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Lübbe

Buchmesse in Frankfurt

Frankfurter Buchmesse 2012 (Tag 1 – 11.10.)

Buchmesse Tag 1
Mein Abenteuer „Frankfurter Buchmesse“ begann dieses Jahr ziemlich früh. Um genauer zu sein am Donnerstag um 05:00 Uhr, denn da klingelte mein Wecker. Normalerweise bin ich eher der Typ Morgenmuffel, aber an diesem Tag sprang ich regelrecht aus dem Bett. Eine Dusche und eine halbe Tasse Kaffee brachten mich zusätzlich auf Trab.
Gegen 06:00 Uhr fuhr mein Mann mich nach Köln zum Hauptbahnhof, wo mich als allererstes der wunderschön angestrahlte Dom erwartete. Da wir noch etwas Zeit hatten und es außerdem sehr kalt war, hielten wir uns kurz vor meinem Gleis im unteren Bereich des Bahnhofs auf, wo bereits geschäftiges Treiben herrschte.
Pünktlich um 06:53 Uhr bewegte sich mich mein Zug in Richtung Mainz, wo ich in einen anderen Zug umsteigen musste, der mich dann endlich nach Frankfurt brachte. Mein Sitznachbar war ein freier Lektor, mit dem ich direkt angeregt über die Messe, Verlage etc. erzählte.
Dort erwartete mich meine „Herbergsmutter“ Karin, die mich fortan immer auf den richtigen Weg brachte, was ihr später auch einen Spitznamen einbrachte.
Ich kann den Moment nicht beschreiben, als ich dann in den „heiligen Hallen“ ankam. Da ich im letzten Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte, genoss ich dieses Gefühl in vollen Zügen. Klar war ich direkt etwas „erschlagen“ von den vielen Eindrücken und ich nahm die ersten Minuten gar nicht richtig wahr, aber ich wusste HIER gehörst du hin!
Wo ich nicht hingehörte war die Herrentoilette, wohin ich mich fälschlicherweise verirrt hatte, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht hoch erhobenen Hauptes und mit dem Satz „Sie haben mich einfach nicht gesehen!“ wieder dort hinaus spaziert wäre. 🙂
Halle 3.0 war die erste Anlaufstelle und wir machten unseren ersten kurzen Rundgang, denn bereits um 10:00 Uhr war ich mit Krimiautorin Elke Pistor verabredet. Als sie wenig später kam war ich etwas abgelenkt, denn Elke hatte eine tolle rote Handtasche unter dem Arm. Die wichtigen Fakten unseres Gesprächs habe ich mir trotzdem gemerkt und auch, dass Elke später noch bei Emons am Stand ist. Dummerweise hatte ich zeitgleich einen anderen Termin. (Aber es wird ein Wiedersehen mit Elke geben und zwar in einem ganz besonderen Rahmen. Dazu in 2013 mehr.)
Zur selben Zeit trudelte auch Claudia von „Claudia Bücherregal“ ein und kurz darauf kam vervollständigte Petra Schier unser kleines aber feines Treffen, was wir vorher bei Facebook angekündigt hatten. Es wurden natürlich Fotos gemacht und Claudia hatte ein kleines Büchlein dabei, wo sie sich von den Autoren ein paar liebe Worte hat reinschreiben lassen. Petra musste uns kurz darauf leider verlassen, aber plötzlich kam Alexandra Zylenas dazu. Gemeinsam sahen wir uns die Lesung von Krystyna Kuhn aus „Das Tal“ an.
Im Anschluss an die Lesung hatte ich ein bisschen Luft und zog quer über die Messe. Im Nachhinein war das die „Ruhe vor dem Sturm“, denn im Laufe des Tages traf ich so viele Autorinnen und Buchblogger, dass ich besser eine kleine Meditationspause eingelegt hätte. Es wurde ein großartiger Tag!
Ich hatte ein sehr nettes Gespräch über Bücher, Wohnzimmerlesungen und Autoren mit Constanze Adolph von der Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit „Buchcontact„, die in Freiburg und Berlin als „Kontaktschmiede“ zwischen Verlagen und Autoren agieren.
Ich traf bei „Lübbe“ auf Eva Völler, Petra Schier und Britta Sabbag, wo wir gemeinsam dem bunten Treiben rund um Sonya Kraus, Bernhard Hoecker, Sky Du Mont und Lothar Matthäus zu sahen.
Danach zog es mich zu „Heyne„, wo ich ein kurzes aber sehr herzliches Treffen mit Sina Beerwald hatte. Auch Claudia war dort wieder vor Ort und ich muss zugeben, dass ich ohne sie Sina nicht gefunden hätte, denn normalerweise habe ich ein wunderbares „Gesichtergedächtnis“, aber bei Sina verließ es mich, was aber (und das betone ich!) nicht an Sina liegt. Claudia stand glücklicherweise bei ihr und füllte damit blitzschnell meine Erinnerungslücke. Auf jeden Fall freue ich mich jetzt noch mehr auf die Leserunde mit Sina und ihrem Buch „Hypnose„.
Wiebke Lorenz kam ebenso dazu und als Claudia mit ihr Fotos machen ging, konnte ich mich quasi revanchieren, denn Claudia ließ ihr Büchlein liegen (ihr erinnert euch?). Ich konnte mich als „Retter in der Not“ erweisen und nahm es mit.
Wer sich das mit den Fotos als trockene Angelegenheit vorstellt irrt! Wir hatten zusammen viel Spaß und es war einmal mehr eine tolle Begegnung mit Wiebke, der ich an dieser Stelle ganz persönlich für ihr grandioses Buch „Alles muss versteckt sein“ danken konnte.
Mittlerweile waren auch Wulf Dorn und Paul Cleave eingetroffen. Ich liebe die Bücher von Wulf Dorn und muss mir für das nächste Jahr (falls er denn dann vor Ort ist) unbedingt mal vornehmen mit ihm ein kurzes Gespräch zu führen. Manchmal schüchtern mich die großartigen Autoren nämlich ein. Aber immerhin habe ich es fertig gebracht ihm für das Foto zu danken, für das er ganz spontan in die Kamera strahlte.
Beim „Diana“ – Verlag war zur selben Zeit Kate Morton zu Gast und ich behaupte jetzt einfach mal, dass sie definitiv auch als Model eine großartige Karriere machen könnte. Sie live zu sehen ist schon ein bisschen „Wow“.
Mittlerweile war Karin wieder an meiner Seite. Sie musste mich kurzzeitig verlassen, da sie einen anderen Termin hatte, aber Karin, spätestens wenn du diesen Bericht hier liest weißt du, dass ich mich gut unterhalten habe. Und vor allen Dingen bin ich nicht verloren gegangen.
Verloren ging mir allerdings Zoë Beck mit der ich anschließend eigentlich ein Treffen vereinbart hatte. Da sie aber leider nicht kam, zog es mich und Karin zu „Droemer“ in Halle 3.1. Auf dem Weg dorthin kam ich zum xten Mal bei „Rowohlt“ vorbei, wo ich die Gelegenheit nutzte mit Petra Hammesfahr zu sprechen.  Was mich besonders freute war, dass sie sich immer noch an meine Rezension zu „Die Schuldlosen“ erinnern konnte und sich dafür bei mir bedankte. Vielleicht ergibt sich ein Wiedersehen mit Petra Hammesfahr in 2013. Ich möchte jedoch an dieser Stelle nicht zu viel versprechen!
Kaum dort angekommen klingelte mein Telefon und eine aufgeregte Zoë Beck fragte wo ich wäre. Es stellte sich dann heraus, dass wir eine unterschiedliche Treffpunktzeit notiert hatten. Meine Telefonnummer hatte Zoë irgendwie über Elke Pistor bekommen und so kam es dann schlussendlich doch noch zu einem Treffen.
Dieses Treffen war der krönende Abschluss eines phänomenalen ersten Messetages.
Nach eineinhalb Stunden plaudern und dem Gong, der uns an die Schließung der Messe erinnerte trennten wir uns. Karin und ich machten uns dann auf den Heimweg, wo wir den Tag mit Spaghetti Bolognese und einer großen Tasse Tee ausklingen ließen.
(Tipp- und Kommafehler sind beabsichtigt und ein Zeichen meiner außerordentlichen Kreativität!)
Die Fotos der Autorentreffen könnt ihr auf meiner Herzgedanke – Fanseite sehen.
© Ricarda Ohligschläger

Lesungen

Kerstin Gier las aus "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner"

Fast genau ein Jahr ist es her, dass ich Kerstin Gier auf einer ihrer Lesungen in humorgefüllter Aktion erleben durfte. Umso ärgerlicher für mich war es, dass sie ihre derzeitige Lesereise so gar nicht in die Nähe meines Wohnortes führte. Aber ich verstehe ja, dass andere Leserinnen auch ein Scheibchen von ihr abhaben möchten.
Ein ganz kleines bisschen jedenfalls. 🙂
Noch am Mittwoch stöberte ich auf ihrer Website und unterhielt mich mit meinem Mann darüber, ob Dortmund nun zu weit ist für einen spontanen Lesungsabend oder nicht.
Im Laufe des gestrigen Tages ging diese Unterhaltung dann per SMS weiter und irgendwann waren wir beide an dem Punkt: „Also wenn Thalia noch Karten für heute Abend, dann…“
Um sechzehn Uhr hatte ich dann Gewissheit, es gab noch Karten. Sechzehn Uhr zehn simste ich dann meine Freundin Heike an, ob sie superturbomegaspontan Lust auf eine „g“ierisch gute Lesung hat. Hatte sie und, dass es nach Dortmund geht, schrieb ich ihr dann aber doch lieber erst in der Folgemail.
Kurz nach siebzehn Uhr schwebte ich in freudiger Erwartung aus dem Büro, um mich nur kurze Zeit später im heimischen Bad wiederzufinden. Nach einem Spaziergang durch die Abteilung „dekorative Kosmetik“ meines Badezimmerschränkchens ging es dann auch schon wieder zur Tür hinaus.
Die Fahrt nach Dortmund verging wie im Flug, bis auf die gefühlten einhundertvierundzwanzig Mal, als wir fürchten mussten: „Jetzt ist wirklich Stau!“
Zwischendurch schrieb ich mir noch mit Kerstin höchstpersönlich Nachrichten, die sich sorgte, dass wir noch Karten bekommen würden. Aber da wir das ja vorher abgesichert hatten, konnte ich sie beruhigen. Sie hatte halt Angst, dass wir den Weg völlig umsonst fahren.
Sie schrieb mir dann, dass sie momentan durch Dortmund irren würde und kam nur zwei Minuten nach uns in der Buchhandlung an. Nach einem Miniplausch verschwand die dann kurz hinter die Kulissen. Nun stand einem tollen Abend nichts mehr im Weg. Außer vielleicht die Schlange vor der Damentoilette.:-)
Um zwanzig Uhr startete Kerstin Gier dann den Angriff auf die Bauchmuskeln ihrer vielen Zuhörerinnen und zwei, drei (?) Zuhörer. Augenblicklich wurde es mucksmäuschenstill. Die Stille jedoch hielt nicht lange an, denn Kerstin sorgte mit ihrem erfrischenden Erzählstil direkt für etliche Lacher, als sie einen kurzen Einblick ihrer bisherigen Lesereise gab.
Anschließend gab sie eine kleine Einführung in ihr neues Buch „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ und sprach über die Liebe. O- Ton: Die Liebe ist wie ein Tsunami, du kannst nichts dagegen tun.
Mit der Brille auf der Nase nahm schließlich der gelesene Teil der Lesung seinen Lauf. Obwohl ich das Buch erst in dieser Woche selbst gelesen hatte, hatte ich manchmal arg damit zu kämpfen meine Lachtränen unter Kontrolle zu halten. Nicht nur, dass ich Kerstins Stimme eh ganz toll finde (Wohlfühlzuhörglücksstimme!), nein sie besitzt auch die Gabe ihr Publikum durch eine Vielzahl von Stimmlagen und Dialekten(!) zum Lachen, Schreien, Kichern und Klatschen zu bringen. So imitierte sie im Folgenden einen schmierigen Kondomtester, eine ältere Dame mit losem Gebiss, einen kölschen Taxifahrer, eine Krankenschwester mit Vorliebe für kölsche Sprachverirrungen und eine junge Frau aus Süddeutschland.
Mir wurde schnell klar, dass ich mir das Hörbuch, welches Kerstin Gier im Moment selbst einliest nach Veröffentlichung am 06.12. noch einmal anhören werde.
Nach der Lesung gab es dann wieder die obligatorische Schlange, an der sich zahlreiche Besucher anstellten, um sich ihr signiertes Exemplar eines Buches der Autorin zu holen. Ich hatte lediglich meine Kamera dabei, da mir Kerstin das Buch bereits mit der Post zugesandt hatte.
Ganz zum Schluss knipste ich ein paar wunderbare Erinnerungsfotos an einen wundervollen und gierisch guten Abend. Heike und mein Mann haben sich mindestens genauso gut amüsiert wie ich, was nicht nur an den Cocktails lag, die es zur Eintrittskarte dazu gab.
Ich freue mich jetzt schon wieder auf die nächste Lesung mit Kerstin Gier und wünsche mir im nächsten Buch einen indischen Kuhdompteur. Und sei es nur wegen des Dialektes. 🙂
Da ich weiß, dass einige schon auf den Bericht warten, mach ich es mal kurz: Tippselfehler sind meiner Kreativität zuzuordnen. 🙂
© Ricarda Ohligschläger
 

Rezensionen/ Rezensionen Liebesromane & ChickLit

Kerstin Gier – Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner

Auf der anderen Seite des Buchregals mag das Gras grüner erscheinen, saftiger ist es jedoch bei Kerstin Gier.
Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann.
Leo N. Tolstoi
So ist es auch mit langersehnten Büchern. Irgendwann hält man sie in den Händen und lässt alles stehen für ein paar schöne Lesestunden. Diese sind meiner Meinung nach bei „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ zwar viel zu kurz, aber selbst ein 1500 Seiten Werk der Autorin wäre für mich nicht ausreichend.
Einmal entsandt, fliegt das Wort unwiderruflich dahin.
Horaz
Ich versuche extra immer ihre Bücher gaaaaaaaaaaanz besonders langsam zu lesen, aber irgendwann bin ich dann doch bei der letzten Zeile angekommen.
Trotzdem habe ich das Buch gestern in einem Rutsch (naja fast) ausgelesen.
Hatte es ein gutes Ende? Das werde ich an dieser Stelle nicht verraten, aber ich lasse euch gerne wissen, dass ganz viel Liebe in dem Buch steckt.
„Blöder Affe. Sturer Bock. Eitler Gockel. Eingebildeter Pfau. Toller Hecht. Dummer Ochse. Elender Wurm.“ (Zitat: Kerstin Gier „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“)
Diese Tiere stecken in menschlicher Gestalt ebenso in der Handlung, wie das „Eselchen“ Kati.
Kati ist natürlich kein richtiges Eselchen, nur manchmal arg schusselig und bei einem ihrer Alltagskatastrophen hat sie 2006 ihren Felix kennengelernt. Ein Jahr später wurde geheiratet und nun ist sie immer noch sehr glücklich mit ihm und seinen strubbligen Augenbrauen.
Nur manchmal fragt sie sich, ob Felix wirklich der Richtige für den gemeinsamen Lebensabend ist. Momentan zweifelt sie sogar ganz arg daran, denn so etwas wie Liebesleben findet kaum noch statt, obwohl sie Kati alle Mühe gibt und sogar ihre Freundinnen um Rat fragt.
Als Kati dann Mathias kennenlernt, wird ihr Leben noch komplizierter, denn Mathias hat nicht nur ein tolles Lächeln und die schönsten blauen Augen der Welt, sondern er empfindet genauso wie Kati.
Dummerweise kommt Kati ein Unfall dazwischen und dieser entfernt sie ganze 5 Jahre von Mathias und Felix. Sie erwacht nämlich genau einen Tag vor dem Kennenlernen von Felix. Nach einem kurzen Schock, beschließt sie dieses Mal alles richtig zu machen und auf alle Fälle möchte sie sich nun für den richtigen Mann entscheiden‘
Das besondere an dem Buch sind die kleinen Zitate am Seitenrand, die immer genau auf die jeweilige Handlung abgestimmt sind. Aber Kerstin Giers Bücher bestechen im Allgemeinen nicht durch Zitate, sondern durch ihren unvergleichlichen Humor, den unterhaltsamen Schreibstil und ihre Hauptfiguren.
Kati ist ein bisschen trottelig, verliert aber dadurch keinerlei Sympathiepunkte. Ganz im Gegenteil. Gerade diese Eigenschaften sorgen dafür, dass man sich stellenweise wiederfindet.
Sie steht fest im Arbeitsleben und ihr Freundeskreis ist eine gute Mischung aus Zuhörern und Ratgebern, in dem sie sich sehr wohl fühlt.
Lediglich der Freundeskreis von Felix artet gerne mit blöden Sprüchen aus. Allen voran Gereon, der gerne erzählt, dass er Katis Frauenarzt ist!
Doch auch er bekommt in Katis Paralleluniversum sein Fett weg bzw. seinen Whiskey. 🙂
Ich schrieb ja bereits anfänglich, dass mir das Buch persönlich viel zu kurz war. Gerade weil es dieses Mal um eine Art „Zeitreise“ ging. Dem Thema dem Kerstin Gier scheinbar noch nicht richtig „entflogen“ ist. Die Art und Weise, wie sie das jedoch in eine eher moderne Handlung umgewandelt hat, dazu die Schwierigkeiten der ehelichen Zweisamkeit und zwischen alldem noch ganz viele Funken Liebe und Romantik versprüht ‚ das ist das, was Kerstin Gier und ihre Bücher ausmacht.
Und wenn ich Kerstin Gier mit einer Farbe beschreiben sollte, dann wäre es ein plüschiges warmes honiggelb, indem man sich gerne niederlässt und mit einem Lächeln auf den Lippen dem Alltag entflieht.
Fazit: Auf der anderen Seite des Buchregals mag das Gras grüner erscheinen, saftiger ist es jedoch bei Kerstin Gier.
© Ricarda Ohligschläger

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Weiberabend bei Thalia in Hamburg am 24.11.2010

Warum mag Anne Hertz 1 keinen Käse?
Wieso hat Kerstin Gier ein Faible für die Delete-Taste?
Was hat Rebecca Fischer alias Gabriella Engelmann mit Harald Schmidt gemeinsam?
Wieso ist Steffi von Wolff am Kreativsten mit Stichen im Kreuz?
Weshalb hat Dr. Anne Hertz 2 keine Lust mehr auf Gesetzesbrecher?

Habt IHR Lust dieses Geheimnis zu lüften??
Dann kommt am 24.11.2010 nach Hamburg zum großen THALIA – Weiberabend

Veranstaltungsort: Bar Seepferdchen Große Elbstr. 212
22767 Hamburg (Nähe S-Bahn Königstraße)
Kartenreservierung unter: Tel 040 485 02 222
email: thalia.hamburg-grossebleichen@thalia.de
Eintritt: 14 Euro, Begrüßungs-Aperitiv inklusive

Die Autorinnen versprechen einen humorvollen Abend, mit vielen tollen Geschichten im Gepäck!!
Anschließend mischen sich die Autorinnen unter das Publikum, um euch ganz nah zu sein.
Wer möchte sich da nicht die Chance entgehen lassen, die Hamburger Deerns näher kennenzulernen??

Also schnell Tickets sichern!!

Die Veranstaltung wird unterstützt von Fischer, Lübbe und Knaur.

Und ihr könnt 2 Tickets gewinnen.

Schnappt euch eure beste Freundin und kommt zum WEIBERABEND.

Hinterlasst mir einfach einen Kommentar hier im Blog.
Das Los entscheidet.
Anfahrt und Hotelkosten sind nicht inbegriffen. ;-))
Einsendeschluss ist der 17.11.2010

Und wer Lust hat kann außerdem über die Antworten
zu den o. g. Fragen spekulieren.

Rezensionen

Harald Glööckler

Seine Fassade, die er in meinen Augen hatte, hat diese Biographie nicht zum Einstürzen gebracht. Ganz im Gegenteil, mittlerweile denke ich, dass es die niemals gab

Ich tue mich ja immer schwer damit Biographien zu bewerten, denn die Frage „Soll ich etwa das Leben des Autors bewerten?“ ist dabei nicht weit entfernt.
Wenn ich das vorliegende bisherige „Leben“ bewerten müsste, würde es direkt 10 Punkte erhalten. Warum? Weil es Menschen gibt, die sich nicht aus ihrem Schicksal „ausruhen“, jammern oder ständig über ihre ach so schlimme Kindheit klagen. Versteht mich nicht falsch. Eine schlechte Kindheit kann einen prägen – definitiv und ich weiß, wovon ich rede!
Aber ich habe es schon sehr oft erlebt, dass es Menschen gibt die all ihre Fehler und Macken darauf schieben, statt sich einfach einzugestehen, dass es an ihnen selbst liegt und nicht am lieblosen Elternhaus. Das ist natürlich nicht bei allen Menschen, die Wärme und Geborgenheit in ihrer Kindheit missen mussten, so. Einige sind ein Leben lang in Therapie und denen spreche ich an dieser Stelle auch mein Mitgefühl aus, um die geht es im Moment auch gar nicht und ich möchte niemanden angreifen.
Und dann gibt es Menschen wie Harald Glööckler.
Vielen ist Glööckler als Exzentriker, Paradiesvogel, durchgeknallter Modedesigner bzw. „King of Kitsch“ bekannt. Genauso erging es mir bisher und als ich sah, dass er eine Biographie geschrieben hat, musste ich sie einfach lesen, denn ich war mir sicher, dass hinter dieser Fassade etwas anderes als ein schillernder Modemacher steckt.
Glööckler, geboren am 30.05.1965 in Maulbronn, erlebte mit 13 Jahren wie seine Mutter starb, ausgelöst durch einen Treppensturz. Der alkoholkranke Vater hatte die Mutter geschubst. Offiziell war die Todesursache ein Unfall – inoffiziell wohl eher der traurige Höhepunkt eines langjährigen Horrorszenarios.
Doch trotz dieses unfassbaren Vorfalls hielt Glööckler an seinen Träumen, die er schon seit frühester Kindheit hatte, fest. Er hatte die Idee, dass sich jede Frau wie eine Prinzessin fühlt. Er träumte von Schlössern, Roben und ganz viel Glamour. Seine Kreativität war grenzenlos und sein Ideenreichtum ließ ihm oftmals keine Ruhe.
Schnell wurde klar, dass er in seinem ersten Job nicht lange glücklich werden würde und so verließ er bald die Herrenabteilung eines Modehauses und gründete mit seinem Lebensgefährten, Dieter Schroth, sein eigenes Modelabel: Pompöös.
Und genau so ging es bis heute weiter. Trotz einiger Tiefschläge hielt Glööckler an seinem Traum fest und wenn es gar nicht mehr ging, machte er einfach seine ganz individuelle Bestellung beim Universum oder bat seine, auf der Fensterbank sitzenden, Engel zur Hilfe. Ob man nun an übersinnliches glaubt oder nicht. Seinem Erfolg hat es jedenfalls nicht geschadet. Ganz im Gegenteil.
Glööckler kam bisher richtig rum: St.Moritz, Hongkong, Italien und Hollywood nicht zu vergessen. Glööckler inspirierte Sacha Baron Cohen zu seiner Titelfigur in dem Film „Brüno“.
Viele Stars modelten für ihn und unterstützten seine aufregenden und dramatisch inszenierten Shows: Brigitte Nielsen, Gina Lollobrigida, Chaka Khan – um nur einige zu nennen. Er stattete das Ensemble des Friedrichstadtpalastes mit den Kostümen zur Weihnachtsrevue aus und erhielt den Kulturpreis der Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“.
Seinen Durchbruch schaffte er aber endgültig in Zusammenarbeit mit dem Homeshopping – Sender HSE24. Antrieb hierfür war seine Idee, dass Luxus allen erschwinglich sein sollte…
Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem Leben. Ich möchte ja nicht ganz zu viel vorwegnehmen. Fakt ist aber, dass es mich sehr beeindruckt hat, wie sehr dieser Mann an seinen Träumen festhält und sie letzten Endes auch erreicht. Ob es nun wirklich Sinn macht, dass sich jede Frau wie eine Prinzessin fühlt oder nicht, sei dahingestellt. Schön ist der Gedanke auf alle Fälle.
Und ob man Glööckler nun mag oder nicht (soweit es die meisten, inkl. mir, eh nur aus der Ferne beurteilen können) – von seinem Ehrgeiz, seiner Kreativität, seinem Engagement für Hilfsorganisationen und dem Talent, aus einer Show ein Event zu machen, sollten sich viele eine große Scheibe abschneiden.
Seine Fassade, die er in meinen Augen hatte, hat diese Biographie nicht zum Einstürzen gebracht. Ganz im Gegenteil, mittlerweile denke ich, dass es die niemals gab.
Glööckler ist einfach so. Pompöös, schillernd, eben ein Gesamtkunstwerk. Angefangen von tätowierten Augenbrauen, über Botox im Gesicht und manikürten Nägeln.
Glööckler macht das worauf er Lust hat, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne sich an den Blicken anderer zu stören. Als die Schlagzeilen einmal lauteten er wäre pleite, ging er in das beste Restaurant am Platze, bestellte sich Hummer und Champagner und brachte so der Welt, ganz ohne Worte, sein Statement! Da muss man den Hut ziehen, ob man will oder nicht.
Sein Perfektionismus spiegelt sich auch in der Gestaltung des Buches wieder, die er sicherlich mit Argusaugen überwacht hat. Trotz des einfachen Schreibstils ist alles an dem Buch stimmig. Nicht nur der Umschlag, der zweiseitig bedruckt ist und so von beiden Seiten verwendet werden kann, macht dieses Hardcover zu einem Hingucker. Nein, sogar das gelbe Lesebändchen ist mit einer kleinen Krone versehen. Eben wie im Schriftzug von Pompöös. (siehe Kundenfotos)
Der Schutzumschlag verbirgt noch ein Poster des Designers – mit immer wieder anderem Styling, eben so, wie es sich für einen Modedesigner, der im Sternzeichen Zwillinge geboren wurde, gehört.
Ach und dann noch ein Wort zur Danksagung. Ich lese Danksagungen grundsätzlich zuerst. Meistens direkt, wenn ich ein neues Buch in den Händen halte. Aber die ersten Sätze dieser Danksagung haben mich umgeworfen. Sie sind nämlich außergewöhnlich mutig und mit Sicherheit bei den richtigen Leuten angekommen.
Fazit: 5 von 5 Punkten – nicht für sein Leben bzw. seine Biographie, weil ich nicht die Frechheit besitzen möchte ein Leben zu beurteilen. Aber einen Punkt jeweils für seinen Mut, seine Kreativität, sein Durchhaltevermögen, seinen Mut zu sich selbst zu stehen und sein Engagement.
© Ricarda Ohligschläger