Die Wundärztin“, den ich vor Kurzem gelesen habe, sind meine Nachforschungen ein Klacks.
Planen Sie schon weitere Romanprojekte?
Wenn ja, wird es wieder ein ‚Frauenroman‘ werden oder denken Sie auch darüber nach, ein anderes Genre auszuprobieren?“ z.B. Krimi; sie hatten ja bereits einen Kurzkrimi veröffentlicht.
Im Moment schreibe ich einen Familienroman (Titel steht noch nicht fest), der unter „Lilli Beck“ im Mai 2011 bei Rowohlt erscheinen wird. Danach plane ich zur Abwechslung mal einen Psychothriller.
Wollen Sie sich in Zukunft ganz dem Schreiben widmen, oder vielleicht doch wieder beispielsweise als Visagistin tätig sein?
Ich widme mich bereits seit drei Jahren ganz dem Schreiben, arbeite aber sporadisch noch für eine befreundete Fotografin als Visagistin.
Können Sie sagen, was Ihnen mehr Spaß bereitet? Das  Schreiben oder das Leben als Model und Schauspielerin?
Jeder Beruf hat mir Spaß gemacht, aber Vergleiche sind unmöglich, da die Unterschiede so groß sind wie zwischen Sonne und Regen. Inzwischen ist das Schreiben mein Lebensinhalt, und wie eine beglückende Sucht. Ich kann mir nicht vorstellen, jemals wieder etwas anderes zu tun.
Welches Genre bevorzugen Sie selbst bei Büchern? Gibt es für Sie DAS ultimative Lieblingsbuch bzw. ein Buch, das Sie nachhaltig geprägt hat?
Sehr gerne lese ich heitere Romane, und zu Abwechslung Krimis, Psychotriller oder auch mal einen historischen Roman. DAS ultimative Buch gibt es eigentlich nicht. Aber wenn ich eines aus dem Feuer retten müsste, wäre es: Das Synonymwörterbuch!
Welches Buch sollte Ihrer Meinung nach ein Bestseller werden?

Was für eine raffinierte Frage! Würde eine gute Fee mich das fragen, würde ich mir wünschen, dass „Couchgeflüster“ die Bestsellerlisten stürmt.
Was würden Sie jungen Autoren mit auf den Weg geben?
An sich und seine Ideen glauben und nicht von Absagen entmutigen lassen.
Liebe Frau Becker, vielen herzlichen Dank für diesen kleinen Einblick in ihre Autorenwelt. Für Ihre zukünftigen Projekte wünsche ich Ihnen alles Gute!
Die Bücher aus der Verlosung gehen an
Nicole T.
Martina W.
Verena S.
Herzlichen Glückwunsch! Die Bücher werden nächste Woche ihren Empfänger erreichen.
© Ricarda Ohligschläger